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Ostholstein „Veronika“, die Feldforscher sind da
Lokales Ostholstein „Veronika“, die Feldforscher sind da
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21:30 07.07.2017
Über Anbaustrategien bei Getreide und Raps informieren sich Landwirte bei der Feldführung des Versuchsrings Ostholstein. Quelle: Fotos: Billhardt

Außerdem bietet sich die Gelegenheit zum Austausch über dringende Fragen wie die Schädlingsbekämpfung beim Raps.

Versuchsring testet Getreideanbau – Probleme mit Raps-Schädlingen.

Versuchsring

Der Versuchsring Ostholstein e.V. ist ein Zusammenschluss von Landwirten in Norddeutschland. Er hat derzeit 205 Mitglieder. Um den Ackerbau näher zu beleuchten gab es bereits im Jahr 1946 die ersten Feldversuche.

„Wir hatten Probleme mit Läusen und Kohlfliegen“, beklagt Jürgen Rauert, Landwirt auf der Insel Fehmarn und seit neun Jahren Vorsitzender des Versuchsrings. „Hocheffektive Stoffe wurden vor zwei Jahren verboten und ich befürchte, dass auch beim nächsten Mal die Rapspflanzen dem wieder schutzlos ausgeliefert sein werden.“

Rund 120 Gäste sind diesmal bei „bestem Feldtagswetter“ auf den Hof der Familie Großmann gekommen, die ihre Flächen für umfangreiche Erprobungen zur Verfügung stellt. Für ihn habe sich die alljährliche Veranstaltung bewährt, erzählt Rauert. Die Landwirte würden so Leitlinien für die Bewirtschaftung bekommen. Neben einer großen Zahl von Gästen aus Ostholstein nutzen auch Kollegen aus Plön und Mecklenburg-Vorpommern sowie Industrie- und Handelsvertreter diese Möglichkeit, um wichtige Erkenntnisse für den Anbau zu gewinnen. An fünf Stationen erläutern Fachleute der N.U. Agrar GmbH die Ergebnisse der Versuchsreihen. Das unabhängige Beratungsunternehmen leitet diese federführend in Zusammenarbeit mit dem Versuchsring.

„Hier stehen die verschiedenen Sorten in unterschiedlichen Fungizid- und Düngungsvarianten gleich nebeneinander. Man bekommt einen viel besseren Einblick, als wenn man von Feld zu Feld fahren muss“, betont Jens Alpers aus Neuratjensdorf. Er nimmt sogleich das Wintergerstenkorn „Kosmos“ und dann auch die „Veronika“ näher unter die Lupe. „Entscheidend ist hierbei vor allem der Ertrag, weniger die Qualität wie beim Weizen“, ergänzt der Landwirt.

Aufgrund neuer Verordnungen würden effektive Düngungsstrategien bei Getreide und Raps immer wichtiger werden, wie Kerstin Fischer von N.U. Agrar bestätigt. Es gebe nun Phasen, in denen kein Stickstoffdünger mehr aufgebracht werden dürfe und die Obergrenzen von organischem Dünger seien deutlich heruntergesetzt worden.

Die Expertin aus Sachsen-Anhalt sieht aktuell Unterschiede zwischen dem Norden und Osten. „Bei uns hat man schon längst angefangen, die Gerste zu dreschen, während es auf Ostholsteins Feldern erst in den kommenden Tagen soweit ist.“ Darüber hinaus sei trotz etwas schlechterer Bodenqualität das Ertragsniveau hier deutlich höher. Das habe auch an den heftigen Unwettern in den südlichen Regionen gelegen. „Für uns aber war der Regen in der vergangenen Woche Gold wert“, resümiert Jürgen Rauert.

 Markus Billhardt

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