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Ostholstein Vier statt acht Flächen für Kiesabbau
Lokales Ostholstein Vier statt acht Flächen für Kiesabbau
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22:14 15.04.2016

Sollte es erneut Kiesabbau in der Kommune geben, dann will die Gemeinde Ratekau das Heft des Handelns in der Hand behalten. Sie will bestimmen können, wo Abbau möglich ist und wo nicht. Mit großer Mehrheit stimmten die Kommunalpolitiker für eine Änderung des Flächennutzungsplanes zur Konzentrationsflächenplanung für den Kiesabbau.

„Alleine heute hatte ich zehn Stellungnahmen aus Sereetz in der Post.“Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller

Am Donnerstag beschäftigte sich zunächst der Ausschuss für Umwelt, Natur, Energie und Bauen, anschließend die Gemeindevertretung mit diesem in der Gemeinde heiß diskutierten Thema. Bei den Abstimmungen votierten die Fraktionen von SPD, BFG und Bündnis 90/Die Grünen für die Änderung, die CDU war stets dagegen. In beiden Sitzungen verließ Richard Lienshöft (CDU) als Befangener den Saal.

Mitarbeiter der Verwaltung hatten vorsorglich weitaus mehr Stühle als üblich platziert, rechneten sie doch mit einem Ansturm von Zuhörern. Den aber gab es nicht. Dennoch berichtete Bürgermeister Thomas Keller (parteilos): „Alleine heute hatte ich zehn Stellungnahmen aus Sereetz in der Post.“ Diese wie alle anderen auch sollen in den nächsten Verfahrensschritten mit eingearbeitet werden.

Keller berichtete von dem Antrag eines Unternehmers auf Kiesabbau und davon, dass eine Gemeinde dies zulassen müsse, wenn Kies vorhanden sei. Sie könne es grundsätzlich nicht verhindern, dürfe die Genehmigungen auch nicht verzögern, könne aber steuernd eingreifen. „Wir müssen den regionalen Bedarf an Kies decken, wissen aber gar nicht, wie hoch der ist“, beschrieb Keller ein Dilemma. Auf jeden Fall müsse ein rechtssicherer Flächennutzungsplan vorgelegt werden.

Vertreter der von der Gemeinde beauftragten Lübecker Firma Prokom berichteten den Kommunalpolitikern aus dem von ihnen erstellten Gutachten, dass von den ursprünglich vorgesehenen acht potentiellen Konzentrationsflächen inzwischen vier übrig geblieben sind. Die zusammen 110,6 Hektar sind in Sereetz Nord, in den Ratekauer Kiefern, in Tiefende und in Luschendorf.

Gaby Braune (Bündnis 90/Die Grünen) sagte: „Keiner von uns hier möchte Kiesabbau.“ Wichtig sei aber, dass die kommenden Regelungen auf sicherem Fundament stehen. Corina Harnack (BFG) bezeichnete es als „wichtig, dass wir zeitnah etwas machen“, und auch Heinz-Klaus Drews (CDU) forderte einen rechtssicheren Flächennutzungsplan. Karl-Heinz Georg (SPD) mahnte, auch die Erschließung der Kiesabbaugebiete mit dem Lkw-Verkehr im Blick zu haben.

Kellers Resümee: „Wir brauchen saubere, nachvollziehbare Kriterien. Dann haben wir gute Karten vor Gericht.“

Von Christina Düvell-Veen

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