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Ostholstein Viel Arbeit für die Schloss-Praktikantin
Lokales Ostholstein Viel Arbeit für die Schloss-Praktikantin
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21:18 25.09.2013
Die Studentin Sophia Thormählen (links) erzählte gestern in der Eutiner Schlosskirche auch etwas vom „Auge Gottes“. Eine sechste Klasse aus Bad Oldesloe entdeckte es an der Decke sofort. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Ein nur fünf Seiten langer Praktikumsbericht? Das geht gar nicht. „Ich bin schon bei der 15. Seite, und es kommen noch einige dazu. Wenn ich den Bericht so lang schreibe, wie vom Professor vorgegeben, kann ich das Eutiner Schloss nicht so würdigen, wie es das verdient hat.” Derart selbstbewusst geht Sophia Thormählen in die letzten Tage ihres vierwöchigen Praktikums in Eutins größter Sehenswürdigkeit. Die 20-Jährige aus Hemmelsdorf machte im vergangenen Jahr ihr Abitur an der Cesar-Klein-Schule in Ratekau und begann danach in Rostock ein Studium für Geschichte, Medien und Kommunikationswissenschaft.

Als in „Geschichte“ die Suche nach einem Praktikumsplatz anstand, erinnerte sie sich an die Besuche bei ihren Großeltern in Eutin und daran, dass sie schon häufiger im Schloss war.

Andererseits sagte sie sich: „Vier Wochen in einem Museum können ganz schön langweilig werden.“ Sophia Thormählen bewarb sich trotzdem, wurde angenommen und weiß jetzt schon, dass ihr der Abschied sehr schwerfallen wird. „Hier im Museum gibt es nur nette Menschen. Ich wurde ständig mit einbezogen und wurde immer als ,Assistentin‘ vorgestellt“, erzählt sie.

Sophia Thormählen arbeitete in der Verwaltung, war aber auch bei Baubesprechungen, bei den Vorbereitungen von Hochzeiten und Großveranstaltungen, vor allem aber auch bei den Führungen dabei. Als sie ihre ersten eigenen Besucher durch das Schloss führen durfte, spürte sie: „Heute ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen.” Das Wissen über die Historie und über die vielen Geschichten, die sich in den dicken Mauern abspielten, eignete sich Sophia Thormählen zumeist selber an, zum großen Teil erzählten ihr aber die routinierten Eutiner Museumsführer und natürlich die Schlossherrin Dr. Juliane Moser davon.

Derart gut vorbereitet, trat sie auch gestern wieder vor ihr Publikum. 21 Schülerinnen und Schüler aus der Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule aus Bad Oldesloe waren ganz gespannt darauf zu erfahren, wie sich das Leben früher im Schloss abspielte, was die Herzogsfamilie und deren Angestellten sowie die Untertanen alles erlebten.

Juliane Moser, Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Eutin, beschäftigt pro Jahr etwa zwei Praktikanten. Aus eigenem Erleben weiß sie, wie wichtig die praktischen Erfahrungen sind. „Das, was wir alle im Studium lernen oder gelernt haben, hat doch nichts mit der Realität zu tun.“ Sie gibt zu: „Ich lasse die Praktikanten hier aber auch richtig arbeiten. Sie müssen nicht nur Kaffee kochen und Prospekte sortieren.“ Nur so könnten sie sich ein konkretes Bild von den Arbeitsabläufen im Schloss machen.

An ihre eigenen Praktika denkt Juliane Moser noch sehr gerne zurück. Besonders an die in den Sommersemestern auf Schloss Gottorf unter Anleitung von Professor Dr. Heinz Spielmann. In guter Erinnerung ist ihr zudem das Sotheby‘s-Büro in München. „Eines Tages stand ich mit einem Mann im Fahrstuhl und dachte: ,Den kennst du doch‘.“ Plötzlich wusste sie es: Es war Victor von Bülow, alias Loriot.

Für Sophia Thormählen hat Juliane Moser noch einen wichtigen Tipp für den weiteren Berufsweg: „Bewerben Sie sich nur an den besten Adressen. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“

Christina Düvell-Veen

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