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Ostholstein Vor Scharbeutz kämpften die besten DLRG-Teams um die Europameisterschaft
Lokales Ostholstein Vor Scharbeutz kämpften die besten DLRG-Teams um die Europameisterschaft
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14:17 17.09.2017
Spannende Wettkämpfe auf vier Bahnen in drei Disziplinen waren gestern von der Scharbeutzer Seebrücke aus zu beobachten. Quelle: Lutz Roessler
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Gestern trafen sich an der Scharbeutzer Seebrücke Damen- und Herrenmannschaften aus Belgien, Großbritannien, Polen, aus den Niederlanden und Litauen. Aus Deutschland reisten Teams aus Hamburg und aus Uetersen an die Ostsee. „Wir selber können keine Mannschaft stellen, weil wir alle Kräfte für die Organisation benötigen“, berichtete Christoph Niemann, Vorsitzender der DLRG- Ortsgruppe Haffkrug-Scharbeutz. Nachdem die zunächst für die Austragung der EM vorgesehenen Belgier abgesagt hatten, wurde die Zentrale der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) gefragt. Und die wiederum suchte Kontakt zu den Scharbeutzern.

„Das ist für uns natürlich eine große logistische Herausforderung. Weil wir aber wissen, dass das zu schaffen ist, sind wir eingesprungen“, sagte Peter Franz, DLRG-Abschnittsleiter für den Wasserrettungsdienst an der Lübecker Bucht. In den vergangenen Tagen wurden 210 Personen – Wettkampfteilnehmer, Schiedsrichter, Betreuer und Angehörige – verpflegt und betreut. Erfahrungen mit diesen Wettbewerben haben die Scharbeutzer bereits durch die Organisation von sieben Veranstaltungen zum Deutschlandpokal.

Bei der Europameisterschaft (EM) der Schlauchboot-Retter gingen am Sonnabend vor Scharbeutz 40 Teams aus sechs Ländern an den Start. Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungs- Gesellschaft (DLRG), Ortsgruppe Haffkrug-Scharbeutz, organisierten den Wettbewerb.

In drei Disziplinen ausgetragen wurden gestern Wettbewerbe in leichten Motorschlauchbooten, den sogenannten Inflatable Rescue Boats (IRB). Sechs Exemplare wurden extra für diese EM angeschafft. „Wir wollen allen Teams die gleichen Bedingungen bieten. Die Boote werden später bei uns im Wasserrettungsdienst eingesetzt“, erklärte Frank Villmow vom DLRG-Präsidium. Und er erläuterte weiter: „Anders als beispielsweise bei der Formel 1, bei der die Autos immer nur im Kreis herumfahren, haben wir bei unserem Rettungssport im strandnahen Bereich reale Bedingungen.“

Auf insgesamt vier Wettkampfbahnen retteten Frauen und Männer getrennt in verschiedenen Disziplinen um die Wette.

In der ersten Disziplin, der „Single Rescue“, galt es, einen ertrinkenden Menschen so schnell wie möglich zu retten und sicher ans Ufer zu transportieren. Bei der „Mass Rescue“ mussten zwei Patienten nacheinander aus dem Nass geholt werden. Im dritten Wettbewerb, „Rescue Tube“, musste der Patient von einem Rettungsschwimmer mittels Gurtretter zum Boot transportiert und anschließend zurück ans Ufer gebracht werden.

„Im Ernstfall müssen die zu Rettenden in 90 Sekunden im Boot sein, in 120 Sekunden müssen wir das Ufer erreicht haben, so dass der Patient nach 180 Sekunden in einen Strand-Buggy weitertransportiert werden kann“, beschreibt Christoph Niemann die Realität. Die Geschwindigkeit, mit der Europas<TH>Wasserretter in ihren Schlauchbooten, aber auch auf andere Weise hin zum rettenden Ufer unterwegs waren, faszinierten gestern auch das Publikum, das die Wettbewerbe von der Seebrücke aus gut verfolgen konnte.

Wo die nächste EM stattfindet, steht noch nicht fest.

Christina Düvell-Veen

 

Sieger aus NRW

Große Gewinnerin der EM war die DLRG Rheurdt-Schaephuysen aus Nordrhein-Westfalen.
Sie siegte bei den Herren in allen und bei den Frauen in zwei von drei Disziplinen.

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