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Ostholstein Vandalismus in Sierksdorf: Gemeinde setzt Belohnung aus
Lokales Ostholstein Vandalismus in Sierksdorf: Gemeinde setzt Belohnung aus
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07:15 09.06.2016
Das öffentliche WC am Strand wurde an Himmelfahrt zum Vandalismus-Ziel.
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Sierksdorf

Zerstörte WC-Anlagen, ein zerschlitztes Sonnensegel am Fischerplatz und ein Täter, der immer wieder für eine stundenlange Sperrung der Bahnhofstoilette sorgt. Seit Dezember häufen sich die Vandalismus-Vorfälle in der Gemeinde Sierksdorf. 24 Fälle sind polizeibekannt. Allein im Juni notierte Tourismuschefin Andrea Hufnagel drei Taten. Bürgermeister Volker Weidemann (CDU) hat mittlerweile genug. Er will die sinnlose Zerstörung nicht länger hinnehmen, setzt auf die Hilfe der Bevölkerung. Zudem lobt die Gemeinde eine Belohnung in Höhe von 500 Euro aus. Das Geld bekommt, wer Hinweise zur Ermittlung des noch unbekannten Täters liefern kann.

Zerstörungswut in öffentlichen Toiletten am Bahnhof, im Ferienpark und am Strand – Tausende Euro Schaden – Für sachdienliche Hinweise soll es 500 Euro geben.

Zeugen gesucht

Wer etwas zu den Zerstörungen in der Gemeinde Sierksdorf sagen kann, sollte sich entweder bei der Polizeistation in Neustadt unter der Nummer 04561/6150, oder beim Tourismus-Service melden. Dieser ist unter der Telefonnummer 04563/478990 erreichbar.

Die entstandene Schadenshöhe (inklusive Personalkosten) liegt mittlerweile bei mindestens 12500 Euro.

„Wir hatten immer mal wieder mit Vandalismus zu tun. So auch im Dezember. Da haben wir uns noch nichts dabei gedacht“, erinnert sich Weidemann. Dann kam das Osterwochenende. „Da sind wir aufgewacht“, sagt Andrea Hufnagel. Irgendwer hatte das Sonnensegel am Fischerplatz aufgeschlitzt. Den Schaden beziffert die Touristikerin auf rund 8800 Euro. Kurz darauf, am Himmelfahrt-Wochenende, sei die öffentliche Toilette in der Straße Am Strande zum Angriffsziel geworden. „Die Wand hinter dem WC-Becken wurde so stark beschädigt, dass eine Verstärkung aus Edelstahl erforderliche wurde“, sagt Andrea Hufnagel.

Die Tourismuschefin erläutert, dass sie seit Ostern jede Zerstörung notiert. Seit gestern Morgen umfasst die Liste nun bereits 25 Punkte. Allein zwischen 31. Mai und 8. Juni wurde die WC-Anlage am Bahnhof vier Mal mutwillig sabotiert. Dabei handle es sich laut Hufnagel um kein gewalttätige Aktion. Vielmehr würde der Täter die Spülvorrichtung von der Wand abnehmen, die „Drückerstange“ entfernen und den Deckel anschließend wieder an Ort und Stelle befestigen. Dies führe dazu, dass nicht mehr gespült werden könne. „Wir haben hier eine hohe Frequentierung. Viele Besucher des Hansa- Parks nutzen die Bahn“, so Weidemann.

Besonders ärgert sich der Bürgermeister darüber, dass die Toilette jedes Mal stundenlang gesperrt werden müsse. Selbst ein nächtliches Absperren der Räumlichkeiten habe keine Abhilfe geschaffen.

„Die haben einfach früher oder später zugeschlagen“, so Hufnagel. Ähnliche Vorfälle gab es zudem in den beiden WC-Anlagen am Ferienpark. Hufnagel hält es für möglich, dass es sich um einen Täter handelt. Jedoch bezweifelt sie, dass dieser auch für das Sonnensegel und die zerstörte Wand hinter dem WC-Becken verantwortlich ist.

Polizeisprecherin Anett Dittmer schätzt die Situation ähnlich ein. „Insgesamt bearbeitet die Polizei 24 Fälle. Hinzu kommen einzelne Fälle von Vandalismus, die jedoch nach ersten Erkenntnissen nicht in Zusammenhang mit den vorgenannten 24 Taten zu bringen sind.“ Um die Vorfälle aufzuklären, appelliert Weidemann an die Sierksdorfer. „Es wäre toll, wenn die Bevölkerung die Augen offen hält. Wir wollen hier keine Bürgerwehr, sondern nur, dass man genauer hinschaut.“

Sebastian Rosenkötter

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