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Ostholstein Urlauber mit Wohnwagen stranden am Fehmarnsund
Lokales Ostholstein Urlauber mit Wohnwagen stranden am Fehmarnsund
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10:23 02.01.2018
Fehmarn

Berufs trucker kennen das vor allem aus dem Herbst oder Winter, wenn leere Lkw und Pkw-Gespanne die Sundbrücke wegen des Sturmes nicht passieren dürfen. Manchmal stundenlang, mitunter sogar tagelang. Mitten im Sommer erwischte es jetzt Dutzende Urlauber auf der Vogelfluglinie.

Sie saßen sturmbedingt mit ihren Wohnwagengespannen vor der Sundbrücke fest. Erst gestern Mittag wurde die Sperrung aufgehoben. Endlich – denn einige mussten schon über 24 Stunden auf dem Auffangparkplatz Fehmarn nahe der Avendorfer Abfahrt ausharren. Trauriger Rekordhalter war eine Familie aus Bad Salzuflen. Donnerstag kurz vor 9.30 Uhr wollten sie zu fünft Fehmarn verlassen – und tappten als eine der Ersten in die Urlauberfalle.

„Wir sind langsam echt genervt“, beklagen Martin und Vanessa Fitzgerald mangelnde Informationen darüber, wann es weitergeht: „Wir hätten gestern Abend zu Hause den Wohnwagen schon abgeben müssen.“ Kleiner Trost: Wenigstens schlafen können die beiden Erwachsenen und drei Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren wie im Urlaub in ihrem Wohnwagen. Ein besonderes Problem empört Vanessa Fitzgerald: „Die einzige Toilette auf dem Platz ist für Frauen grausam.“

Direkt aus Norwegen kommen Thomas und Monika Alt aus Neuß: „In Skandinavien ist jeder kleine Parkplatz besser ausgestattet als dieser hier. Keine Mülltonne, zum Glück sind die Leute anständig und nehmen alles mit, auch den Hundekotbeutel.“ Dank Internet an Bord sind sie Donnerstagabend auf die pfiffige Idee gekommen, den Pizzaservice hierher zu bestellen. Besser ergeht es denen, die Richtung Norden unterwegs sind: Der Auffangparkplatz Großenbrode liegt direkt neben einer Tankstelle. Auf Fehmarn koppeln daher einige ihren Wohnwagen ab und fahren zum Einkaufen nach Burg. Oder verlängern, wenn es möglich ist, kurzerhand ihren Urlaub.

Die anderen harren mehr oder weniger geduldig aus. „Aber es wäre schön, wenn man uns ein wenig bei Laune halten könnte“, betont Jutta Lansing (Borken), die auch schon den zweiten Tag Zwangspause auf dem rappelvollen Platz erlebt: „Zu Hause hätte schon die Waschmaschine laufen können.“

gjs

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