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Ostholstein Verkehrsinfarkt nach Sperrung von B 76 und Travemünder Landstraße
Lokales Ostholstein Verkehrsinfarkt nach Sperrung von B 76 und Travemünder Landstraße
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15:44 09.01.2018
Der Verkehr kam nicht nur auf der Strandstraße zum Erliegen. Quelle: Janke-Hansen
Niendorf

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Chaos bleibt, eine Lösung für die angespannte Verkehrslage an sonnigen Wochenenden gibt es laut Verwaltung in Timmendorfer Strand sowie Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) nicht. Der Albtraum von Ostholsteins Kreiswehrführer Thorsten Plath geht damit weiter. Also sehenden Auges in die Katastrophe, wenn es beim Dauerstau zum Einsatz in Niendorf kommt?

Einen Vorgeschmack auf das, was Touristen und Einheimische zum Saisonstart in Niendorf/Ostsee erwartet, gab es am Sonntag. Die gleichzeitige Sperrung von B 76 und Travemünder Landstraße führte zum Verkehrsinfarkt. Über Stunden ging im Ostseebad nichts mehr. Entnervte Autofahrer wendeten zu Hunderten auf Privatgrundstücken.

„Daran mag ich gar nicht denken.“ Da helfe es auch wenig, dass die Timmendorfer Wehr alarmiert würde, um von der anderen Seite vorzurücken. „Die Feuerwehr braucht beim Einsatz auch einen gewissen Platz. So kann das nicht bleiben“, sagt Plath. Niendorfs Ortswehrführer Carsten Dede sorgt sich, ob seine Frauen und Männer es im Ernstfall überhaupt zum Feuerwehrhaus schaffen: „Die stecken dann ja auch im Stau, noch bevor sie überhaupt beim Einsatzfahrzeug angekommen sind.“

Dem Vorschlag von Plath, die B 76 schon auf Höhe Pamirstraße zu sperren, um den Verkehr über die Hävener Allee abzuleiten, erteilt Jens Sommerburg, LBV-Niederlassungsleiter, eine Absage:

„Kreisstraßen, auch der Streckenzug um den Hemmelsdorfer See über Warnsdorf, sind für den Bundesstraßenverkehr nicht geeignet.“ Die offizielle Umleitung über Timmendorf und die L 181 durch Ratekau zur Anschlussstelle Dänischburg (A 226) sei zwar 27 Kilometer lang – laut Sommerburg aber alternativlos. Und auch an der Sperrung der B 76 zwischen der Kreuzung Hafenstraße und der neuen „Niendorfer Spange“ auf Höhe des Edeka-Parkplatzes werde sich nichts ändern. Diese Strecke bleibt nach Angaben von Sommerburg wie angekündigt bis zum 8. Juni dicht. „Wir haben aus dem Zeitplan das herausgeholt, was man herausholen kann.“

Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) lobt die Dialogbereitschaft des Landesbetriebs. Sie bedauert aber, dass die Arbeiten zum Brückenneubau an der B 76, anders als bereits im Herbst 2016 geplant, verspätet erst am 11. Dezember 2017 begonnen hätten. Dadurch zögen sie sich nun bis zur Saison hin. Die Gemeinde habe eine einseitige Sperrung der B 76 gewünscht. „Dies scheint aus technischen Gründen aber nicht machbar“, sagt Kara. So quäle sich der Verkehr nun durch den Ort. „Wir haben in Kooperation mit dem Landesbetrieb aber erreicht, dass der Schwerlastverkehr nicht über die Strandstraße fahren darf. Es sei denn, es wird etwas angeliefert. Das ist schon eine große Erleichterung.“ Weitere Entlastungsmöglichkeiten, beispielsweise eine strengere Überwachung des Verkehrs, damit der offiziellen Umleitung gefolgt wird, sieht Kara nicht. „Die Situation gefällt uns auch nicht“, sagt die Verwaltungschefin. Mehr könne man aber nicht tun.

Die von der Gemeinde selbst verantworteten Arbeiten an der Travemünder Landstraße sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Allerdings komme es im März erneut zu einer einwöchigen Sperrung der Straße für Asphaltierungsarbeiten. „Wann, kann ich noch nicht sagen, das ist wetterabhängig.“ Bis Ostern soll alles fertig sein. Für aufgebrachte Autofahrer, die Sonntagnachmittag genervt aus ihren Fahrzeugen riefen: „Wie kann man nur so eine Sch . . . planen?“, ist das vermutlich kein Trost.

jhw/latz

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