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Ostholstein Vernachlässigte Tiere? Peta zeigt Vogelpark-Chef an
Lokales Ostholstein Vernachlässigte Tiere? Peta zeigt Vogelpark-Chef an
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23:00 13.04.2018
Klaus Langfeldt züchtet nicht nur Hornvögel (Foto), er kümmert sich auch um verletzte Wild- und vernachlässigte Hausvögel. Quelle: Fotos: Bz, Peta
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Niendorf

Auf drei Bildern, die ein „Whistleblower“ der Tierschutzorganisation zukommen ließ, sind drei Eulen sowie drei Papageien jeweils in Käfigen zu sehen, ein Papagei hat an der Brust keine Federn mehr. „Es ist unbegreiflich, dass vermutlich schon seit Jahren derartige Zustände herrschen. Wir fordern die Behörden auf, umgehend zu handeln und die Einrichtung zu schließen“, sagt Yvonne Würz, Fachreferentin bei Peta.

Die Vorwürfe gegen den Vogelpark Niendorf wiegen schwer: Die Tierrechtsorganisation Peta soll „vernachlässigte Tiere und Vögel in kleinen, verkoteten Käfigen“ nachgewiesen haben. Wegen der angeblichen Missstände hat Peta Anzeige gegen Parkchef Klaus Langfeldt erstattet.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck bestätigt das Vorliegen einer Anzeige. Es werde geprüft, ob der Anfangsverdacht einer strafbaren Handlung nach dem Tierschutzgesetz vorliegt. Auch beim Kreis Ostholstein ist der Vorgang bekannt. Der Kreisveterinär sei mit den Vorwürfen befasst. Auf Nachfrage sagt Sprecherin Carina Leonhardt, dass es in den vergangenen Jahren keine Hinweise auf Verstöße beim Vogelpark gegeben habe. Auch Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) kann sich nicht vorstellen, dass im Vogelpark Missstände herrschen sollen. „Klaus Langfeldt kümmert sich rührend um die Tiere“, betont sie.

Klaus Langfeldt fühlt sich gekränkt, dass er von Peta derart an den Pranger gestellt wird. Für ihn steht das Wohl der Vögel an oberster Stelle. „Es ist gut, dass es Peta gibt, doch diesmal schießen sie über das Ziel hinaus“, sagt der Vogelparkchef.

Auf einem Bild von Peta ist ein Rotlori mit Nachwuchs in einem Käfig zu sehen. Einige Vögel seien „offensichtlich krank, würden jedoch trotz beispielsweise kahler Stellen – die auch ein Hinweis auf krankhafte Verhaltensänderungen sein können – nicht behandelt“. Das weist Langfeldt entschieden zurück. Gerade weil sie krank oder allein gehalten wurden und sich dadurch unter anderem ihre Federn gerupft haben, wurden sie bei Vogelkenner Langfeldt abgegeben. So auch der Rotlori, der sich mit dem Jungvogel in einem handelsüblichen Vogelkäfig in einem beheizten Gebäude erholt. Und dass es bei der Unterbringung am Käfigboden und auch an den Wänden durch Kotausscheidung dreckig sein kann, „ist vom Anblick her natürlich nicht schön“, sagt Langfeldt. Die Vögel oben auf der Stange beeinflusse das nicht.

Auch der Mohrenkopfpapagei, der ebenfalls in dem nicht öffentlich zugänglichen Bereich fotografiert wurde, ist verletzt und flugunfähig. Damit er regelmäßig seine Medikamente bekommen kann, wurde der Vogel von seinen Artgenossen getrennt. Wenn der Papagei wieder gesund ist, setzt Langfeldt ihn in die Außenvolière.

Ins Sommerlager durften bereits die Halsring-Zwergohreulen ziehen, die seit Beginn des Frostes im Januar im warmen Winterquartier untergebracht waren. Der Grund: Weil die Eulen nur nachts fressen und die Helfer bereits mittags füttern, wären die ausgegebenen Küken draußen in der Kälte in der Zwischenzeit bereits wieder eingefroren und für die Eulen ungenießbar.

Als die Eulen in diesem Käfig auf der Stange hockten, machte der „Whistleblower“ auch hier Aufnahmen. Peta schrieb dazu, auch die Fütterung sei unsachgemäß. Kükenreste würden in der Voliere längere Zeit liegen gelassen. Laut Langfeldt sind in den Volièren tatsächlich tote Küken zu sehen, weil die Eulen das Fressen erst abwarten, bis es dunkel ist. „Es gibt bösartige Menschen“, kommentiert er die Anschuldigungen.

 bz/jhw

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