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Ostholstein Verstand geschärft, Gefühle blockiert
Lokales Ostholstein Verstand geschärft, Gefühle blockiert
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18:13 15.08.2017
Actionreich mutet die Szene an. Was es damit auf sich hat, lässt sich noch diesen Monat erleben. Quelle: Foto: Tonio Keller

Sherlock Holmes ist ein Klassiker der Kriminalgeschichten. Doch diese Geschichte kennt man bisher noch nicht. Denn Constantin Stahlberg, Eigentümer des Kulturgutes Hasselburg bei Altenkrempe, hat sie unter Verwendung der bekannten Figuren von Conan Doyle neu erfunden.

„Sherlock“ ermittelt noch bis Ende August auf Gut Hasselburg.

Karten bei den LN

„Sherlock - Das Musical" wird noch vom 24. bis 27. August jeweils um 18 Uhr aufgeführt. Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen der LN, auch in Oldenburg, Hinterhörn 5.

Noch bis Ende August wird die Musical-Produktion in der Reetscheune aufgeführt. „Ich löse Verbrechen mit Leidenschaft auf Basis forensischer Wissenschaft und mit den Mitteln der Psychologie, diese Kombination gab es bisher noch nie!“, so Holmes vollmundig.

Natürlich wird er Holmes auch diesen Fall lösen – wenn auch erst im Altersheim, in dem sich alle Protagonisten zum Showdown wiederfinden. Doch neben dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse geht es in dieser Geschichte auch um Tieferes: die Liebe zwischen Mann und Frau auf gleicher Augenhöhe. Auch das muss in diesem Stück erst erkämpft werden, von den ersten Frauenrechtlerinnen in England.

Das verwirrt die Männer, sogar Sherlock Holmes, der Frauen als schwach, unselbstständig und beschützenswert einordnet. Die Begegnung mit der selbstbewussten Irene Adler verstört ihn, und seine konsequente Logik macht ihn blind für seine eigenen Gefühle. „Sie ist eine Frau ohne System, wie soll ein Genie das verstehn?“, fragt er. Ja, „auch ein Genie hat seine Schwächen, und eines Tages werden sie sich rächen.“

Auf Rache an den Männern allerdings sinnt die leidenschaftliche Sufragette Sylvie, und ausgerechnet sie ist es, die einem Mann rettungslos verfällt: dem obskuren Sir Timor Ray. Das ist fatal, bringt aber auch die Handlung in Fahrt.

Timor Ray, der niemand anderes ist als Holmes' diabolischer Gegenspieler Professor Moriarty (man beachte die gleichen Buchstaben), offenbart seine Philosophie am Beispiel des Schachspiels: „Während Weiß an das Gute im Menschen glaubt, steht Schwarz für den Satan, dem ist alles erlaubt.“

Das Musicalteam von Hasselburg (Musik: Constantin Stahlberg; Text und Regie: Gabi Blonski; Arrangements: Stefan Hiller; Choreografie: Lena Inter) hat sich bei seiner vierten Produktion selbst übertroffen. Die Texte sind geschliffen, die Melodien stimmig, die Choreografie geschmeidig, die Schauspieler überzeugend in ihren Rollen und als Sänger hinreißend. Ein Satz wie „Die Zeit ist jetzt reif“ (Irene) oder „Mein ganzer Halt ist deine Liebe“ mag als gelesener schlicht anmuten – mit klarer Stimme gesungen ist er eine Bombe.

Eine solche spielt auch in der Geschichte eine Rolle, und ob sie platzt, erfahren nur Besucher.

Weitere Infos auf www.hasselburg.de

Tonio Keller

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