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Ostholstein Baugebiete an allen Ecken und Enden
Lokales Ostholstein Baugebiete an allen Ecken und Enden
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16:03 16.01.2019
Auf dem Grundstück Ecke Segeberger Straße (B432)/Kirchstraße in Gnissau ist der Bau von mehreren Einfamilienhäusern geplant. Quelle: Peyronnet
Ahrensbök/Gnissau/Cashagen

Für die Gemeinde Ahrensbök ist es lebenswichtig, neue Einwohner hinzuzugewinnen. Die Gemeinde liegt gerade mal knapp oberhalb der 8000-Einwohner-Grenze, unter der es keine Selbstständigkeit mehr gibt. Ein Schicksal, das bereits Süsel und Bosau ereilt hat. „Wir haben klar erkannt, dass die Einwohnerzahl besorgniserregend niedrig ist“, sagte Bürgervorsteher Hans-Joachim Dockweiler (CDU) am Sonntag beim Neujahrsempfang der Gemeinde. So wie Zahl jetzt sei, reiche sie langfristig nicht aus, damit Ahrensbök seine Eigenständigkeit und seine Schule erhalten könne. „Die Gemeinde muss auf jüngere Familien zugehen. Dafür brauchen wir baureife Grundstücke.“

Die Nachfrage ist da. Das Angebot nicht. Deshalb haben sich die Gemeindevertreter in den vergangenen zwei Jahren daran gemacht, Grundstücke zu finden. Mit Erfolg. Ahrensbök ist dabei, den Nachholbedarf bei Wohnflächen aufzuholen.

Einige Grundstücke haben die Politiker gefunden, und als ob es eine Initialzündung gewesen sei, sind plötzlich auch von anderen Seiten Projekte an die Gemeinde herangetragen worden. Für einige Vorhaben hat der Planungsausschuss am Dienstag grünes Licht gegeben. Über andere berichtete Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) beim Neujahrsempfang.

Gnissau, Kirchstraße

Auf dem Gelände eines inzwischen abgerissenen Bauernhofes und seiner daran angrenzenden Koppel plant ein Investor den Bau von Einfamilienhäusern. Die Hanseatische Hausbau GmbH aus Lübeck hat die Werbeschilder für ihre Massivhaus-Typen bereits vielfach am Zaun um das Gelände aufgehängt. Im Planungsausschuss erläuterte Geschäftsführer Tim Lorenzen, dass 20 Einfamilienhäuser geplant seien und dass es zur B 432 hin einen drei Meter hohen Lärmschutzwall und ein Stück ebenso hohe Lärmschutzmauer geben werde. Ausschussmitglieder hatten hinsichtlich des Lärmschutzes Besorgnis geäußert.

Gleich gegenüber an der Ecke Segeberger Straße/Kirchstraße ist ebenfalls eine Fläche frei geworden. Ein im vergangenen August ausgebranntes altes Haus ist inzwischen abgerissen worden. Ob und wann dort gebaut wird, ist allerdings unklar. Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Zimmermann hat es bisher vonseiten der Eigentümer noch keine Gespräche mit der Gemeinde gegeben. Der Abriss ist aber auch noch ganz frisch.

Cashagen, Dorfallee

1,3 Hektar reine Baufläche stehen auf einem kleinen Baugebiet im Dreieck zwischen Bolzplatz, Im Winkel und Dorfallee in Cashagen bereit. Dort ist Platz für 18 Einfamilienhäuser. Aber, sagte Zimmermann: „Da ist im Moment ein bisschen Stillstand.“

Ahrensbök, Löhnskoppel

Auf dem 4,6 Hektar großen gemeindeeigenen Gelände, zurzeit eine Ackerfläche, sind 74 Bauplätze vorgesehen. Allerdings gibt es heftigen Widerstand der Bewohner einer benachbarten, schon etwas älteren Neubausiedlung. Das Bauplanungsverfahren hat gerade erst begonnen, in diesem hat jeder die Möglichkeit, seine Anregungen und Bedenken vorzubringen. Ob wirklich auf der Löhnskoppel gebaut wird, ist noch offen. Zimmermann: „Die Gemeindevertretung könnte sagen: Wir wollen das nicht. Das Ganze ist im Fluss.“

Ahrensbök, Grüner Redder

Am neuen Friedhof, oberhalb der Kapelle, soll ein Kindergarten gebaut werden. Der läge ideal nahe am geplanten Neubaugebiet Löhnskoppel. Eventuell ist auf dem Gelände auch eine Wohnbebauung denkbar, der Platz dafür wäre da. In einem ersten Planungsentwurf sind zwei Mehrfamilienhäuser im Eck Waldstraße/Grüner Redder eingezeichnet.

Ahrensbök, Apfelgarten

21 barrierefreie Wohnungen für das Projekt „Alte Mühle“ will eine Ahrensböker Genossenschaft auf der Apfelwiese hinter dem Grünen Kaufhaus bauen. Die Pläne sind bereits recht weit gediehen, der Kaufvertrag ist unterschrieben. Zurzeit werden dort Bäume gefällt. Die Wohnanlage soll vor allem älteren Ahrensbökern ermöglichen, aus ihren Einfamilienhäusern in geeignete Wohnungen umzuziehen, ohne den Ort verlassen zu müssen. Das Interesse ist nach Angaben der Genossenschaft groß.

Ahrensbök, Kirchhof

Zwischen Lübecker Straße, Kirche und dem Fahrradladen von Klaus Röhr liegt in zweiter Reihe ein Stück Brachfläche, das der Gemeinde gehört. Eine Bauherrengemeinschaft, die sich noch finden muss, könnte dort 13 Eigentumswohnungen in zwei Gebäuden bauen. Volker Holtermann, Geschäftsführer des auf solche genossenschaftlichen Vorhaben spezialisierten Projektentwicklers PlanW, erläuterte im Ausschuss, wie das konkret vor sich geht. „Man baut zusammen Häuser und nutzt Dinge gemeinsam in aktiver Nachbarschaft.“ Das Lübecker Architekturbüro Mißfeldt-Kraß hat bereits konkret geplant, wie die beiden geschwungenen Baukörper am Fuß der Marienkirche aussehen sollen. Der Ausschuss stimmte dafür, das Projekt fortzusetzen.

Ahrensbök, Am Spannbrook

Viele kommen jeden Tag daran vorbei, aber kaum jemand hat das Areal im Blick: Oberhalb des Penny-Marktes liegt eine Fläche, die ebenfalls der Gemeinde gehörte. Sie hat es an einen Investor verkauft, der dort eine Wohneinrichtung für Senioren, auch für pflegebedürftige Bewohner, errichten will. Das freut den Bürgermeister besonders, weil es dann endlich eine Möglichkeit für betagte Ahrensböker geben werde, um im Ort wohnen zu bleiben.

Barghorst, Tegelkamp

Sozial, gemeinschaftlich, ökologisch und alles andere als abgeschottet will das Wohnprojekt sein, das eine Genossenschaft auf dem Gelände Tegelkamp an der Bauschule verwirklichen will. Innerhalb der kommenden zehn Jahre, so der Plan, sollen 70 bis 80 Grundstücke bebaut werden.

Susanne Peyronnet

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