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Ostholstein Von Tür zu Tür für die Stadtsanierung
Lokales Ostholstein Von Tür zu Tür für die Stadtsanierung
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20:41 19.01.2017
Gut vorbereitet: Henning Klotz (Teeschmiede) setzte im Gespräch mit Carsten Behnk (links) auf Fakten. Quelle: Fotos: Astrid Jabs
Eutin

Reden hilft – diese Erfahrung dürfte nach der bürgermeisterlichen Tour durch die Eutiner Peterstraße unter dem Strich stehen: Durchweg freundlich und konstruktiv wurden die Standpunkte dargelegt und auch dort, wo keine Einigkeit herrschte, war eine Annäherung auszumachen. Für den Donnerstagvormittag hatte sich Verwaltungschef Carsten Behnk (parteilos) bei den Einzelhändlern angekündigt, um die geplanten Maßnahmen zur Attraktivierung der Peterstraße zu erläutern und persönlich eine Einladung zur Informationsveranstaltung am 26. Januar abzugeben.

Bürgermeister Carsten Behnk spricht mit Geschäftsleuten der Peterstraße.

Voraussichtlich am 2. Mai soll damit begonnen werden, in drei Abschnitten das Pflaster der Straße barrierefrei und ansprechend zu gestalten. Im Zuge dieser Arbeiten werden die Stadtwerke etwa 70 Hausanschlüsse erneuern, Leitungen und Glasfaser verlegen. „Wir haben festgestellt, dass es in letzter Zeit viele Missverständnisse und auch Falschinformation gegeben hat. Daher schien uns ein solcher Rundgang notwendig“, erläuterte Behnk die Motivation für seinen besonderen Ortstermin.

Kommunikation war dann auch einer der sich wiederholenden Schlüsselbegriffe: „Die Stimmung innerhalb der Wirtschaftsvereinigung ist nicht gut. Der Informationsfluss läuft nicht“, schilderte Schuhgeschäft-Inhaberin Susann Aldrup ihr Erleben. Mit Thomas Menke und Hans-Wilhelm Hagen sind zwei Vorstandsmitglieder in Sitzungen und Planungsgespräche eingebunden, erhalten Einblick in Verwaltungsinterna. Entsprechend erwarte er von den Multiplikatoren, dass die Kommunikation auch laufe, sagte Behnk zu diesem Punkt.

Ansonsten plädierte Aldrup dafür „jetzt loszulegen“. Gleichwohl beschrieb sie auch ihren Existenzkampf angesichts des Internethandels. Sorgen, die Behnk sehr ernst nehme, wie er versicherte, und denen er dann auch bei den meisten seiner Stationen begegnete. Umsatzeinbußen während der Bauzeit befürchteten alle Geschäftsinhaber. Petra Ziewitz fragte, ob nicht ein „Aufhübschen mit Sitzgruppen, Lampen und Mülleimern genügt“ hätte. „Warum muss jetzt ein so großer Schlag getan werden?“, wollte auch Christian Roth mit Blick auf die Erdarbeiten der Stadtwerke wissen. „Weil es Sinn macht, das mit zu erledigen, wenn man an die Straße geht“, lautete die Antwort. Die Maßnahmen der Stadtwerke seien ausdrücklich nicht Anlass der Arbeiten, aber es sei folgerichtig, diese im Zuge der Stadtsanierung auszuführen.

Auch den Baubeginn im Mai sahen mehrere Kaufleute kritisch: „Das ist der Saisonbeginn, dann kommen die Gäste und finden eine Baustelle vor“, so der Tenor. Eine andere zeitliche Planung sei angesichts der vielen aufzuarbeitenden Projekte nicht möglich gewesen, erklärte Behnk. Er habe bereits etliche Tasten zur Beschleunigung gedrückt und auch die gewünschte Pause zum Weihnachtsgeschäft sei eingeplant. „Alle Geschäfte werden jederzeit erreichbar sein, und wir binden die Baustellen in ein Marketingkonzept ein“, erklärte Stadtmanagerin Kerstin Stein- Schmidt, die Behnk begleitete. Fakten wünschte sich Henning Klotz und gab dem Stadtoberhaupt eine Liste mit Anregungen mit.

Bezüglich der Frage nach den Kosten verwies Behnk auf die Förderung des Vorhabens: Es gebe eine Drittelfinanzierung durch Bund, Land und Stadt. Je nach Wertsteigerung der anliegenden Immobilien werde ein Anteil der städtischen Investition in einem komplizierten Verfahren auf die Eigentümer umgerechnet – das sei in jedem Fall günstiger eine Umlage im Falle einer üblichen Straßenbaumaßnahme.

Mit Alexander Scholz (Apotheke in der Peterstraße) hatte auch einer der drei Initiatoren der Bürgerinitiative für den Stopp der Sanierung sein Geschäft geöffnet. Er horchte merklich auf, als Behnk Darstellungen der BI zur Betonschicht unter dem Pflaster korrigierend erläuterte. Im Ergebnis wurde für den Apotheker ein Termin mit den Stadtwerken vereinbart, in dem der Austausch vertiefend fortgesetzt werden soll.

Einen Folgetermin hat auch der Bürgermeister selbst: Um die noch ausstehenden der rund 30 Geschäfte aufzusuchen, wird er sich heute erneut auf den Weg durch die Peterstraße machen.

Astrid Jabs

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