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Ostholstein Visionen für Timmendorf 2035
Lokales Ostholstein Visionen für Timmendorf 2035
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22:12 27.09.2017
Geschäftsführer Jan Sönnichsen (hinten v. l.) und Stadtplaner Wolf Uwe Rilke diskutieren mit den Anwohnern über Zukunft von Timmendorf. Quelle: Foto: Zill
Timmendorfer Strand

Die Vielzahl der Meinungen und Eindrücke der Timmendorfer sei maßgeblich „für die Entwicklung einer tragfähigen Gesamtstrategie für die Gemeinde“, erklärte Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) im Vorfeld den Grund, eine Agentur mit der Umsetzung der Workshops zu beauftragen. In der Trinkkurhalle  begrüßte  sie etwa 50 Bürger zum ersten von zwei etwa vierstündigen Workshops mit dem Schwerpunkt Tourismus.  „Wo soll Timmendorf 2035 stehen?“, fragte sie in die Teilnehmer-Gruppe. Der Ort habe eine Vorreiterrolle in der Lübecker Bucht, „die möchten wir auch behalten“, betonte sie. Sie wünsche sich, dass sie ganz viel Bürgerbeteiligung mitnehmen kann. „Jetzt sind Sie dran“, forderte Kara zum Mitmachen auf.

Moderator Jan Sönnichsen von der „Destination Lab GmbH“ übernahm das Wort und diskutierte mit den Teilnehmern die Ist-Situation von Timmendorfer Strand zunächst mit einer Abfrage. Ist Timmendorf alt oder neu? Laut oder leise? Hochpreisig oder günstig?  Abgestimmt wurden mit drei unterschiedlich farbigen Zetteln. Das Ergebnis: Alt, vielseitig, laut, hochpreisig, konservativ, hochwertig, verkehrsbelastet, optisch ansprechend, überlaufen.

Nach dem „Warmmachen“ sollte die Bürger nun Stärken und Schwächen der Gemeinde nennen. Dabei kristallisierten sich  viele Stärken wie ein hübscher Ortskern, eine tolle Atmosphäre, ein tolles Veranstaltungsangebot, gepflegte Strände, ein schönes Umfeld und die grüne Promenade, aber auch einige Schwächen heraus. So wurde das Radwegenetz stark kritisiert. Außerdem gebe es kein „Nightlife“

mehr im Ort, mahnte eine Anwohnerin an. Es fehlen Schlechtwetter-Veranstaltungen, sagte eine Bürgerin. Spontanen Beifall erntete Pastor Thomas Vogel, als er die Lage der Post als Katastrophe bezeichnete. Über ein Verkehrskonzept müsse ebenfalls  nachgedacht werden, sagte ein anderer. Erneut klatschten die Timmendorfer, als eine Bürgerin den Bahnhof in Timmendorf als Schandfleck bezeichnete. Auch das Kurmittelhaus müsse unbedingt wieder genutzt werden.

In den Arbeitsgruppen nahmen die Teilnehmer dann speziell die Themen „Entwicklung der Wasserkante“, „Radwege-Konzepte“, „touristische Angebote“ „Timmendorf-Profil“ unter die Lupe. Eine Gastronomie mit Seeblick, Erhalt des Strandwaldes, die Einbindung der Aalbeek-Niederung ins Radwegenetz und Schlechtwetter-Angebote wurden unter anderem herausgehoben.

Am zweiten Abend wurden erneut – diesmal in Bezug auf Timmendorf als Lebensort und mit Stadtplaner Rilke aus Berlin als Moderator – Stärken und Schwächen gesammelt. Manche Themen beschäftigten die Timmendorfer auch diesmal, wie die schlechte Busanbindung, das fehlende Ausgeh-Angebot oder die Verkehrsberuhigung im Ortskern. Die Anwohner sprachen aber auch neue Probleme an wie fehlende Gemeinderäume und Gewerbefläche, bezahlbaren Wohnraum und die Abkopplung der Orte Klein Timmendorf, Groß Timmendorf und Hemmelsdorf.

„Die Teilnehmer waren sehr engagiert, teils durch eigene Betroffenheit“, sagte Tourismuschef Joachim Nitz. Alle Anregungen würden jetzt aufgenommen. Auch Hatice Kara freute sich über das Engagement.

Zwar ist sie mit der Zahl der Aktiven nicht so zufrieden, jedoch mit dem Inhalt. „Das ist sehr ermutigend“, sagte sie. Es gebe Kraft, mit dem Ergebnis nach vorne zu blicken. Jetzt gilt es, „zu konkretisieren und das Ergebnis in eine Einheit zu bringen“. Die Workshops haben sich gelohnt, „damit Menschen zu Wort kommen“.

Anwohner, die bei der Zukunftswerkstatt nicht dabei sein konnten, können unter www.timmendorfer-strand.org/aktuelles/timmendorfer-strand-2035.html Ergebnisse, Präsentationen und eine Timeline mit noch folgenden Terminen finden.

Bürgerwerkstatt

Auch in Scharbeutz trafen sich etwa 30 Anwohner, um in der Bürgerwerkstatt über Probleme zu diskutieren und Anregungen für die Zukunft zu geben. Zu den Themen Wohnen, Alltag, Mobilität, Gemeinschaft und Freizeit schrieben die Teilnehmer im Bürgerhaus Hinweise auf große Plakate.

Die Scharbeutzer forderten unter anderem einen Lärmschutz für Bahn und Autobahn, Sanierung des Sportplatzes, den Stopp von Ferienwohnungen, bezahlbaren Wohnraum für Einwohner, ein besseres Verkehrskonzept mit mehr Rad- und Fußwegen, ein Jugendtreff und mehr öffentlichen Nahverkehr. Die Ergebnisse werden an einen Gutachter weitergeleitet, der das Ortsentwicklungskonzept bis Ende des Jahres erstellt.

Beke Zill

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