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Ostholstein Von Ostholsteinern für Ostholsteiner – Schicksalswege
Lokales Ostholstein Von Ostholsteinern für Ostholsteiner – Schicksalswege
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20:29 14.10.2017
Eutin

Von Ostholsteinern für Ostholsteiner lautet das Motto der Bürgerstiftung, und es sind Schicksale und Lebenswege wie die von Hand-Gerhard Ramler, die die Stiftung prägen und ausmachen. Der langjährige SPD-Politiker – bis 1987 war der Sierksdorfer Landtagsabgeordneter – und seine vor zwei Jahren verstorbene Frau Agnes verloren 2009 zunächst ihren einzigen Sohn, der an Krebs erkrankt war. Nur sechs Wochen später starb ihre Schwiegertochter, ebenfalls an Krebs. „Wir hatten niemanden mehr, dem wir etwas hätten vererben können“, erzählte Hans-Gerhard Ramler am Rande der Festveranstaltung.

Mit einem Festakt feierte die Bürgerstiftung Ostholstein am Freitagabend im Jagdschlösschen am Ukleisee ihr zehnjähriges Bestehen. Der Vorstandvorsitzende Jens-Uwe Teichert begrüßte etwa 50 Gäste, darunter zahlreiche Stifter sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Insgesamt 45 Jahre habe er sich während seines beruflichen Lebens für die Jugendarbeit eingesetzt, und so engagiere sich auch die „Agnes-und- Hans-Gerhard-Ramler-Stiftung“ für junge Menschen.

Finanzielle Unterstützung wird beispielsweise für Ausbildungen gewährt, die sich diese Frauen und Männer sonst nicht leisten könnten. Zumal es meist keine staatliche Förderung gebe. Dreieinhalb Jahre dauere die Ausbildung zum Ergotherapeuten und koste 14000 Euro. „Die habe ich mit der Stiftung übernommen“, sagt der 89-Jährige.

Um Vertrauen ins eigene Können und Unterstützung bei Existenzgründungen geht es auch Bruno Schütt. Mit seiner inzwischen verstorbenen Schwester Ilse hatte er die „Geschwister-Schütt-Manhagen-Stiftung“ gegründet. „Ich haben in jungen Jahren selbst Vertrauen und Förderung erfahren, das möchte ich zurückgeben.“ Geholfen wird auch bei landwirtschaftlichen Betriebsgründungen.

Die Kinder-Stiftung „Kluvetasch-Rettin“, am Abend vertreten durch Barbara Kluvetasch, gewährt seit sechs Jahren finanzielle Hilfe, beispielsweise bei Klassenreisen „und immer dann, wenn für Kinder Geld fehlt“. So beim Kauf von Musikintrumenten.

Für die kulturelle Würdigung der Stiftungsarbeit sorgte Autor und Poetry-Slammer Björn Högsdal mit eigens verfassten Zeilen zum Jubiläum.

Poetry-Slam für die Bürgerstiftung – ein Auszug

Ostholstein, du bist reich an Schätzen, an weißen Stränden, blauen Seen, an schönen Orten und auch Plätzen – die Schönheit bleibt und wird bestehen. (...)

Doch zählte man nur Orte auf, dann würde etwas fehlen. Das Land alleine wäre öd, die Menschen sind Juwelen. (...)

Da, wo Bürger sich vernetzen, fällt man schwerer durch das Netz, wenn wir aufeinander setzen, blüht Gemeinschaft hier und jetzt. (...) Das waren zehn Jahre im Einsatz, für die Menschen der Region, für das Wohl einer Gemeinschaft, und all das ohne Geld als Lohn. (...) All die Arbeit, all das Herzblut – ohne Ende, so geht es weiter . Text: Björn Högsdal (im Foto)

jhw

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