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Verliert Timmendorfer Strand den eigenen Bahnhof?

Timmendorfer Strand/Ratekau Verliert Timmendorfer Strand den eigenen Bahnhof?

Planungsbüro schlägt im Auftrag des Landes Doppel-Haltepunkt in Ratekau vor, wenn die Neubaustrecke für den Fehmarnbelt geplant wird. Die Bahn ist in die Überlegungen noch nicht eingeweiht.

Der Bahnhof Timmendorfer Strand soll durch den Haltepunkt Ratekau ersetzt werden, so ein Vorschlag des zuständigen Planungsbüros. Die Alternative: Der Bahnhof wird ins Niemandsland an der A 1 verlegt, wo die neue Bahntrasse verlaufen soll.

Quelle: Sabine Latzel

Timmendorfer Strand. Verliert Timmendorfer Strand seinen eigenen Bahnhof, wenn eines Tages der Zugverkehr über die geplante Neubaustrecke für den Fehmarnbelttunnel läuft? Das vom Land eingeschaltete Planungsbüro „BahnStadt“ schlägt vor, den Bahnhof Timmendorfer Strand durch den neuen Haltepunkt Ratekau zu ersetzen. Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) begrüßt die Idee, von seiner Kollegin aus Timmendorfer Strand, Hatice Kara (SPD), war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Die Deutsche Bahn wurde bisher nicht einbezogen.

Die Agentur „BahnStadt“ ist ein Spezialist für die Entwicklung kleiner und mittelgroßer Bahnhöfe. Für die landeseigene Nah.SH, die früher „Landesweite Verkehrsgesellschaft Schleswig-Holstein“ (LVS) hieß und für den Nahverkehr auf der Schiene im Lande zuständig ist, hat die Agentur bereits mehrere Bahnstationen geplant. Die Fachleute wurden deshalb ebenfalls hinzugezogen, um mit Land, Kreis, Gemeinden und Bahn die neuen Haltepunkte entlang der Belttrasse zu entwickeln.

Erste Planungsskizzen liegen seit einigen Wochen den Gemeinden und dem Kreis vor, öffentlich sind sie aber noch nicht. „BahnStadt“ schlägt vor, die Station Timmendorfer Strand zu ersetzen. Der auf Basis des Raumordnungsverfahrens des Landes von der Bahn entwickelte Trassenverlauf sieht dagegen einen Haltepunkt für Timmendorfer Strand an der A 1 nahe Pansdorf vor. Die Lage gilt als abgelegen und unattraktiv. Für den gemeinsamen Bahnhof Timmendorfer Strand/Ratekau wird dagegen die Ortsnähe angeführt.

In Ratekau — der Ort hat bislang gar keinen Bahnhof — kommt die Idee eines künftigen Doppel-Bahnhofs sehr gut an. „Ein gemeinsamer Bahnhof hätte viele Vorteile“, ist Bürgermeister Keller überzeugt.

Es könne einen direkten Busverkehr nach Timmendorfer Strand und gemeinsame Park-&-Ride-Parkplätze geben. Der Vorschlag von „BahnStadt“ gefällt ihm auch deshalb, weil die Planer den Bahnhof besser an den Ort anbinden wollen. Die Bahn hat ihn im Gebiet Hohelieth vorgesehen. Bei „BahnStadt“ rückt er Richtung ehemaliger Aldi- Markt/Bahnhofstraße. „Wir wünschen uns einen ortsnahen Bahnhof“, betont Keller. Noch stehe man aber ganz am Anfang und suche das Gespräch mit der Bahn. Die weiß von nichts — wird aber bereits auf die internen Pläne angesprochen, den Haltepunkt Timmendorfer Strand zu streichen.

„Uns haben in den letzten Tagen Anfragen von besorgten Bürgern erreicht“, berichtet Maja Weihgold, Sprecherin bei der Deutschen Bahn für Großprojekte. „Unglücklicherweise können wir zu den neuen Überlegungen keine Stellung nehmen, da wir diese leider nicht kennen“, so Weihgold. Die Bahn habe den Auftrag vom Land, alle Gemeinden, die heute an die Schiene angebunden sind, auch in Zukunft anzubinden. „Auf dieser Basis planen wir die Schienenanbindung der festen Fehmarnbeltquerung“, erklärt Weihgold.

Nah.SH hüllt sich in Schweigen. Die Vorschläge von „BahnStadt“ sollen jetzt mit der Bahn besprochen werden, heißt es auf Anfrage. Vorher werde man dazu nichts veröffentlichen. Der Kreis Ostholstein macht kein Geheimnis aus dem Konzept. Noch sei nichts entschieden, es handele sich um Überlegungen, stellt Horst Weppler, für die Regionalplanung zuständiger Fachdienstleiter, klar. Anfang des neuen Jahres solle es darüber ein Gespräch mit allen Beteiligten geben.

Zwei Punkte sind dem Kreis wichtig: der Erhalt der Bäderbahn und an der neuen Trasse eine zusätzlicher Halt „Neustadt-West“ nahe der Autobahnausfahrt Neustadt-Mitte. So könnte es für Neustadt und Eutin per Buszubringer bessere Zugverbindungen Richtung Norden geben. „Das fordern wir mit Nachdruck“, sagt Weppler. „BahnStadt“ hat sich mit der Station nicht beschäftigt. Nah.SH erteilte dafür keinen Auftrag. pet

LN

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