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Vier Kandidaten — vier Mal rosige Zukunft für Malente

Malente Vier Kandidaten — vier Mal rosige Zukunft für Malente

Auch die zweite Vorstellungsrunde der Bürgermeister-Bewerber sorgt für vollen Saal.

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Zweite Vorstellung der Bürgermeister-Kandidaten für Malente: Christian Witt (v. l.), Hans-Werner Salomon, Tanja Rönck, Jörg Meyer.

Quelle: Petersen

Malente. Das Interesse der Malenter, die vier Kandidaten für das Bürgermeisteramt im direkten Vergleich zu erleben, ist ungebrochen. Auch die zweite Vorstellungsrunde von Jörg Meyer (SPD), Tanja Rönck (parteilos), Hans-Werner Salomon (CDU) und Christian Witt (parteilos) sorgte am Dienstag Abend in Neukirchen für ein volles Haus. Alle Stühle waren besetzt im Saal im Neukirchener Hof. Rund 150 Bürger waren gekommen. Das Themenspektrum reichte von der so genannten Regensteuer über die künftige Struktur der Feuerwehren bis zur Frage, wie Malente für Jugendliche attraktiver werden kann. Die meisten Fragen zielten jedoch auf die weitere Entwicklung des Tourismus.

Noch einmal vor der Wahl am 29. Mai treten die Kandidaten zusammen auf: am Donnerstag, 19. Mai um 19 Uhr in der Alten Schule Benz.

„Mein Ziel: Malente liegt noch vor Eckernförde.“ Jörg Meyer, SPD

Von den Kandidaten gab es dazu einen bunten Ideen-Strauß. SPD-Bewerber Meyer entwickelte die Vision eine Skyline-Bar auf dem Dach des in die Jahre gekommen Intermar-Hotels. Auch eine Erlebnis-Bonbon-Kocherei oder Destillerie wie in Eckernförde kann sich der Mann aus Eckernförde gut in Malente vorstellen. Die von den Freien Wählern unterstützte Rönck brachte eine Markthalle mit regionalen Produkten und freies WLan in der Bahnhofstraße ins Gespräch. Ein schlüssiges Konzept und eine tolle Vermarktung müssten her. Ein wenig auf die Euphorie-Bremse traten Witt und Salomon.

Ideen hätten alle und es gebe viele. Man solle sich mal darauf besinnen, eins nach dem anderen abzuarbeiten, empfahl Einzelbewerber Witt. „Ideen sind wunderbar“, befand ebenso CDU-Mann Salomon, nur müsse man immer jemanden finden, der sie umsetzt.

Zugleich verteidigte Salomon seine Idee, die alte Bahntrasse nach Lütjenburg im Bereich Malente zu erwerben, um sie als Fahrbahn zur Entlastung der Bahnhofstraße zu nutzen. Solange der Verkehr durch die Bahnhofstraße rolle, werde die niemals Touristen-freundlich und attraktiv. Eine Idee ist offenbar schon herangereift. „Ein neuer Stellplatz für Wohnmobile ist in Arbeit: Lassen Sie sich überraschen“, stellte CDU-Fraktionschef Salomon in den Raum, ohne Näheres zu verraten.

Nahezu einig war sich die Runde, dass sich Malente vom touristischen Vermarkter, der Glücksburg Consulting AG (GLC), trennen sollte. „Wir brauchen eine eigenständige Marke und sollten uns selbst vermarkten“, formulierte Rönck. Auch Witt und Meyer sehen es so. Salomon dämpfte. Die Entscheidung treffe die Gemeindevertretung, wenn der Vertrag mit GLC auslaufe. Man sollte jetzt nicht einen Betrieb zerreden, der in der Gemeinde arbeite. Völlige Übereinstimmung gab es zur Zukunft des maroden Holzbergturms. Alle Kandidaten halten den Aussichtsturm für eine große Attraktion. Die Gemeinde sollte ihn dem Verschönerungsverein abkaufen, reparieren oder ersetzen, sollte die Instandsetzung zu kostspielig sein.

Ob es denn bei den jetzigen Ortswehren bleibe oder die Kandidaten Zusammenschlüsse befürworteten, wollte eine Bürgerin wissen. Und ob womöglich auch in Malente eine Feuerwehr-Pflicht wie im nordfriesischem Friedrichstadt drohe. Das Bewerber-Quartett konnte beruhigen. Zwangverpflichtungen wegen fehlenden Nachwuchses seien in der Gemeinde nicht erforderlich. Im Gegenteil: „Personell sind wir auf dem aufsteigenden Ast“, wusste Rönck zu berichten. Unisono fiel das Nein zur Zusammenlegung von Ortswehren aus, jedenfalls solange es sich vermeiden lasse. Derzeit sei das kein Thema. Salomon aber hielte es für richtig, schon jetzt mit den Wehrführern darüber zu sprechen, wie die Struktur 2030 aussehen soll.

An der Niederschlagswassergebühr, gemeinhin als Regensteuer bezeichnet, will keiner rütteln. Sie sei beschlossen und werde umgesetzt. Steuererhöhungen angesichts der tristen Kassenlage Malentes lehnten alle ab. Einig war sich die Runde ebenso, dass die Gemeinde mehr für die Jugend tun müsse. Nur was?

Witt machte sich für einen Jugend- und Kulturkreis stark, in dem Jugendliche ihre Projekte umsetzen können. Meyer denkt an ein Sport- und Jugendzentrum und möchte einen Jugendbeirat einrichten. Der wiederum ist für Rönck „einfach nicht mehr modern.“ Sie warb für direkten Austausch, auch über Facebook. Salomon will einen festen Ansprechpartner für die Jugend im Rathaus installieren. Dass öffentliche Feiern über 23 Uhr hinaus möglich sein müssen, versicherten alle zusammen. Den Kontakt zu den Dorfvorständen halten selbstverständlich auch alle für wichtig. Salomon plädierte für Entwicklungskonzepte für jedes Dorf, die vor Ort selbst aufgestellt werden. Auch mehr finanzielle Eigenständigkeit sei vorstellbar.

Egal, wer die Wahl gewinnt, Malentes Zukunft wird rosig sein. Das wurde jedenfalls offenbar, als die vier skizzieren sollten, wie die Gemeinde in 20 Jahren aussehen soll. Das Paradies auf Erden schien auf einmal ganz nah.

Von Arnold Petersen

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