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Ostholstein Viel Lob für das Kleingärtnerwesen
Lokales Ostholstein Viel Lob für das Kleingärtnerwesen
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21:12 28.05.2016
Miriam Wolters (l.) und Whitney Schwark vertreten die Deutsche Schreberjugend. Quelle: Fotos: Peyronnet

Vielleicht liegt es daran, dass Kleingärtner sonst ständig draußen sind. Die Gäste beim 70. Schleswig-Holsteinischen Kleingärtnertag harrten ohne zu murren 15 Grußworte und einen kurzen Festvortrag lang in den schummerigen Eutiner Schlossterrassen aus, während draußen auf der LGS im strahlenden Sonnenschein das Gartenleben pulsierte. Aber das, was von den vielen Redner gesagt wurde, streichelte die Kleingärtnerseele, und so drängte es offenbar niemanden, endlich hinaus zu dürfen.

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Landesverband Schleswig-Holstein traf sich in Eutin auf der Landesgartenschau zum 70. Verbandstag.

Eine breite Bewegung

33 500 Kleingärtner sind im Landesverband der Gartenfreunde Schleswig-Holstein organisiert. Der Bundesverband der Kleingärtner umfasst rund eine Million Mitglieder.

200 Kleingartenvereine gibt es in Schleswig-Holstein

2,2 Menschen pro Kleingarten verbringen rein statistisch ihre Freizeit im Grünen. Damit verstehen sich die Kleingärtner als starke Gruppe innerhalb der Bevölkerung.

Trotz des demografischen Wandels, stellte der Landesvorsitzende Hans-Dieter Schiller aus Lübeck fest, seien der Landesverband und die Kleingärtner-Bewegung gut aufgestellt. „Es gibt viele Faktoren, die das Kleingärtnerwesen attraktiv machen.“ Die Natur erhalte wieder einen Erlebnischarakter, das biologische Gärtnern sei angesagt. Das spießige und altbackene Image der Kleingartenvereine gebe es nicht mehr. Dennoch hat Schiller noch Wünsche: „Es ist ganz wichtig für uns, dass die Politik in Schleswig-Holstein unsere ehrenamtliche Arbeit unterstützt.“

Damit kann es so schlecht nicht bestellt sein. Politikprominenz aus Bund, Land, Kreis und Stadt war zum Kleingärtnertag gekommen. Für die Landesregierung hielt Silke Schneider, Staatssekretärin im Kieler Landwirtschafts- und Umweltministerium, den Festvortrag, den sie knapp hielt. „Kleingärtner entwickeln sich stetig weiter und greifen soziale Herausforderungen auf“, stellte Schneider fest, etwa bei der Inklusion und der Integration. Außerdem „bringen sie mehr Natur und mehr Vielfalt in die Städte“. Dennoch, so auch Schneiders Diagnose, werden diese Leistungen nicht überall ausreichend wahrgenommen. Die Staatssekretärin rief den Kleingärtnern zu: „Intensivieren sie Ihre Öffentlichkeitsarbeit, auch in den neuen Medien. Untermauern Sie Ihre Existenzberechtigung.“

Viele weitere lobende Worte gab es von den anderen Rednern. Dass die Kleingärtner nicht nur ihre eigenen Flächen bewirtschaften, sondern auch zur Landesgartenschau einen großen Teil beigetragen haben, wurde immer wieder herausgestellt. „Die Kleingärtner bereichern die Landesgartenschau ganz wesentlich“, sagte der Eutiner Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU) in seinem Grußwort. Ja, sie sind sogar nah am Herzen, wenn nicht sogar das Herz der Gartenschau: Der Musterkleingarten im Küchengarten war auch gestern wieder gut besucht. Das Interesse an Beeten, Laube und allerlei Garttenmobiliar ist groß. Auf der rustikalen Schaukel nahmen auch gern Miriam Wolters, die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Schreberjugend, und die Vorsitzende der Schreberjugend Hamburg, Whitney Schwark, Platz. Die Schreberjugend ist Partner des Bundes Deutscher Gartenfreunde und repräsentierten die junge Kleingartenbewegung – mit Umweltbildung, Ferienfreizeiten, etwa im September zum Thema Wald, und internationalen Begegnungen, so Wolters.

Ehrungen gab es auch. Für ihre Verdienste um das Kleingärtnerwesen wurden Adolf Borchert (Herzogtum Lauenburg), Arnold Jessen (Dithmarschen), Manfred Carstens (Harrislee) und Hans Hellwig (Steinburg) ausgezeichnet.

Susanne Peyronnet

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