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Ostholstein Vierter Großbrand: Angst vor Feuerteufel in Süsel
Lokales Ostholstein Vierter Großbrand: Angst vor Feuerteufel in Süsel
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20:28 14.05.2018
Die landwirtschaftliche Lagerhalle stand lichterloh in Flammen. Zu retten war von dem Gebäude nichts mehr. Quelle: Fotos: Arne Jappe (2)
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Zarnekau

60 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen an. Um 21.50 Uhr entdeckten Anwohner das Feuer in der Alten Dorfstraße und riefen die 112 an. Sofort eilten Einsatzkräfte aus Zarnekau, Röbel, Bujendorf und eine Einheit aus Eutin zum Einsatzort. Doch die Halle war nicht mehr zu retten. „Bei unserem Eintreffen stand das Gebäude bereits im Vollbrand“, sagt der Süseler Gemeindewehrführer Rolf Müller.

Schon wieder ein Großfeuer in der Gemeinde Süsel, dieses Mal in der Dorfschaft Zarnekau. In der Alten Dorfstraße stand in der Nacht zu Montag eine 15 mal 18 Meter große landwirtschaftliche Lagerhalle lichterloh in Flammen. Verletzt wurde niemand.

„Bei unserem Eintreffen stand das Gebäude bereits im Vollbrand. Rolf Müller

Gemeindewehrführer

Zeugen gesucht

Die Kripo in Eutin hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie bittet Zeugen, sich unter unter Telefon 04521/8010 zu melden.

Zunächst galt es, ein benachbartes Wohnhaus und ein Waldstück vor den Flammen und dem enormen Funkenflug zu schützen. Mittels einer Wasserwand gelang dies. In dem Haus lebt Vera Waschow. „Bis halb vier stand ich am Fenster“, berichtet sie am Morgen danach. „Ich sah die ersten Sachen schon fliegen, das war nicht ohne.“ Sie habe wegen der herumwirbelnden Gebäudeteile und Funken Angst um ihr Haus gehabt, zumal noch ein großer Holzstoß im Garten liegt. Was Vera Waschow und ihre Nichte Gudrun Waschow aus Röbel aber noch mehr beschäftigt, ist die Frage, ob wieder ein Feuerteufel in Zarnekau und Umgebung unterwegs ist. „Das ist doch nicht normal. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu“, sagt Gudrun Waschow.

Der Brand der Lagerhalle in Zarnekau war bereits das zweite Großfeuer innerhalb von zwei Wochen in der Gemeinde Süsel, das vierte Großfeuer in diesem Jahr. Erst vor neun Tagen brannte das Schützenhaus in Bujendorf bis auf die Grundmauern nieder. Anfang des Jahres hatte es in Bujendorf in einer Autowerkstatt gebrannt, im Februar dann in einem Schuppen in Zarnekau bei Segellegende Christian Sach. Bei beiden Feuern war ein technischer Defekt die Ursache. Für das Bujendorfer Schützenhaus ist sie noch nicht geklärt. Auch die Brandursache bei der Lagerhalle ist noch offen. Die Kripo untersuchte gestern den Brandort.

Erinnerung an Brandserie

2013 hatte eine Brandserie Zarnekau und Umgebung in Atem gehalten. Es hatte 13 Mal in fünf Monaten gebrannt. Rundballenlager, Carports und am Ende ein Kinderwagen im Keller eines Mehrfamilienhauses waren angezündet worden. Dann riss die Serie ab. Sie konnte nach Angaben der Lübecker Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst nie aufgeklärt werden.

In der landwirtschaftlichen Lagerhalle in Zarnekau befanden sich Heu und Stroh sowie Geräte. Nach Polizeiangaben lagerte dort auch Heizöl. Von mehreren Seiten kämpften die Männer und Frauen der Feuerwehr gegen die Flammen. Die Wehren mussten mehrere Hundert Meter Schlauch verlegen, um genügend Wasser an die Einsatzstelle zu bekommen. „Wir haben das THW Eutin alarmieren lassen, um die Mauern einzureißen“, erklärt Müller das weitere Vorgehen der Feuerwehr. Nach Angaben von Maik Kramp, Ortswehrführer von Zarnekau, waren zwei Bagger und ein Radlader dabei, um Mauern ein- und 60 Strohballen auseinander zu reißen.

Feuerwehrleute von

der Arbeit freigestellt

Kramp war gestern Vormittag wieder am Brandort. Geschlafen hatte er noch nicht. „Ich war bis 8.30 Uhr vor Ort“, erzählt er, und dass er an diesem Montag nicht zur Arbeit muss. Sein Arbeitgeber Gollan hat ihn freigestellt. Auch elf weitere Feuerwehrleute aus Zarnekau und etliche aus anderen Wehren bekamen gestern von ihren Chefs frei. Den erneuten Brand in seinem Dorf sieht Kramp mit Sorge. Ob der Feuerteufel wieder aktiv geworden ist? „Ich hoffe nicht.“

Arne Jappe und Susanne Peyronnet

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