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Ostholstein Voll überwacht auf dem Weg zum Raub
Lokales Ostholstein Voll überwacht auf dem Weg zum Raub
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21:12 12.01.2017
Der Tatort: Im Herbst 2015 wurde der Edeka-Markt überfallen. Quelle: Foto: Braun

Heimlich und unbemerkt mit dem Auto irgendwohin fahren und einen Raubüberfall begehen? Nichts da. Im Prozess um den Überfall auf einen Edeka- Markt in Hutzfeld vor dem Lübecker Landgericht hörten die Angeklagten gestern, dass keiner ihrer Schritte beziehungsweise keine ihrer Fahrten im Nachhinein unbemerkt blieb. Moderne Fahrzeugtechnik und „Starenkästen“ am Straßenrand machen es möglich.

Behar T. und Kastriot K. (beide 27) sollen laut Anklage am frühen Morgen des 19. Oktober 2015 eine Mitarbeiterin des Supermarkts mit einem Messer bedroht und Geld gefordert haben. Da sie am Tag nach einem Einbruch kamen, erbeuteten die Räuber lediglich 73 Euro Münzgeld (die LN berichteten).

Dass vieles dafür spricht, dass sich Behar T. und Kastriot K. an jenem Oktobermorgen auf den Weg nach Hutzfeld gemacht hatten, belegten beim gestrigen Verhandlungstag mehrere Kriminalbeamte als Zeugen. Eine sogenannte Funkzellenauswerterin der Polizeidirektion Lübeck belegte, welchen Weg der bei einem vermutlich fingierten Einbruch in Bargteheide gestohlene BMW genommen hatte, der das Tatfahrzeug war. Eine fest eingebaute Sim-Karte stellt permanent eine Verbindung zwischen Auto und Mobilfunknetz her. Beim Abgleich von „Kreuztreffern“, Mobilfunknummern, die sich sowohl in Bargteheide wie auch in Hutzfeld in Funkzellen eingeloggt hatten, stieß die Funkzellenauswerterin auf die Nummer der BMW- Sim-Karte. Anhand der Daten fand sie heraus, dass die Hutzfelder Supermarkträuber – das Auto war dort von Zeugen gesehen worden – von Bargteheide über Hamburg, Kaltenkirchen, die B 206 in Richtung Segeberg und dann weiter über die B 432 nach Hutzfeld unterwegs waren. In Bockhorn wurden die beiden Männer im Auto geblitzt. Ermittler erkannten die Angeklagten auf dem Foto.

Kriminalbeamte aus Reinbek, Bad Oldesloe, Kiel und vielen anderen Orten befassten sich mit einer ganzen Serie von Edeka-Überfällen, die sich damals ereigneten. „Hutzfeld schwebte im Hintergrund bei der Kripo Eutin“, sagte ein Beamter aus Bad Oldesloe als Zeuge aus. Irgendwann gerieten jedoch auch Behar T. und Kastriot K. ins Visier der Ermittler, nicht nur wegen des Hutzfelder Überfalls.

Am nächsten Verhandlungstag sollen unter anderem drei Morphologen gehört werden, die das Blitzerfoto mit den Gesichtern der Angeklagten verglichen haben. Außerdem wird ein weiterer Zeuge gehört, der in Haft sitzt. Zuvor muss das Gericht noch entscheiden, ob Staatsanwältin Sabrina Parnitzke weiter Sitzungsvertreterin bleibt. Sie kommt nämlich auch als Zeugin in Frage. Die Anklagevertreterin hatte gemeinsam mit einem anderen Staatsanwalt vor kurzem den weiteren Zeugen vernommen, ein Umstand, in dem die Verteidiger Arne Timmermann und Olaf Reinecke ein Problem sehen. Die Kammer kam noch zu keinem Schluss. Der Vorsitzende Richter Kai Schröder wollte zunächst der Staatsanwaltschaft die Gelegenheit geben, Stellung zu nehmen und eventuell einen anderen Sitzungsvertreter zu entsenden.

LN

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