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Ostholstein Vom Schuldinner ins „Café Wichtig“
Lokales Ostholstein Vom Schuldinner ins „Café Wichtig“
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23:00 22.02.2016
Lena Schulz (16) hat beim Schuldinner in Pönitz erfahren, dass sie in den Ferien am Strand als Aushilfe arbeiten kann. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Die Profis bewunderten die Amateure. „Das haben die jungen Leute ganz prima gemacht“, waren sich Küchendirektor Armin Reinhardt aus dem Hotel „Seeschlösschen“ in Timmendorfer Strand, Tung Truong, Geschäftsführer im „Cafe Wichtig“ in Scharbeutz, und Wolfgang Thieß, Küchenmeister in der Grund- und Gemeinschaftsschule Pönitz, einig. Sie führten zwar die Regie beim „Schuldinner 2016“ in der Pönitzer Schule, blieben aber im Hintergrund. An dem Abend gehörte die ganze Aufmerksamkeit den 60 Schülern und Schülerinnen des zehnten Jahrganges. Auf Initiative des Rotary-Clubs Lübecker Bucht/Timmendorfer Strand und der Pönitzer Schule hatten sie zur vierten Veranstaltung „Schüler kochen für Eltern, Lehrkräfte und Gäste“ eingeladen.

„Die Gäste sind alle so nett, ich habe sogar sechs Euro Trinkgeld bekommen.“

Schülerin Lena Schulz aus Klingberg

Von dem Erlös des Abends soll eine Kletterwand angeschafft werden. Das Spielgerät wird später dann auf dem Grundschul-Schulhof aufgestellt, kündigte Schulleiter Peter Schultalbers an.

Er begrüßte gemeinsam mit Dietrich Klindwort, dem Vorsitzenden des Rotary-Hilfsfonds, die etwa 150 Gäste. Zu ihnen zählten der Scharbeutzer Bürgervorsteher Peter Nelle, Bürgermeister Volker Owerien und Ostholsteins Schulrat Manfred Meyer. Direkt von einer Bundestagssitzung aus Berlin angereist war die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn. Sie traf in Pönitz zahlreiche Lehrkräfte und Scharbeutzer Gemeindevertreter, aber auch Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung und die SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann.

Die Gäste nahmen an festlich dekorierten Tischen Platz und ließen sich von der Schülergruppe einen Abend lang verwöhnen. Den Auftakt der Veranstaltung moderierte das Schülersprecherteam Antonia, Alina und Malte.

Einige Pönitzer Schüler hatten sich für das Garderoben-Team angemeldet, andere waren zum Dienst an der Cocktail-Bar eingeteilt. Es gab eine Schülergruppe für den Getränkeservice und wiederum eine andere, die das mit viel Spannung erwartete Drei-Gänge-Menü servierte. Auf die Teller kamen als Vorspeise zunächst Variationen vom Holsteiner Katenschinken mit Melone und grünem Spargel. Hauptgang war eine halbe Wildente mit Preißelbeerjus, Rotkohl und Kartoffelknödeln. Zum Dessert wurde karamellisierte Passionsfrucht-Tarte mit weißem Schokoladenmousse und Ananas-Minz-Salat serviert.

Besonders gerne an den Abend zurückdenken wird sicherlich Lena Schulz aus Klingberg. Die 16-Jährige hatte sich für den Getränkeservice einteilen lassen und ging mit Gläsern und Flaschen durch die Tischreihen. „Sie hat es sehr gut gemacht“, befand schließlich „Café Wichtig“-Geschäftsführer Tung Truong. Und weil es so war, beantwortet er eine Frage von Lena auch sofort mit „Ja“. Sie hatte sich erkundigt: „Kann ich im Sommer bei Ihnen in Scharbeutz kellnern?“ Der Geschäftsführer schaute sie an und schränkte ein: „Das geht aber nur ohne Nasen-Piercing.“

Lena hat das Pönitzer Gastspiel auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. „Die Gäste sind alle so nett hier, und ich habe sogar sechs Euro Trinkgeld bekommen“, berichtete sie am Ende des Abends. Brachte sie zu Beginn des Dinners so manches Glas Rot- und Weißwein an die Tische, so waren es später dann Spezi, viel Mineralwasser und alkoholfreie Cocktails.

Beruflich möchte Lena eher andere Sachen machen als nur zu kellnern. „Ich würde beruflich gerne Partys oder Hochzeiten planen“, überlegte sie und erzählte von ihrem ganz großen Traum: „Eine eigene Bar wäre schon eine ganz tolle Sache.“

Musiklehrer Jan-Taken de Vries präsentierte beim Dinner die neue Schulband mit den Worten: „Sie hat noch gar keinen Namen. Wer einen Vorschlag dafür hat, kann ihn auf einem Geldschein notieren und diesen an uns weiterreichen.“ Mehr oder weniger versteckt warb er damit um weitere Spenden für die im März geplante Reise nach Portugal.

Die Idee für ein „Schuldinner“, so ließ Klindwort die Gäste wissen, kommt vom Kiwanis-Club aus Bad Schwartau. „Wir haben sie kopiert, und haben vier Jahre gebraucht, um Schwung in die Kiste zu bringen“, sagte er in Pönitz.

Christina Düvell-Veen

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