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Ostholstein Versäumnisurteil: „Carina“ muss Yachthafen Heiligenhafen verlassen
Lokales Ostholstein Versäumnisurteil: „Carina“ muss Yachthafen Heiligenhafen verlassen
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20:12 06.07.2017
21 Meter lang, zwei Masten: die „Carina“ am Yachthafen, Steg 1 a. Ansprechpartner ist Niclas Boldt. Quelle: Foto: Peter Mantik
Lübeck

Ein zähes Ringen findet vorerst ein Ende: Gestern wurde vom Amtsgericht Oldenburg ein Versäumnisurteil gesprochen. Die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) hatten einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Heiligenhafener Bürger Niclas Boldt sowie den SV Jade gestellt. Es ging im Kern um das Segelschiff „Carina“, das am 11. Juni im Yachthafen an Steg 1a festmachte, wo es bis heute liegt. Das Problem: Es gab und gibt weder einen Mietvertrag zur Nutzung des Liegeplatzes noch eine Vereinbarung mit dem Eigentümer HVB.

Richter Hans Herbert Filter veranlasste daher per Versäumnisurteil, dass der Segelverein Jade die „Carina“ vom Liegeplatz zu entfernen habe. Jedoch wurde der Antrag gegen Boldt zurückgezogen, da die HVB fälschlicherweise angenommen hatten, er sei an jenem Tag Bootsführer der „Carina“ gewesen. Anhand des Logbuches konnte Boldt belegen, dass am 11. Juni eine Bootsführerin aus Hannover die „Carina“ gesteuert habe. Andere Vertreter des SV Jade waren nicht im Gericht anwesend. Richter Hans Herbert Filter sagte zur Urteilsbegründung: „Das ist so, als würde jemand auf einem fremden Grundstück parken. Das geht ebenso wenig, wie dies nun mit der ,Carina’ im Yachthafen geschehen ist.“ HVB-Chef Manfred Wohnrade betonte: „Der Liegeplatz ist von uns an ein anderes Schiff vergeben worden. Durch die unerlaubte Belegung des Liegeplatzes durch die ,Carina’ ist uns ein wirtschaftlicher Schaden entstanden.“ Die HVB seien Eigentümer des Yachthafens und des Kommunalhafens.

Ob das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den HVB auf der einen und dem Segelverein Jade nebst Niclas Boldt auf der anderen damit beendet ist, bleibt fraglich. Richter Hans Herbert Filter erklärte zum aktuellen Urteil: „Der SV Jade kann natürlich Einspruch gegen das Versäumnisurteil erheben.“

Nicht behandelt wurde im Amtsgericht, weshalb und auf welchem Wege der „Carina“ am besagten 11. Juni die Rückkehr an den eigentlichen Liegeplatz im Kommunalhafen versagt wurde. Boldt erklärte: „Der ,Carina’ wurde die Rückkehr durch eine Person vom Verein Museumshafen verwehrt.“ Aus der Not heraus habe man das Schiff nach Rücksprache mit der Wasserschutzpolizei am besagten Steg 1a im Yachthafen festgemacht. Richter Filter stellte aber klar: „Die ,Carina’ hätte dort auf keinen Fall bleiben dürfen.“

Manfred Wohnrade äußerte sich grundsätzlich zu dieser Thematik wie folgt: „Wir haben dem SV Jade bereits vor eineinhalb Jahren mitgeteilt, dass wir mit dem Liegeplatz im Kommunalhafen eine Neubelegung vornehmen möchten.“ Der SV Jade war dem aber nicht nachgekommen. Boldt: „Beim SV Jade ist nie eine Kündigung eingegangen.“

Peter Mantik

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