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Ostholstein Vertrag für neue Orgel unterzeichnet
Lokales Ostholstein Vertrag für neue Orgel unterzeichnet
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20:34 24.02.2017
Sie haben den Orgelbau vertraglich besiegelt (vorne, v. l.): Pastor Jörn Lauenroth, Orgelbauer Dirk Eule und Oldenburgs Kirchenmusiker Matthias Voget. Darüber freuen sich auch (hinten, v. l.) die Pastoren Andreas Gruben und Ulf Teichmann sowie Dr. Rolf Olderog, Vorsitzender des Orgelbauvereins. Quelle: Fotos: Billhardt
Oldenburg

Es war für die evangelische Kirchengemeinde St.-Johannis ein ganz besonderer Moment. Endlich war er da, der Tag der Vertragsunterzeichnung für die neue Orgel. Begeistert hielten gestern Vormittag Pastor Jörn Lauenroth, Kirchenmusiker Matthias Voget und Orgelbauer Dirk Eule aus Bautzen im Gemeindehaus an der Wallstraße die unterschriebenen Papiere hoch. „Es ist schön, nun endlich auf eine neue Orgel zuzugehen“, brachte Pastor Lauenroth seine Freude zum Ausdruck.

Jahrhundert-Projekt für die St.-Johannis-Kirche wird jetzt konkret: Chef der Firma Eule aus Bautzen und Vertreter der Kirchengemeinde Oldenburg leisteten die entscheidenden Unterschriften.

Die finanziellen Mittel stünden zur Verfügung und das Formelle sei geregelt, sagte Matthias Voget. Jetzt sei es endlich soweit, darauf habe man gemeinsam lange hingearbeitet. „Die Erwartungen liegen jetzt bei uns, am 1. Advent 2018 erstmalig die Orgel erklingen zu lassen“, blickte Dirk Eule von der Orgelfirma Eule fast zwei Jahre voraus. Der stellvertretende Vorsitzende des Orgelbauvereins, Helmut Schwarze, wünschte dem Firmenchef viel Erfolg beim Entstehen des neuen Werks: „Wir hoffen, dass es ein sehr erfolgreiches wird.“

Seit vier Jahren hatte der Verein unermüdlich für dieses Projekt gekämpft. Wie anspruchsvoll, mühselig und aufwendig dieser Weg von der Idee bis zum Kaufvertrag für die neue St.-Johannis-Orgel allerdings war, das ließ der Orgelbauverein am Mittwochabend im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung Revue passieren. Vorsitzender Dr. Rolf Olderog, Pastor Jörn Lauenroth und Bischof a.D. Karl Ludwig Kohlwage als Ehrengast skizzierten noch einmal die Entwicklung.

Nur eine Handvoll Mitglieder, kaum Erfolge und viel Arbeit verteilt auf wenige Schultern – so sah der Beginn des Orgelbauvereins aus. Das Ziel, 100000 Euro einzusammeln, erschien selbst vielen Mitgliedern überaus ehrgeizig. Doch dann gewann das Projekt immer mehr Anhänger. Neue Mitglieder brachten frische Ideen mit: Benefizkonzerte von Kirchenmusiker Matthias Voget spülten jedes Mal rund 1000 Euro in Kasse. Der Orgelwein wurde auf den Markt gebracht, Geldspenden von Privatfeiern flossen, Ansteckbuttons und viele weitere Aktionen sorgten für nachhaltigen Erfolg. Jahr für Jahr rührten Rolf Olderog und sein Vorstandskollege Helmut Schwarze die Werbetrommel und sammelten schwungvoll um die 25000 Euro ein. Nicht ohne Stolz konnten beide jetzt mitteilen, dass inzwischen genau 95600 Euro auf dem Konto seien.

Wie viele Menschen an diesen Jahrhundertprojekt ehrenamtlich mitwirkten, zeigte auch das Engagement von Architekt Klaus Dörnen. Er hatte in monatelanger Arbeit mit der Firma Eule, Kantor Voget, der Kirche und dem Orgelbauverein den Prospekt (das äußere Erscheinungsbild) entworfen. Kenntnisreich erläuterte er an diesem Abend die vielen baulichen Facetten des neuen Instrumentes, das feierlich Ende 2018 in Betrieb genommen werden soll. So werde die Orgel anderthalb Meter von der Wand vorgerückt und komme wieder an seine ursprüngliche Position. Auch erhalte sie ihre historische Farbgebung zurück.

Um die Gesamtkosten in Höhe von rund 540000 Euro (400000 Euro kommen von der Kirche, der Rest vom Orgelbauverein) aufbringen zu können, gehen die Aktionen vorerst weiter. „Für uns ist jetzt nicht Schluss. Wir machen weiter bis zum Ende. Wenn die Orgel geweiht ist, dann ist unsere Arbeit getan“, betonte Schwarze. Als nächstes werden Sponsoren für die neuen Orgelpfeifen gesucht, die dafür mit einer Namensplakette verewigt werden. Nach dem Abbau der alten Marcussenorgel werden deren Pfeifen noch versteigert.

Der weitere Fahrplan sieht nun wie folgt aus: Am Reformationstag (31. Oktober) wird die Marcussenorgel das letzte Mal erklingen. Danach beginnt der Abbau des Instrumentes und der Umbau der Empore.

„Wir starten aber schon in diesen Tagen mit der Mensurausarbeitung, damit zum Herbst die Pfeifen gebaut werden können“, erläuterte Dirk Eule im Rahmen der Vertragsunterzeichnung.

Mitte nächsten Jahres werde die Orgel zunächst in der Werkstatt in Bautzen aufgestellt und getestet. Im August 2018 soll laut Plan der Firma Eule die neue Orgel schließlich per Lkw nach Oldenburg geliefert werden. Dann dauert es drei bis vier Monate, bis das Instrument aufgebaut ist. Dabei werde die klangliche Abstimmung auf den Raum vorgenommen, bis der nächste große Tag anstehe. Einweihung und Eröffnungskonzert sind dann für den 1. Advent 2018 geplant.

Markus Billhardt und Louis Gäbler

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