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Volker Jankes großes Abenteuer vor Südamerika

Altenkrempe Volker Jankes großes Abenteuer vor Südamerika

Der 59-jährige Altenkremper war fast einen Monat auf dem Traditionssegler „Dagmar Aaen“ von Arved Fuchs unterwegs. Seinen Dienst als Wachführer trat er in Rio de Janeiro an.

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Ein paar Bücher, ein Schreibtisch und persönliche Gegenstände der Crew. Der Raum ist begrenzt. Für Luxus ist kein Platz. Auch Mobiltelefone funktionierten meist nur in unmittelbarer Nähe zur Küste.

Altenkrempe. Zehn Meter hohe Wellen haben ihn wachgehalten. Delfine schwammen stundenlang an seiner Seite. 27 Tage dauerte die Reise von Volker Janke. 27 Tage war der 59-Jährige aus Altenkrempe Teil der Expedition „Ocean Change“ von Arved Fuchs. 27 Tage wohnte und arbeitete er auf der „Dagmar Aaen“ — früher Fischkutter, heute Traditionssegler.

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Der Macher: Arved Fuchs.

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Die LN treffen den Mann, der vor einigen Jahren noch Hafenmeister in Heiligenhafen war und mittlerweile in der Travemünder Verkehrszentrale arbeitet, in seinem Wohnzimmer. Er erzählt von seiner Ankunft in Rio de Janeiro, von Brasilianern, die kein Englisch sprechen, von 36 Grad Außentemperatur und einer Fahrt durch die „cidade maravilhosa“, der wunderschönen Stadt. Zuckerhut, Christusstatue und Copacabana lässt er links liegen, sein Ziel ist der Hafen. Die „Dagmar Aaen“ muss ablegen, ihre Reise nach Feuerland, die im August in Hamburg begann, fortsetzen. Der Zeitplan ist straff.

Das Volker Janke Teil der Crew ist, hat er einer E-Mail zu verdanken. „Arved Fuchs hat mich fasziniert. Ich habe seine Bücher gelesen und wollte gerne einmal mitfahren“, erzählt Janke. 2014 schickt er dem Polarforscher eine Nachricht, stellt sich vor. Kurz darauf die Antwort. Der Abenteurer aus Bad Bramstedt lädt den passionierten Segler aus Altenkrempe zu sich ein. Die beiden Männer verstehen sich. Anfang Juli 2014 geht Janke erstmals an Bord der „Dagmar Aaen“. Er ist Teil der „Pittarak-Expedition“, bleibt bis Kirkwall (Schottland) auf dem Schiff. Etwa ein Jahr später bekommt er den Crewletter, eine Mail mit Neuigkeiten von Arved Fuchs. Er sucht Leute für die Tour nach Südamerika. „Wenn man einmal mitgefahren ist, dann gehört man zum Pool derjenigen, die für Expeditionen in Frage kommen“, erläutert Janke.

Am 5. November 2015 erreicht Janke Rio de Janeiro. „Dank meiner Kollegen konnte ich solange Urlaub nehmen“, sagt er und ergänzt: „Ich war noch nie in Südamerika. Das war sehr verlockend für mich.“

Der Altenkremper ist Wachführer. Von Mitternacht bis 4 Uhr morgens und von 12 bis 16 Uhr hat er Dienst, kümmert sich um die Navigation des ehemaligen Fischkutters. „Wenn es keine Segelmanöver gab, wo alle gebraucht wurden, konnte ich acht Stunden schlafen“, erinnert er sich. „Ich hatte eine kleine Koje. Sie war praktisch wie ein Schrank. Man konnte nicht rausfallen.“

Wochenlang segeln er und die sieben anderen Crewmitglieder südwärts. Es geht vorbei an den Küsten von Brasilien, Argentinien und Uruguay. Fast 2500 Seemeilen legen sie zurück. Sie sehen Delfine, Robben, riesige Schildkröten, Albatrosse und einen Wal. Das Wasser ist extrem salzig, muss aber dennoch für die Körperpflege herhalten. Eine Dusche gibt es nicht. „Die Reise ist manchmal eintönig, nicht romantisch. Man hat keinen Luxus“, betont Janke. Langweilig wird es trotzdem nicht. Die Crew hat viel zu erzählen. Mit dabei sind ein Schweizer, der im Sommer Kühe hütet, und ein kanadischer Anwalt. Es entstehen Freundschaften. Arved Fuchs ist nicht dabei. Er hält Vorträge, auch in Schleswig und Stade. Das gehört dazu. So verdient Fuchs Geld.

Janke indes gerät während seines Segeltörns in ein Unwetter. Fast 24 Stunden tobt ein Sturm. „Wir hatten Böen mit zehn bis elf Windstärken. Das waren Wellen, wie sie auf der Ostsee nicht zu sehen sind. Bis sich die See beruhigt, vergehen Stunden“, so Volker Janke. Die Crew habe keine andere Möglichkeit gehabt, als das Schiff den Elementen zu überlassen. „Wir haben 85 Meilen an einem Tag verloren.“

Land sieht der Ostholsteiner nur selten. Stopps in Punta del Este (Uruguay) und in Mar del Plata (Argentinien) sind die Ausnahme. Seine Reise endet im dritten Hafen — in Ushuaia. Mit dem Flieger geht es nach Buenos Aires und von da aus zurück nach Altenkrempe. „Das war ein tolles Erlebnis. Man lernt Alltägliches zu schätzen. Mit ein bisschen Abstand würde ich aber vielleicht wieder so eine Tour machen“, resümiert Janke.

Sebastian Rosenkötter

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