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Ostholstein Vom Flüchtling zum Arbeitnehmer
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21:24 19.04.2016
Sandra Josupeit (Mitte) mit Frauke Lympius (l.) und Özlem Erdem-Wulff. Quelle: Astrid Jabs

Sandra Josupeit gehört zu denjenigen, die den Blick über den Tellerrand nicht scheuen und handeln, statt nur von Willkommenskultur zu reden. Und so sagte die Friseurmeisterin mit Geschäft in Lübeck „Ja“, als im vergangenen Oktober ein junger Mann aus Afghanistan nach Beschäftigung fragte: „Ich empfinde den Kontakt mit anderen Kulturen als spannend, und auch meine Kunden haben schnell guten Kontakt gefunden“, berichtet Josupeit. Außerdem stellt sich der Neuzugang geschickt an, würde gern eine Ausbildung beginnen. Und so könnte alles in bester Ordnung sein. Das „Aber“ ist in diesem Fall, wie so oft, mit der Sprache verknüpft: Die Deutschkenntnisse des jungen Mannes reichen nicht aus, um dem Unterricht in der Berufsschule lückenlos zu folgen oder gar eine schriftliche Prüfung abzulegen: „Mir ist als Arbeitgeberin gar nicht so wichtig, dass er theoretisch erklären kann, wie man die Farbe anmischt. Gibt es eine Perspektive, etwa in Form einer Ausbildung ‚zweiten Grades'?“, lautete dann auch die Frage, die Josupeit an Christian Maack, Geschäftsführer und Flüchtlingsbeauftragter der Handwerkskammer Lübeck (HWK), stellte.

Die HWK hatte zu einer Informationsveranstaltung in das Eutiner Kreishaus eingeladen, um mit dem Netzwerk „Mehr Land in Sicht! — Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein“ und dem Projekt „Willkommenslotsen“ zwei HWK- Maßnahmen vorzustellen, mit denen Arbeitgeber bei der Anstellung von Migranten unterstützt werden. Spätestens nach einem Vortrag der Netzwerk-Koordinatorin von „Mehr Land in Sicht!“, Özlem Erdem-Wulff, zu Konditionen und Möglichkeiten war der Bedarf an dieser Art der Orientierungshilfe offensichtlich: Der Dschungel an Vorschriften und Modalitäten ist für die Arbeitgeber kaum zu durchdringen. Dazu kommt, dass laufend neue Regelungen in Kraft treten. Dabei sind die Chancen, den ankommenden Menschen über eine Beschäftigung Perspektiven zu bieten, durchaus gegeben.

Diese von Fall zu Fall auszuloten, ist die Aufgabe der insgesamt drei Willkommenslotsen der HWK. Kontakt: Willkommenslotsin Frauke Lympius, Tel. 0451/1506-171, Netzwerkkoordinatorin Özlem Erdem-Wulff, Tel. 0431/2393924. aj

LN

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