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Ostholstein Von den Weltmeeren auf den Eutiner See
Lokales Ostholstein Von den Weltmeeren auf den Eutiner See
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18:26 27.08.2016
Jürgen Rehkopf bei der Arbeit: Früher ging er als Funkoffizier auf große Fahrt, jetzt ist er einer der Schiffsführer auf den LGS-Elektrofähren.

Südsee, Karibik, Mittelmeer: Jürgen Rehkopf ist auf den schönsten Schifffahrtsrouten der Welt gefahren. Nahezu sein gesamtes Berufsleben spielte sich auf dem Wasser ab, erst als Marinesoldat, dann als Funkoffizier auf diversen Fracht- und Passagierschiffen, schließlich auf den Ostseefähren von Scandlines. Dort war er zuletzt als Personaldisponent tätig.

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Jürgen Rehkopf fuhr früher zur See – Heute steuert er die Elektrofähren für die Landesgartenschau.

„Ich habe mit Wasser und Schifffahrt zu tun. Und alle haben gute Laune.“ Jürgen Rehkopf

Jetzt ist der 69-jährige Hutzfelder zurück an Bord – auf dem Großen Eutiner See.

Rehkopf ist einer von knapp 20 Schiffsführern und Festmachern, die mit den beiden Elektrofähren „Seerose“ und „Teichrose“ die Besucher der Landesgartenschau (LGS) vom Haupteingang über die Seebühne zur Stadtbucht und zurück schippern. Nur etwa 15 Minuten dauert die Fahrt über den See – kein Vergleich mit großer Fahrt auf See. Aber Rehkopf gefällt der Job, für den er für die Gartenschau-Monate beim Betreiber der Shuttle-Fähren, der Eutiner Seenrundfahrt, angeheuert hat. Drei bis vier Mal pro Woche ist er einen halben Tag unterwegs. „Ich habe mit Wasser und Schifffahrt zu tun. Und mit Menschen, die alle gute Laune haben“, freut er sich. Das gelte für die Fahrgäste, aber genauso für die Crewmitglieder. Durchweg „interessante Typen“ seien das, mit denen er gerne zusammenarbeite.

Mit Skipper-Mütze und weißem Vollbart kommt Rehkopf dem Bild sehr nahe, das wohl viele von einem alten Fahrensmann haben. Manche sprechen ihn auch als „Käpt'n“ an. Ganz daneben ist das nicht, denn keiner aus der Mannschaft, von der alle die Fähren bedienen können, hat seinen seemännischen Hintergrund. Aber die korrekte Bezeichnung lautet schlicht Schiffsführer. „Fährt sich einwandfrei und lässt sich gut manövrieren“, lobt Rehkopf die Katamaran-Konstruktion mit zwei 7,5 kW starken Elektromotoren, während er die Maschine auf voraus legt. Lautlos nimmt die Fähre Fahrt auf, vom sanften Antrieb ist nichts zu spüren. Nur bei Wind müsse man wegen des geringen Tiefgangs beim An- und Ablegen aufpassen.

Gartenschau-Besucher sind nicht nur meist gutgelaunt, sie sind auch gesprächig. Rehkopf fragt sie häufig nach ihren Eindrücken. Das Echo sei ganz überwiegend positiv, etwa 80 bis 90 Prozent seien begeistert von der LGS, berichtet er. Die anderen kritisierten meist die Kosten, äußerten die Befürchtung, Eutin rutsche tief in die roten Zahlen. Oder sie moserten über die Preise oder zu wenige Blumen. „Auf alle Fälle ist es die klare Minderheit“, hält Rehkopf fest.

Wird der kurze Pendelverkehr nicht langweilig für einen, der mit großen Pötten auf den Weltmeeren unterwegs war? „Mir macht das sehr viel Spaß“, kontert Rehkopf. Wehmut komme bei ihm beim Rückblick auf die Seefahrerzeit nicht auf. „Das war gestern und lockt mich nicht mehr.“ Heute sei er lieber mit Segel- oder Motorboot unterwegs. Gern dürfe es auch eine Radtour mit der Ehefrau sein.

Aber auf Nachfrage erzählt Jürgen Rehkopf ein bisschen von damals, als er Schiffsfunker für die Hamburger Reedereien Ahrenkiel und Bolten war oder Funkstellenleiter bei der Neustädter Reederei Peter Deilmann. „Das war die schönste Zeit“, berichtet Rehkopf von den Fahrten an Bord der Kreuzfahrer „Berlin“ und „Regina Maris“. Als Arbeitgeber sei Peter Deilmann ein prima Kerl gewesen. Dass von der Reederei nichts übrig geblieben ist, habe ihn betroffen gemacht.

Wenn die Landesgartenschau am 3. Oktober schließt, dann geht auch die Zeit für die beiden Elektrofähren auf dem Großen Eutiner See zu Ende. Jürgen Rehkopf findet es ein bisschen schade, er mag den Nebenjob. „Für mich könnte es weitergehen.“

Am 3. Oktober ist Schluss

Bis zum Ende der Gartenschau am 3. Oktober darf die „Eutiner Seenrundfahrt“ die beiden Elektrofähren betreiben, „dann müssen sie weg“, sagt Ute Frick von der Eutiner Touristik-Reederei. Was mit den beiden Schiffen passiert, sei noch offen. Drei Euro kostet die Fahrt über die drei Teilstrecken. Mit der Nachfrage ist Ute Frick zufrieden: „Das läuft ganz gut.“ Aber ein Weiterbetrieb wäre nicht rentabel, selbst wenn er genehmigt werden sollte, ist sie überzeugt. Das Ausflugsschiff „Freischütz“ hätte schon jetzt entsprechend weniger Gäste an Bord.

Arnold Petersen

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