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Ostholstein Viel zu sehen — aber nicht in Ostholstein
Lokales Ostholstein Viel zu sehen — aber nicht in Ostholstein
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15:12 09.09.2016

Am kommenden Sonntag ist wieder in ganz Deutschland „Tag des offenen Denkmals“. Die Idee: An diesem Tag sollen sonst meist verschlossene Bauten der Öffentlichkeit präsentiert werden, um für die Denkmalpflege zu werben. Das aktuelle Motto lautet „Handwerk, Technik, Industrie“, gezeigt werden vor allem alte Gewerke und steinerne Zeugen der Industriegeschichte. Mehr als 7700 Baudenkmale, Stätten und Parks sind bundesweit zu erleben. Im Kreis Ostholstein gibt es allerdings kaum etwas zu sehen.

In der Liste der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“, die dieses Ereignis koordiniert, findet sich nur ein Angebot aus dem Kreis: die Basilika in Altenkrempe. Ostholstein liegt mit dieser Schmalspur-Beteiligung in Schleswig-Holstein zusammen mit Dithmarschen und Neumünster ganz hinten. Im Kreis Herzogtum Lauenburg machen 33 Objekte beim „Tag des offenen Denkmals“ mit, im Kreis Steinburg 18, in Rendsburg-Eckernförde 14. Klarer Spitzenreiter ist Lübeck mit 41 Beteiligungen. Angeboten wird etwa eine Barkassenfahrt zur Industriegeschichte am Wasser. Auf der Wallhalbinsel lässt sich ein sonst nicht geöffneter Bockdrehkran von 1893 oder das sonst nur auf Anfrage zugängliche Feuerschiff „Fehmarnbelt“ besichtigen. Insgesamt sind im Land 176

Baudenkmale für den Denkmaltag gelistet.

Warum in diesem Jahr in Ostholstein die Resonanz so schwach ist, war nicht zu klären. Beim Landesamt für Denkmalpflege in Kiel hieß es, man motiviere Veranstalter und Denkmal-Eigentümer zur Teilnahme. Die Koordination vor Ort sei jedoch Sache der unteren Denkmalschutzbehörden, also der Kreise. Die Kreisverwaltung in Eutin musste passen. Es lägen keine Informationen über die Gründe der mangelnden Beteiligung vor. Die Eigentümer von Denkmälern könnten frei entscheiden, ob sie am Denkmaltag teilnehmen. Möglicherweise sei die magere Resonanz thematisch bedingt. In den vergangenen Jahren hatte der Denkmaltag in Ostholstein meist ein großes Echo gefunden. pet

Führung durch St. Michaelis
Sie steht zwar nicht auf der Liste zum „Tag des offenen Denkmals“, öffnet aber aus diesem Anlass dennoch ihre Türen: die Eutiner Michaeliskirche. Am Sonntag ist sie zunächst zum Gottesdienst um 10.30 Uhr und zusätzlich am Nachmittag von 14.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.
Die Michaeliskirche ist das älteste Gebäude der Stadt, gebaut wurde sie im 13. Jahrhundert. Wichtige bauliche Veränderungen erfolgten im Laufe der Jahrhunderte. 2006 und 2007 wurde die Kirche gründlich renoviert.
Für interessierte Besucher wird um 14.30 Uhr eine Führung angeboten. Aber auch anschließend stehen Kirchenhüter für Fragen zur Verfügung. Besondere Aufmerksamkeit wird die zur Zeit stattfindende Renovierung des Bahr-Epitaphs finden. An Modellteilen können Besucher zudem versuchen, die Michaeliskirche nachzubauen — mit Unterstützung durch Kinderkirchenführer.

LN

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