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Ostholstein Unternehmen im Baufieber: Neuer Wohnraum für Eutin
Lokales Ostholstein Unternehmen im Baufieber: Neuer Wohnraum für Eutin
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22:06 15.06.2017
Die Grundflächen der ersten beiden Häuser in der Fissauer Leonhard-Boldt-Straße sind eingeschalt, nächste Woche kommen die Baustahlmatten. In der Mitte ist die Vorbereitung für den Fahrstuhl zu sehen. Quelle: Fotos: Ulrike Benthien
Eutin

Im Durchschnittshaushalt in Schleswig-Holstein leben zwei Personen. In 40 Prozent aller Haushalte (davon gibt es im Land rund 1,419 Millionen) wohnt aber nur eine Person – Tendenz steigend. Für den Wohnungsmarkt bedeutet das einen größeren Bedarf an kleinen Wohnungen. „Zwei-Zimmer-Wohnungen werden jetzt schon vermehrt nachgefragt“, berichtet Fabian Weist, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein. Besonders gelte dies für Wohnraum in zentraler Lage mit guter Ausstattung und ohne Barrieren.

Besonders gefragt sind kleinere Wohnungen – Grundstücke gesucht.

Fast 2000 Objekte zum Mieten

285 Wohnungen hat das Semmelhaack-Wohnungsunternehmen aus Elmshorn in Eutin (die in der Leonhard-Boldt-Straße entstehenden bereits eingerechnet).

491 Wohnungen vermietet die Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein in der Stadt.

655 Wohnungen hält die Bau- und Siedlungsgenossenschaft in Eutin vor.

548 Wohnungen hat die Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein in der Stadt.

Dabei spielt die demografische Entwicklung eine wesentliche Rolle. „Jeder Vierte in Ostholstein ist über 65 Jahre alt, 2030 wird es jeder Dritte sein“, zitiert Weist aus der Statistik. Das WohnungsbauUnternehmen Semmelhaack aus Elmshorn trägt dem Rechnung. In der Leonhard-Boldt-Straße in Fissau entstehen auf dem Gelände des ehemaligen Hotel- und Appartementhauses Wiesenhof gerade 36 Wohnungen für Menschen ab 60plus. Die drei Wohnblöcke sollen im kommenden Frühjahr fertiggestellt sein.

Die Wohnungen sind zwischen 50 und 75 Quadratmeter groß, 13 von ihnen sind öffentlich gefördert. Hartmut Thede, Semmelhaack-Projektentwickler, sagt: „Wir haben Eutin im Blick und durchaus die Bereitschaft, hier weitere bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen.“ Das Unternehmen hat 2011/2012 den „Wohnpark am Kleinen Eutiner See“ an der Hospitalstraße mit 250 Wohnungen errichtet. Vis-à-vis gibt es ein rund 3000 Quadratmeter großes Grundstück (ehemaliger Hagebau- Markt), das für Semmelhaack prinzipiell infrage komme, sagt Thede. „Dort Wohnhäuser zu bauen, gäbe Synergieeffekte mit unseren jetzigen. Außerdem könnte man städtebaulich eine vernünftige Eingangssituation erreichen.“

Die Wobau wird 2018 mit dem Bau von drei Häusern à zehn Wohnungen in der Seestraße beginnen. Das Projekt hätte längst umgesetzt sein können. Allerdings hatte das kommunale Wohnungsunternehmen im November 2015 den vorgesehenen Abriss mehrerer Altgebäude ausgesetzt und sie der Stadt Eutin für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden zur Verfügung gestellt.

„Diese Mietverträge laufen Ende Oktober aus. Wenn alles klappt, können die Grundstücke Ende 2017 bereits geräumt sein“, sagt Fabian Weist. Nach seinen Angaben sollen drei Wohnungen pro Haus öffentlich gefördert werden. Die Miete für diese Sozialwohnungen werde bei 5,25 Euro pro Quadratmeter liegen.

Für ihr Gründerviertel, so nennt Weist Seestraße und Michaelisstraße, weil hier im Gründungsjahr der Wobau 1938 die ersten Häuser entstanden sind, werden bereits weitergehende Pläne geschmiedet. „Wir entwickeln den Bereich mit einem Architektenbüro. Weil es unser erster Bestand ist, haben wir einen besonderen Bezug dazu. Wir überlegen auch, auf der anderen Seite nachzuverdichten.“ Sprich, auch die Häuser Seestraße 2 und 4 sowie mehrere Blöcke in der Michaelisstraße in den kommenden Jahren durch Neubauten zu ersetzen.

Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft Eutin ist derzeit dabei, in der Fritz-Reuter-Straße im dritten Bauabschnitt Alt durch Neu zu ersetzen. Die Blöcke mit den Hausnummern 9, 11 und 13 sind im vergangenen Jahr abgerissen worden. Dort werden jetzt zwei Gebäude mit neun beziehungsweise zwölf Wohnungen hochgezogen. Die 21 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen werden frei finanziert und sollen im Frühjahr 2018 fertiggestellt sein. Weitergehende Pläne hat die Genossenschaft momentan nicht. „Es gibt keine passenden Grundstücke“, sagt Geschäftsführerin Ursula Wenglarczyk.

Diese Tatsache hält auch die Wankendorfer Baugenossenschaft zurück. „Wir erleben, dass nicht nur Klein-Wohnungen, sondern zu unserer Überraschung auch Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen gesucht werden. Wenn die Stadt Eutin uns sagt, hier haben wir eine Fläche, egal, ob in städtischem Eigentum oder privat, dann sehen wir uns diese an und prüfen, ob dort unter wirtschaftlichen Aspekten zu bauen ist“, sagt Bernd Hentschel, Vorstandsmitglied der Wankendorfer.

 Ulrike Benthien

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