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Ostholstein Vogelpark Niendorf eröffnet neuen Riesenkäfig
Lokales Ostholstein Vogelpark Niendorf eröffnet neuen Riesenkäfig
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21:43 18.06.2015
Quelle: Alessandra Röder
Niendorf

Mit gleichmäßigen Flügelschlägen gleitet der afrikanische Wollhalsstorch durch die Lüfte. Endlich hat der seltene Vogel genug Platz, um seine Runden zu drehen: Im Vogelpark Niendorf ist gestern eine neue Freiflugvoliere eröffnet worden. Mit 1200 Quadratmetern ist sie der größte Käfig des Parks. Dort können Besucher jetzt seltene Schreitvogelarten aus Afrika, Indonesien oder Birma beobachten. Die neue Freiflugvoilere wurde zum Großteil durch Spenden finanziert.

„Ich bin überglücklich, dass wir jetzt die Voliere haben. Es ist ein tolles Gefühl, dass die Vögel nun genug Platz haben“, sagt Vogelparkbetreiber Klaus Langfeldt. Schließlich mussten die Vögel auch eine Weile auf das neue Gehege aus Tropenholz warten: Sechs Jahre lang sammelte der Förderverein Vogelpark Niendorf/Ostsee Spenden und Mitgliederbeiträge. Insgesamt 32 000 Euro hat der riesige Vogelkäfig insgesamt gekostet, 22 000 Euro hat der Förderverein gespendet, die restlichen 10 000 Euro finanzierte der Vogelpark aus eigener Tasche. Die Freiflugvoliere ist etwa sechs Meter hoch. Das Netzgespann ist eine Spezialanfertigung.

Bis vergangene Woche wurde noch gebaut. Mit den Arbeiten war im September begonnen worden. Vor drei Tagen konnte Langfeldt die seltenen Arten dann endlich in das Gehege setzen. „Die haben sich gefreut und sind sofort herumgeflattert“, erzählt er. Den Winter hätten die Störche, Enten, Reiher und Gänse nämlich in einem kleinen Holzhaus verbringen müssen, erklärt der Vogelparkbetreiber.

In der neuen Freiflugvoliere können Vogelliebhaber mit Glück bald eine kleine Sensation beobachten: Langfeldt möchte hier die seltenen Wollhalsstörche züchten. „Die haben in Europa noch nie gebrütet.

Das wäre das erste Mal“, sagt der Experte. Außerdem lebe in der Voliere auch die seltenste Entenart der Welt: Die Malaienente aus Südostasien ist vom Aussterben bedroht und steht auf der roten Liste der Weltnaturschutzunion. Drei Arten werden erst nächste Woche umgesiedelt, weil die Vögel gerade noch brüten. Darunter auch der Farbtupfer der neuen Vogel-WG, der Rote Ibis. Dann werden insgesamt 30 Vögel von elf unterschiedlichen Arten in der neuen Voliere den Freiflug genießen.

Die Pflanzen in dem großem Käfig sind alle wild, nur der kleine Teich wurde ausgebaggert. Auf dem tummeln sich die gescheckten Malaienenten, während ein schneeweißer Seidenreiher über sie hinweg fliegt.

Der Förderverein unterstützt den Vogelpark seit 2009 durch Spenden und beim Einhalten der behördlichen Vorgaben. Der gemeinnützige Verein wurde gegründet, um eine zeitweise drohende Schließung der Anlage zu verhindern. Als nächstes Projekt wollen die Vogelfreunde für einen Schaubrutkasten und ein Vogelstimmen-Audiosystem sammeln.

Öffnungszeiten
Der Vogelpark öffnet täglich von 9 bis 19.30 Uhr. Die Anlage liegt An der Aalbek in Niendorf. Erwachsene zahlen neun Euro Eintritt, Kinder von drei bis 15 Jahre 4,50 Euro. Das rund zwei Kilometer lange Wegenetz ist für Rollstuhlfahrer geeignet.

Alessandra Röder

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