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Ostholstein Verkehrsbetriebe machen mobil im ländlichen Raum
Lokales Ostholstein Verkehrsbetriebe machen mobil im ländlichen Raum
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08:25 27.05.2017
Das Carsharing-Model könnte als ein Bestandteil ins Mobilitäts-Konzept einfließen. Quelle: Foto: Dpa
Heiligenhafen

Mobilität im ländlichen Raum ist ein großes Thema. Insbesondere für einen Tourismuskreis wie Ostholstein. Das hat Joachim Gabriel, Geschäftsführer der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB), frühzeitig erkannt. Gefördert von der Aktiv-Region wurde vom Büro „inspektour“ aus Hamburg ein Konzept für den Bereich der LTO-Ostseespitze, zu der Heiligenhafen, Großenbrode, Gremersdorf, Neukirchen und Heringsdorf zählen, erstellt.

Heiligenhafen ist Vorreiter, Konzept soll in die Praxis umgesetzt werden.

„Wir möchten bestehende Angebote und Neues zusammen bringen.Joachim Gabriel

HVB-Geschäftsführer

Mobilität

Erreichbarkeit ist eine der großen Aufgaben im ländlichen Raum – gerade auch in Hinblick auf Tourismus und demografischen Wandel.

Auf der Internet-Plattform www.zukunft-mobilitaet.net finden sich zum Thema viele Lösungsansätze wie zentrale Mobilitätsstationen.

Oberstes Ziel sei, effiziente und effektive Mobilitätsangebote für Einwohner und Touristen zu gewährleisten. Gabriel hatte bei seiner Projektvorstellung bei der Aktiv Region mehrere Beispiele gegeben. „Wenn der Urlaubsgast mit dem Zug in Oldenburg ankommt, dann sind die letzten Meter nach Heiligenhafen die problematischsten.“ Aber auch während des Urlaubs müssten Gäste, die nicht mit dem Pkw anreisen, mobil bleiben. Gleiches gelte für die Einheimischen. Alleinerziehende Mütter oder auch ältere Menschen müssten schnell ihre Ziele erreichen können, wie Ärzte oder Nahversorger.

Das frisch erstellte Konzept sieht hierfür die Schaffung einer Koordinierungsstelle vor, benötigt würden Kooperationspartner, obendrein müsste die Zusammenarbeit mit Partnern wie Ostsee Holstein Tourismus (OHT) oder dem Land forciert werden. Am Ende solle durch die Maßnahmen die touristische Wertschöpfung gesteigert und damit ein Mehrwert für Urlaubsgäste und Einheimische erzielt werden.

Gabriel schweben diverse Möglichkeiten vor, wie Menschen flexibel und mobil von A nach B kommen können. Ein Mosaikstein dabei könnte das Carsharing-Model sein. Sprich ein Fahrzeug, das von einer Gruppe Nutzer abwechselnd benutzt wird. Verschiedene Bus- und Taxiangebote sowie Mitfahrgelegenheiten könnten zusammen kommen – mit einem zentralen Ansprechpartner als Koordinator. Gabriel: „Wir möchten bestehende Angebote und Neues zusammen bringen.“

Bis das Konzept konkret in die Praxis umgesetzt werden kann, müssten diverse Vorstufen gemeistert werden. Der HVB-Aufsichtsrat werde sich am 6. Juni damit beschäftigen und die Ergebnisse der Studie bewerten sowie weitere Schritte verabreden. Wichtig seien laut Gabriel die drei Erfolgsfaktoren: soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Sie würden sich gegenseitig beeinflussen.

Gabriel: „Die Gutachter empfehlen der LTO die Positionierung der Region als Reiseziel für sanfte Mobilität. Ausdrücklich immer auch mit der Möglichkeit der Inanspruchnahme des Angebots durch die Einheimischen.“

Genauso entscheidend ist es nach Ansicht der HVB-Geschäftsführung, dass die Mobilität am Ende „nicht irgendwie“ organisiert und gewährleistet wird, sondern dass neu einzusetzende Verkehrsträger weitestgehend mit Energie aus regenerativen Quellen angetrieben werden. Gabriel: „Eine Reduzierung des Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid haben wir dabei im Blick.“ Dies sei auch vielen Gästen immer wichtiger.

Der Tourismus in Ostholstein boomt. Nachhaltige Mobilität könne laut Gabriel dazu beitragen, dass die vielen neuen Gäste auch gern wiederkämen.

 Peter Mantik

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