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Ostholstein Vier Monate für Timmendorfer Messer-Attacke
Lokales Ostholstein Vier Monate für Timmendorfer Messer-Attacke
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21:14 24.08.2016

Ein Angriff mit einem Messer auf einen aus dem Libanon stammenden Mann – dieser Fall hatte im März dieses Jahres für Empörung in Timmendorfer Strand gesorgt. Gestern folgte das juristische Nachspiel vor dem Amtsgericht in Eutin: Der 42-jährige Angeklagte wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund der Tat sei, entgegen anfänglicher Vermutungen, nicht erkennbar, so die Einschätzung des Gerichtes.

„Ich hatte Angst. Ich habe dem Mann doch nichts getan.“Das Opfer Hashim K.

Er habe Todesangst verspürt, schilderte das Opfer der Attacke, der 45-jährige Hashim K. (Name geändert), der die deutsche Staatsangehörigkeit hat. An einem Sonntagabend sei er dem Angeklagten Thomas B. (Name geändert) in der Lübecker Straße begegnet und von diesem bepöbelt worden. „Jalla, jalla“, habe Thomas B. ihm zugerufen (in etwa: „Schnell, schnell“ oder „Komm schon“), „Verpiss dich“, „Geh nach Hause“, und dazu bedrohliche Gesten gemacht. Nach einer kurzen gegenseitigen Beschimpfung sei er weitergegangen, so Hashim K.

Wenig später trafen die Männer in der Bahnhofstraße erneut aufeinander. Er habe die Straßenseite gewechselt, schilderte Hashim K., den das Erlebte gestern immer noch sichtlich aufwühlte. Thomas B.

sei hinterhergekommen und habe versucht, ihn mit einem Klappmesser in den Hals zu stechen. Er habe den Angriff abgewehrt, indem er den Arm des Täters festhielt, so der 45-Jährige. Dennoch erlitt Hashim K. eine leichte Wunde am Hals. „Ich habe den Mann dann geschubst und bin weggelaufen“, so das Opfer weiter. Hashim K. konnte eine Autofahrerin auf sich aufmerksam machen, die einen Taxifahrer informierte, der die Polizei rief.

Thomas B. wurde wenig später in der Nähe des Tatorts von Beamten entdeckt und leistete bei seiner Festnahme einigen Widerstand. Er könne sich kaum an die Geschehnisse erinnern, erklärte er gestern, da er „total besoffen“ gewesen sei. Eine Flasche Jägermeister habe er an diesem Tag getrunken, so der 42-Jährige. Der damalige Alkoholtest kurz nach der Tat hatte 1,94 Promille ergeben. Man habe sich angerempelt, berichtete der Angeklagte, und später sei der Streit eskaliert. Er bestritt allerdings mehrfach, dass sein Messer ausgeklappt gewesen sei, wie es Hashim K. erklärt hatte – er sei lediglich mit dem geschlossenen Messer auf sein Opfer losgegangen. Zudem sei er keineswegs von Fremdenhass getrieben worden, so Thomas B. – „Meine besten Freunde sind Ausländer“ – und er habe auch kein Alkoholproblem.

Ob das Messer ausgeklappt gewesen sei oder nicht, könne nicht festgestellt werden, befand die Staatsanwältin. „Sicher ist aber, dass das Opfer um sein Leben gefürchtet hat.“ Da Thomas B. vom Alkohol enthemmt gewesen sei und nicht vorbestraft ist, kam er mit vier Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 1000 Euro davon – glimpflich, wie Richter Otto Witt betonte: „In diesem Verfahren ist noch sehr pfleglich mit Ihnen umgegangen worden“, beschied er Thomas B.

latz

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