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Ostholstein Vision eines Fehmarntunnels: Wie realistisch ist die Idee?
Lokales Ostholstein Vision eines Fehmarntunnels: Wie realistisch ist die Idee?
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01:20 25.09.2016
Dieser Entwurf eines Fehmarntunnels stammt vom Architekturbüro eines Urlaubers, der sich damit in die FFBQ-Diskussion einbringt. Quelle: Plus+ (hfr)

„Heute ist doch nicht der 1. April, oder?“ Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) hatte gerade von den LN die Vision eines Fehmarntunnels, der in Puttgarden ansetzt und am südlichen Ende der Insel endet, zugesandt bekommen. Der Verwaltungschef der Sonneninsel musste den Inhalt dieser für ihn neuen Vision erst einmal sacken lassen.

Ähnlich reagierte Hendrick Kerlen vom Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung. „Es gab ja im Volksmund schon immer scherzhaft geäußert die Idee eines Tunnels, der bei Heiligenhafen beginnt und bis zur dänischen Grenze geht.“ Diesem neuerlichen und sicher ernster gemeinten Ansatz gewinnt Kerlen auch positive Aspekte ab, wenngleich er ihn „als unrealistisch“ bezeichnet. Die Kosten seien sicher immens. „Wenn man unbedingt eine feste Querung will, wovon ich nicht überzeugt bin, ja dann kann der Bohrtunnel doch gleich von Rødby bis Großenbrode gehen.“ Für ihn mache das alles auch nur dann Sinn, wenn die Nutzung eines solchen Tunnels für die Verbraucher kostengünstig sei. „Aber wer will das bezahlen? Der Staat?“, fragt Kerlen.

Lärm und Abgase der Autos würden gegenüber der heutigen Belastung deutlich verringert werden.“ Frank Meyer zur Heide, Ingenieur Quelle: hfr

Den Entwurf hat Architektin Anne Wochnik vom Büro „Puls+“ aus Detmold erstellt. Geschäftsführer Frank Meyer zur Heide hat den Anstoß gegeben. Denn sein Herz schlägt als Urlauber seit zehn Jahren für Fehmarn. Er hat die Diskussionen um die feste Querung verfolgt und unterbreitet nun diesen Vorschlag. „Ich würde mich freuen, wenn unsere Vision in die öffentliche Diskussion einfließen würde.“

Meyer zur Heide glaubt, dass sein Fehmarn-Tunnel viele Vorteile mit sich bringen würde. Er betont: „Lärm und Abgase der Autos würden selbst gegenüber der heutigen Belastung deutlich verringert werden.“ Die Fahrbahn könne über Lichtkuppeln oder teilweise auch Öffnungen Tageslicht erhalten und damit die Durchfahrt für die Pkw-Fahrer auflockern. Durch den Flächengewinn auf Fehmarn könnte sich seiner Meinung nach der Tourismus entwickeln. „Ein Inselweg für Fußgänger, Radfahrer und Skater könnte Norden und Süden verbinden.“ Energetisch sei laut Meyer zur Heide eine Einbindung von Solar- und Windenergie zur Speisung des Tunnels für die Beleuchtung sowie Zu- und Abluftversorgung denkbar.

Stellt sich die Frage, ob die Vision ernsthaft debattiert wird, oder doch wieder in der Schublade verschwindet. Bürgermeister Jörg Weber sagt: „Man müsste zunächst prüfen, ob das generell machbar ist.“ Es gebe viele Fragen, zum Beispiel in puncto Bahnhaltestelle.

„Wir sind die Sonneninsel. Doch wer Fehmarn durch einen Tunnel passiert, sieht gar nicht, wie schön es bei uns ist“, gibt Weber zu bedenken. Auch fehle es an Zahlenwerk, an erster Stelle Kosten und Wirtschaftlichkeit. Fazit Weber: „Das hört sich spannend und charmant an, aber es gibt schon auf den ersten Blick einige K.-o.-Kriterien.“

Als Nachteile bezeichnet Meyer zur Heide: „Ein hoher Planungs- und Kostenaufwand.“ Die Insel ist von Nord nach Süd etwa 21 Kilometer lang – damit wäre die Dimension der festen Beltquerung mit 18 Kilometern und Kosten in Höhe von circa sieben Milliarden Euro sogar übertroffen.

Was meinen Sie?

Liebe Leser, liebe Fehmaraner, was halten Sie von einer Untertunnelung der Insel? Ist das nur eine absurde Idee oder vielleicht die Lösung vieler Sorgen? Sollte ein solches Projekt näher geprüft werden? Schicken Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an die Adresse umfrage-oh@ln-luebeck.de. Wir veröffentlichen kommende Woche eine Auswahl der Einsendungen (mit Namen und Wohnort, Kürzung vorbehalten).

 Peter Mantik

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