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Vom Olgaheim zum Sitz der Tourismus GmbH

Timmendorfer Strand Vom Olgaheim zum Sitz der Tourismus GmbH

Eine Ausstellung in der Timmendorfer Gemeindebücherei erinnert an das prägende Gebäude im Zentrum.

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Eine farbige Ansicht des Olgaheims. Es diente auch als Schullandheim, als Lazarett und später als Rathaus.

Quelle: Fotos: Gemeindearchiv, Latz

Timmendorfer Strand. „Altes Rathaus“ wird der Sitz der Tourismus GmbH am Timmendorfer Platz genannt – dabei ist das Gebäude gar nicht alt, sondern mit seiner Eröffnung 1999 quasi noch ein regelrechter Jungspund, und als Rathaus diente es auch nicht. Trotzdem hat diese Bezeichnung natürlich Gründe, die in der Geschichte zu finden sind. Und über eben diese Geschichte informiert eine Ausstellung, die ab sofort in der Gemeindebücherei im Untergeschoss des Gebäudes zu sehen ist: „Das ,Alte Rathaus‘ und seine Vorfahrin – Bilder vom Timmendorfer Platz“.

LN-Bild

Eine Ausstellung in der Timmendorfer Gemeindebücherei erinnert an das prägende Gebäude im Zentrum.

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Diese Vorfahrin ist das Olgaheim: ein Erholungsheim für Kinder, das vor 120 Jahren, im Juni 1896, eröffnet wurde. „120 Jahre sind eine gute Zahl, um an das Haus zu erinnern“, meint Melanie Zühlke vom Timmendorfer Gemeindearchiv. „Außerdem fragen viele Besucher nach dem Gebäude.“ Zühlke hat die historischen Bilder – Reproduktionen in Farbe und Schwarzweiß von Ansichtskarten, Fotografien und Dias – zusammengestellt, die jetzt gezeigt werden, während der ehrenamtliche Archiv-Mitarbeiter Hartmut Schwarz die bewegte Geschichte des Olgaheims recherchiert und zusammengefasst hat.

Demnach hat das Heim seinen Ursprung in einem großzügigen Geschenk: 70000 Mark bekommt die Hamburgerin Laura Caroline Beit 1884 zu ihrem 70. Geburtstag von ihrem Sohn Alfred, einem Diamantenhändler, zur freien Verwendung. Laura Beit gibt das Geld der „Ferienstiftung der Schule des Paulsenstifts in Hamburg-Wandsbek“, um in Timmendorfer Strand ein „Erholungsheim für schwächliche und unbemittelte Kinder“ zu bauen. Das 1896 eröffnete Haus wird nach Laura Beits Tochter Olga benannt, die 1890 im Alter von 31 Jahren an einem Lungenleiden gestorben ist. „Dieses Pensionat gewährt gesunden, aber erholungsbedürftigen Mädchen und Frauen während des Sommers, besonders auch während der Ferien, angenehmen, sanitären Aufenthalt“, heißt es wenig später in der „Bade-Zeitung der oldenburgischen Ostseebäder“.

Laura Beit stirbt 1918 und hinterlässt eine hohe Summe für die Fortführung des Heimes. 1921 wird es in ein Schullandheim des Paulsenstiftes umgewandelt. Die 1937 gegründete „Stiftung Olgaheim“

führt das Haus losgelöst von der Schule weiter, das aber 1939 von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt für Lazarettzwecke beschlagnahmt und schließlich zur Unterbringung von Kriegsblinden genutzt wird. Nach Kriegsende wird die Gemeinde Timmendorfer Strand gegründet. Deren Verwaltung mietet das Olgaheim als Rathaus und kauft es 1957. Aufgrund statischer Probleme zieht die Verwaltung 1990 aus, der geplante Abriss des Gebäudes führt jedoch zu heftigen Protesten der Timmendorfer. Per Bürgerentscheid wird schließlich bestimmt, dass das Olgaheim nach historischem Vorbild rekonstruiert wird. Der Nachbau wird 1999 eingeweiht, als Sitz von Kurbetrieb und Tourist-Service beziehungsweise als Domizil der Tourismus GmbH inklusive Trauzimmer, außerdem zieht 2004 die Gemeindebücherei ein.

„Wir befinden uns in einem Neubau“, betont Melanie Zühlke. „Aber manchmal kommen doch noch ältere Damen vorbei, die früher als Kinder im Olgaheim gewohnt haben.“ Zühlke verweist darauf, dass der Hintereingang des Gebäudes barrierefrei ist und es somit auch von möglicherweise gehandicapten Personen besichtigt werden kann. Zimmer und Einrichtung werden dabei zwar vermutlich keine Erinnerungen wachrufen – die Ausstellung aber mit Sicherheit.

Kostenlose Führungen

Die Ausstellung zum „Alten Rathaus“ und seiner Vorfahrin ist bis zum 28. Oktober zu den Öffnungszeiten der Gemeindebücherei zu sehen: montags und donnerstags von 14.30 bis 18 Uhr sowie dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 14 Uhr. Jeden Dienstag wird ab 11 Uhr eine kostenlose Führung angeboten.

Lückenlos lasse sich die Vergangenheit nicht dokumentieren, heißt es aus dem Gemeindearchiv. Wer also noch Fotos, Ansichtskarten oder andere Dokumente zum Olgaheim besitzt, wird gebeten, sich beim Gemeindearchiv unter Telefon 04503/7035819 oder per E-Mail an m.zuehlke@gemeindearchiv zu melden.

latz

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