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Ostholstein Vom Gefängnis zum Gericht und zurück
Lokales Ostholstein Vom Gefängnis zum Gericht und zurück
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20:41 04.01.2018

Es ist nie zu spät, auf den rechten Weg zurückzufinden: So schilderte der Ostholsteiner Michael K. (Name geändert) seine momentane Situation optimistisch, was Außenstehende überraschend finden mögen. Schließlich hat der 44-Jährige ein üppiges Vorstrafenregister von Beförderungserschleichung über Diebstahl und Unterschlagung bis hin zu einer Reihe von Betrugsdelikten, war schon mehrfach im Gefängnis und sitzt derzeit noch bis Mai 2019 eine weitere Haftstrafe ab. „Ich gehe jetzt meinen Weg“, erklärte er dennoch vor dem Eutiner Amtsgericht, wo er sich wegen Betruges und Fahrens ohne Führerschein verantworten musste.

Sowohl Kauf und Weiterverkauf des oben genannten Fernsehers als auch die Mofa-Tour im Cannabis-Rausch hatten sich in Timmendorfer Strand zugetragen. Das Geld sei knapp gewesen, räumte Michael K. ein, zudem sei eine Sucht-Therapie in einer Fachklinik fehlgeschlagen. Deshalb wiederum wird jetzt eine Hafstrafe, die zuvor wegen der Therapie zurückgestellt worden war, vollstreckt.

„Ich bedauere zutiefst, dass ich dieses Ding gedreht habe“, erklärte Michael K. mit Blick auf den Fernseher-Deal. Er habe sich dafür bei dem geschädigten Geschäftsinhaber bereits entschuldigt und den Schaden beglichen. Er werde sich zudem nach seiner Entlassung lediglich ein Fahrrad mit Hilfsmotor anschaffen und gehe derzeit voll in seiner Ausbildung zum Koch im Gefängnis auf. Schließlich wurde das Verfahren nach Paragraf 154 eingestellt. Dieser betriff die Einstellung „bei mehreren Taten“, angesichts derer eine weitere Strafe „nicht beträchtlich ins Gewicht fällt“. Umgangssprachlich formuliert: Das macht den Kohl dann auch nicht mehr fett.

 latz

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