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Ostholstein Von der Zwangsehe zur Partnerschaft
Lokales Ostholstein Von der Zwangsehe zur Partnerschaft
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09:22 08.03.2016

Es war keine Liebesheirat, sondern eine von oben gewollte Vereinigung. Am 1. Mai 2009 wurde aus den beiden Kirchenkreisen Oldenburg und Eutin der Kirchenkreis Ostholstein. Die Nordelbische Kirche hatte die Fusion von Kirchenkreisen vorgegeben, nirgendwo gestaltete sie sich so schwierig wie hier. Die Synode des Kirchenkreises Oldenburg rief sogar das Kirchengericht wegen der Zwangsfusion an — vergeblich.

Heute sind die Gegensätze geschwunden, ein voller Erfolg ist die Operation „Aus zwei mach eins“ jedoch noch nicht. Zu diesem Befund kamen gestern die 88 Mitglieder der in Pansdorf tagenden Kirchenkreis-Synode, die je zur Hälfte von den beiden ehemaligen Kirchenkreisen Eutin und Oldenburg gestellt werden.

14 strategische Ziele hatte sich der neue Großkreis Ende 2010 für die nächsten fünf Jahre vorgenommen. Sie betrafen zum einen das innere Zusammenwachsen, zum anderen die Entwicklung der Kirche.

Gestern wurde abgeklopft, was geschafft ist und was nicht. Das Ergebnis fiel positiv, aber nicht überschwänglich aus.

Auf einer Skala von eins bis zehn sollten die Synodenmitglieder das Erreichte bewerten. Zehn war dabei die Bestmarke. Die innere Fusion kam insgesamt auf einen Mittelwert von 6,1, die Entwicklung der Kirche auf 5,3. Am höchsten mit 7,4 wurde beim Themenblock innere Fusion die „wertschätzende Achtsamkeit“benotet, mit der sich Gemeinden und Einrichtungen der Kirche in Ostholstein begegnen. Die niedrigste Einstufung mit 4,7 gab es für regelmäßige, gemeinsame Identität stiftende Aktionen. Beim Komplex Entwicklung der Kirche wurde die inhaltliche und finanzielle Aufstellung recht hoch bei 6,5 angesiedelt. Aber schwach mit 4,6 wurde das Ansprechen der Menschen eingestuft, um sie für die Kirche zu gewinnen.

Damit blieben die Synodalen in ihrer Bewertung hinter den Kirchen-Oberen zurück. Der Eutiner Propst Peter Barz, sein Oldenburger Kollege Dirk Süssenbach und der Präses der Synode, Dr. Peter Wendt, hatten vor Beginn der Versammlung die innere Fusion bei 9,5 und damit knapp unter der möglichen Bestmarke angesiedelt, die Organisation der Kirche bei 8.

„Wir sind ein bisschen euphorischer, aber die Tendenz ist die gleiche: Wir sind auf einem guten Weg“, kommentierte Barz die Einschätzung der Synode. Vor allem beim Auftritt der Kirche sei noch Arbeit zu leisten. Wendt verwies darauf, dass die Ziele damals in einer Aufbruchphase formuliert worden seien, oft fehle die Präzision. Daran müsse jetzt gefeilt werden.

„Das Thema Fusion ist immer noch spürbar, aber es ist vernarbt“, hatte Propst Barz zu Beginn der Synode bilanziert. Im Alltag gebe es kein Gegeneinander mehr, der Blick gelte der Sache, nicht den einstigen Grenzen. „Es ist eine gewisse Einmütigkeit eingezogen“, meinte sein Kollege, Propst Süssenbach. Nach seiner Einschätzung wurde das Zusammenwachsen auch durch äußere Umstände begünstigt.

Dank guter Wirtschaftslage seien die Kirchensteuern gestiegen, so dass Verteilungskämpfe ausblieben. Zudem seien er wie Barz neu im Amt und damit frei von der Last der Geschichte. „Der partnerschaftliche, kommunikative Stil der Pröpste überträgt sich auf die Gemeinden“, lobte Präses Wendt. Für ihn steht fest: „Es hat sich eine neue Identität entwickelt.“ pet

LN

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