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Ostholstein Vergewaltigung in Bad Schwartau: Junger Täter in U-Haft
Lokales Ostholstein Vergewaltigung in Bad Schwartau: Junger Täter in U-Haft
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22:14 16.03.2016

. Diese Tat hat vor einem Monat Bad Schwartau erschüttert: Eine junge Frau ist in der Herrentoilette im Bahnhof vergewaltigt worden. Jetzt ist der mutmaßliche Täter gefasst. Es handelt sich um einen 19-jährigen Iraker, der seit November 2015 in einer Flüchtlingsunterkunft in Lübeck untergebracht ist. Das hat Ralf Peter Anders, Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Lübeck, mitgeteilt. Der junge Mann wurde gestern dem Haftrichter vorgeführt und anschließend in Untersuchungshaft genommen.

„Er ist bei polizeilichen Befragungen in der näheren Umgebung des Tatorts aufgefallen“, sagt Anders. Zu diesem Zeitpunkt habe es bereits ein Phantombild gegeben. Dieses habe die Ermittler auf den Iraker aufmerksam gemacht. Darüber hinaus habe an seinem Mantel ein Knopf gefehlt — eben so einer sei am Tatort zuvor gefunden worden. „Er passte damit ins Raster“, sagt der Oberstaatsanwalt.

Schließlich habe auch seine DNA mit der, die nach der Vergewaltigung sichergestellt werden konnte, übereingestimmt. „Das alles reicht für einen dringenden Tatverdacht“, so Anders. Deshalb sei Haftbefehl beantragt worden.

Der Täter sitze nun in Untersuchungshaft in der Jugendanstalt in Schleswig. Zu dem Asylstatus konnte die Staatsanwaltschaft gestern keine Angaben machen. Jetzt laufe erst einmal das Verfahren weiter.

Einen Verhandlungstermin gibt es noch. „Aber bei Heranwachsenden werden die Verfahren mit besonderer Beschleunigung durchgeführt“, erklärt Anders. „Wir sind beruhigt, dass wir wohl den Täter haben, das ist ein großer Aufklärungserfolg.“

Über etwaige Konsequenzen nach der Tat wollte die Polizeidirektion Lübeck auf Nachfrage der LN zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen.

Die Vergewaltigung geschah in der Nacht zum Sonntag, 21. Februar (die LN berichteten). Die 21-jährige Bad Schwartauerin war nach eigenen Angaben auf dem Heimweg, nachdem sie ihre Schicht in einem Gastronomie-Betrieb beendet hatte. Schon beim Verlassen des Zuges habe die junge Frau ein ungutes Gefühl gehabt, kurz darauf sei sie von dem Täter gepackt und in die Herrentoilette gedrückt worden.

Er habe seine und ihre Hose heruntergezogen. Vehement habe sie sich dagegen gewehrt, geschrien, gebrüllt und gekratzt. Erst als sich ein auf die Situation aufmerksam gewordene Zeuge genähert und den Täter mehrfach angesprochen habe, habe dieser schließlich die Flucht ergriffen.

Hoffnungen hatten die Ermittler zunächst in mögliches Bildmaterial der Kameraüberwachung im Bahnhof gesetzt. Nach LN-Informationen habe es allerdings kein auswertbares Bildmaterial gegeben. Dazu konnte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen. Im Zuge der Ermittlungen kamen auch Suchhunde zum Einsatz, mit deren Hilfe ein Bewegungsprofil des Täter erstellt werden sollte.

Von Kim Meyer

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