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Ostholstein Vermietung leidet unter Baulärm
Lokales Ostholstein Vermietung leidet unter Baulärm
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22:27 18.10.2013
Vermieterin Madeleine Schlange (von links) sowie die Gäste Michaela und Martin Groth klagen über starken Baulärm.
Scharbeutz

Der Hotelneubau an der Strandallee ruft nicht überall Jubelstürme hervor. Besonders Anwohner und Gewerbetreibende in den angrenzenden Straßen haben in den vergangenen Monaten unter den Bauarbeiten gelitten. Ein Beispiel ist das „Haus Madeleine“ an der Seestraße. Wirtschaftlich gesehen werde dort 2013 als das schlechteste Jahr in die mittlerweile 40-jährige Geschichte eingehen, sagen die Inhaber.

Zunächst war es ihre Mutter Ingeborg, jetzt ist es Madeleine Schlange (45), die Zimmer und Apartments vermietet. Grund für die immensen Umsatzeinbußen sind ihren Angaben zufolge die Bauarbeiten und vor allem der damit verbundene Lärm am „Bayside“-Hotel. Madeleine Schlange: „In den vergangenen Monaten war ich bestimmt 30 Mal im Rathaus und habe mich beschwert.” Eingehalten worden seien die Ruhezeiten häufig weder mittags noch abends. Die Vermieterin: „Meine Gäste konnten auch bei schönstem Wetter weder ruhig im Garten sitzen noch Fenster aufmachen.“ Auf ihre Frage, ob dann nicht wenigstens die Kurabgabe von 2,80 pro Person und Tag erlassen oder reduziert werden könne, habe sie nur gehört: „Das geht nicht. Sie können ja mit Ihren Zimmerpreisen runtergehen.“

Viele ihrer Stammgäste würden in den nächsten Jahren nicht wieder nach Scharbeutz kommen, vermutet Madeleine Schlange. Und Spontanurlauber, die sie in den vergangenen Jahren immer wieder habe begrüßen können, gebe es auch jetzt in den Herbstferien nicht, klagt die Vermieterin. Martin (31) und Michaela (32) Groth aus Moringen in Niedersachsen geben die Meinung vieler Urlauber wieder: „Wir finden es gut, dass jemand hier 30 Millionen Euro investiert. Bestimmt hätte es aber einen alternativen Standort für das Hotel gegeben. Es muss doch nicht als Riesenbunker mitten im Ort gebaut werden”, äußerten sie sich.

Zu groß, zu kompakt, zerstört das Ortsbild — so und ähnlich äußerten sich alle der etwa 400 Gäste von Madeleine Schlange, die einen Fragebogen der Tourismusagentur Lübecker Bucht (TALB) ausgefüllt haben. Weniger interessant für sie waren die ersten sieben Fragenkomplexe. Sie konzentrierten sich auf den achten Punkt. Die Aufforderung „Nutzen Sie die Gelegenheit und widmen Sie uns ein offenes Wort“ nutzten ihre Gäste nur allzu gerne. Madeleine Schlange: „Es hat kein einziges positives Statement gegeben.“

Christina Düvell-Veen

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