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Vermisster Kanufahrer: Polizei findet Leiche im Dieksee

Malente/Timmdorf Vermisster Kanufahrer: Polizei findet Leiche im Dieksee

Trauriges Ende einer Kanu-Pfingst-Tour. Am vierten Tag der Suche nach dem vermissten 19-Jährigen gibt es jetzt traurige Gewissheit: Am Mittwochvormittag wurde der Mann durch den Einsatz der Polizeitaucher Schleswig-Holstein geborgen.

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Taucher beim Einsatz im Dieksee. Im Wasser sind kleine rote Bojen gesetzt, die das Suchgebiet markieren.

Quelle: Fotos: Janke-Hansen

Malente/Timmdorf/Fehmarn. Schon am Dienstagabend hatten die Einsatzkräfte keine Hoffnung mehr, den Vermissten noch lebend zu finden: Bei der Suchaktion am gestrigen Dienstag wurden durch das im Einsatz befindliche Sonarboot der Polizei an verschiedenen Stellen Kontakte angezeigt und mit so genannten Sonarbojen gekennzeichnet. Im Bereich einer der ausgebrachten Bojen konnte der vermisste Mann aus Niedersachsen dann am Mittwoch durch die Taucher aufgespürt werden.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Lübeck wird der Leichnam zum Zwecke der Obduktion der Rechtsmedizin zugeführt.

LN-Bild

Trauriges Ende einer Kanu-Pfingst-Tour – Taucher heute erneut im Einsatz.

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„Bei Kanu- oder anderen Bootstouren keine Schwimmweste zu tragen, ist mehr als leichtsinnig" , Einsatzleitung der Polizei.

Was geschah am Pfingstwochenende?

Der 19-Jährige war am späten Sonntagabend in dem See versunken. Das Kanu, in dem er mit zwei Freunden noch gegen 21.40 Uhr über das Gewässer paddelte, kenterte aus ungeklärter Ursache etwa 500 Meter vom Ufer entfernt (LN-Online berichtete). Laut Polizei konnte sich einer der jungen Männer selbst retten, ein anderer soll von Helfern auf einem anderen Boot aus dem Wasser gezogen worden sein. Der 19-Jährige aber versank laut Polizei vor den Augen seines Freundes im See.

Noch in der Nacht wurde sofort eine große Suchaktion eingeleitet. Die Feuerwehren aus Timmdorf, Malente und Eutin waren mit ihren Booten im Einsatz. Unterstützung kam auch aus der Luft von einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera. Bis 2 Uhr morgens am Sonntag suchte zudem die Tauchergruppe der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Eutin bis an den Rand der Erschöpfung nach dem jungen Feriengast. Dann wurde die Suche zum ersten Mal abgebrochen.

Der Student war laut Polizei mit sieben Begleitern zu einer Pfingstfreizeit aufgebrochen. Sie waren in zwei Booten – für drei und fünf Personen – unterwegs. Schwimmwesten sollen die Verunglückten laut Einsatzkräften vor Ort nicht getragen haben. Die jungen Männer des zweiten Kanus waren zum Zeitpunkt des Unglücks bereits an Land und hätten erst später vom Kentern des anderen Bootes erfahren.

Alle Mitglieder der Gruppe wurden noch in der Nacht von Notfallseelsorgern betreut.

Am Dienstag und am Pfingstmontag wurde ebenfalls vom Vormittag an erneut gesucht. Drei Leichenspürhunde der Polizei schlugen unabhängig voneinander in einem Gebiet zwischen der Insel Langenwarder, dort haben die Schiffe der Weißen Flotte ihr Winterquartier, und dem Diekseeufer bei Timmdorf an. Zudem sucht die Feuerwehr mit Sonargeräten den See ab. Laut Einsatzkräften wurden GPS-Punkte gesetzt, um den Suchbereich zu markieren. Die Taucher der Johanniter wurden am Montag von Kollegen der Lübecker Berufsfeuerwehr abgelöst. Gegen 17.30 Uhr war die Suche dann erneut abgebrochen worden.

Gestern waren laut Polizeidirektion Lübeck Polizeitaucher aus Eutin am Dieksee. Für die Taucher ist der Einsatz besonders schwierig und gefährlich, denn der Dieksee ist bis zu 38 Meter tief. In dem Suchgebiet sind es gut 30 Meter. Durch die Schwentine, die durch den See fließt, ist die Unterströmung sehr stark. Laut Tauchern herrscht zudem nur eine Sicht von etwa 1,5 Metern. „Es sind viele Schwebstoffe im Wasser“, heißt es. Das Wasser des Sees hat an der Oberfläche 16 Grad, weiter unten sei es natürlich deutlich kälter.

Heute Vormittag sollen laut Polizeidirektion Lübeck erneut Taucher nach dem vermissten Kanuten suchen.

Glimpflich ging dagegen ein Vorfall auf der Insel Fehmarn aus. Am Pfingstsonntag gab es gegen 19.40 Uhr einen kleinen Einsatz vor Wenkendorf im Inselnorden. Ausgelöst wurde er durch einen offenbar hilflosen Surfer. Zumindest war nach Polizeiangaben der Eindruck entstanden, dass er nicht mehr in der Lage war, selbst wieder an Land zu kommen. Schutzpolizei und Wasserschutzpolizei rückten aus.

Die Beamten staunten nicht schlecht: Der Wassersportler zählte immerhin 81 Jahre. Er wurde mit Verdacht auf Unterkühlung mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

 Martina Janke-Hansen und Gerd J. Schwennsen

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