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Ostholstein Vom Arbeitsplatz auf den Massagestuhl
Lokales Ostholstein Vom Arbeitsplatz auf den Massagestuhl
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11:44 03.03.2013
Von Thomas Klatt
Die Akten und das Telefon für einen Moment ausblenden: Jasmin Ingwersen massiert ihre Kundschaft direkt am Arbeitsplatz. Quelle: Thomas Klatt

Ein schmerzender Rücken, verspannte Schultermuskulatur, taube Finger und Kopfschmerzen — alle diese Symptome kannte Jasmin Ingwersen von früheren Arbeitsplätzen aus eigener Erfahrung. Doch die Leiden vergangener Jahre hatten auch ihr Gutes. Sie inspirierten die Heringsdorferin zu einer ganz besonderen Geschäftsidee: In Ostholstein und auch in Kiel bietet Jasmin Ingwersen Büromassagen an.

Gerade eben noch hatte Manfred Päch jede Menge Zahlen auf seinem Computer vor den Augen. Seine Pause nutzt er anders als viele seiner Arbeitskollegen. Jasmin Ingwersen betritt den separaten Raum, den das Finanzamt für seine Mitarbeiter vorhält, baut mit gekonnten Handgriffen den speziell konzipierten Therapiestuhl auf — und legt los. Nacken- und Rückenmuskulatur, die durch das ständige Sitzen am Arbeitsplatz besonders beansprucht werden, werden von ihr massiert und gelockert.

„15 Minuten reichen völlig aus, wer sich länger massieren lässt, läuft Gefahr, dass er zu weit ,runterfährt‘, der Wiedereinstieg in die Arbeit kann dann schwerer fallen“, berichtet Ingwersen aus ihren Erfahrungen. Einmal pro Woche sollte man sich massieren lassen, lautet ihre Empfehlung. Aber auch eine Massage alle 14 Tage am Arbeitsplatz könne schon einiges bewirken.

Es sind bereits einige Firmenchefs in Ostholstein, die Jasmin Ingwersens Dienste in Anspruch nehmen. Sie wissen um die Vorteile, die die kurze Massage nicht nur ihren Arbeitnehmern, sondern auch ihnen selbst bringen. „Von rechtzeitiger Prävention profitiert auch der Arbeitgeber aufgrund leistungsfähiger Angestellter und geringerer Krankenstände“, betont Ingwersen. Zwei Drittel aller Krankmeldungen, so sagt sie, gingen derzeit auf Rückenbeschwerden zurück.

Dennoch würden bisher nur wenige Arbeitgeber von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihren Mitarbeitern die Maßnahme auch zu finanzieren. Dabei räume das Finanzamt jedem Betrieb pro Jahr und Mitarbeiter einen Betrag von 500 Euro als freiwillige soziale Aufwendung ein, steuerlich zu 100 Prozent absetzbar und zudem lohnsteuerfrei. Ingwersen: „Letztlich kommt jeder Euro, den der Betrieb in die Prävention investiert, um das Dreifache aufgrund niedrigerer Krankenstände wieder herein.“

Die wachsende Bedeutung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements sieht auch Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein: „Die demografische Entwicklung bringt es mit sich, dass immer mehr ältere Arbeitnehmer ihren Dienst in den Betrieben versehen. Gesundheitliche Vorsorge hat da umso mehr Sinn.“ Für Ingwersen ergibt die Inanspruchnahme ihrer Dienste auch für jüngere Arbeitnehmer Sinn: „Rechtzeitiges Vorbeugen sorgt ja dafür, dass Beschwerden im Alter gar nicht erst auftauchen.“

Aufträge von größeren Konzernen hat Ingwersen bisher abgelehnt. Ihr gehe Qualität vor Quantität. Leider habe sie die Erfahrung gemacht, dass Arbeitnehmer gerade dann auf ihre Dienste verzichteten, wenn Stress und Anforderungsdruck in der Firma steigen.

Manfred Päch indes weiß die Dienste von Jasmin Ingwersen zu schätzen: „Hier habe ich kurze Wege und muss nicht extra für eine Behandlung aus dem Haus. Und je älter man wird, desto mehr merkt man seine Muskulatur“, sagt Päch, streift sich das Hemd über und macht sich wieder frisch an die Arbeit.

„Betriebliche Gesundheitsvorsorge gewinnt an Bedeutung.“
Karsten Marzian, Jobcenter Ostholstein

Thomas Klatt

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