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Ostholstein Vorsicht an der Steilküste: Kante bricht ab
Lokales Ostholstein Vorsicht an der Steilküste: Kante bricht ab
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08:35 26.02.2016
Blick vom Wasser hinauf zum „Hohen Ufer“, von wo Bürgermeister und Mitarbeiter hinabschauen. Quelle: Fotos: Peter Mantik
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Heiligenhafen

Daher besteht für Spaziergänger derzeit ein besonders hohes Risiko im Bereich der Abbruchkante. Zur Erinnerung: Gerade erst diese Woche war zwischen Neustadt und Pelzerhaken ein großes Stück der Steilküste abgebrochen.

Roland Pfündl, Bauamtsleiter und Experte der Stadtverwaltung Heiligenhafen, machte sich vor Ort ein Bild der Lage. „Das Thema ist ja nicht neu, aber wir müssen die Besucher darauf hinweisen, dass die Abbruchkante momentan brüchig und schwer einsehbar ist. Wer sich ihr zu weit nähert, ist in akuter Gefahr in die Tiefe zu stürzen.“ Es gebe zwar bereits Warnschilder, aber man überlege nun, noch ein Weiteres aufzustellen.

„Der Trampelpfad am Zaun ist sicher. Den sollten Besucher auch nutzen.“

Roland Pfündl, Stadt Heiligenhafen

Vor zwei Jahren gestaltete sich die Situation am Hohen Ufer noch dramatischer. Denn der Trennzaun zur angrenzenden Weide der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein befand sich wenige Meter von der Abbruchkante. Erst nach langen Verhandlungen zwischen Stadt und Stiftung setzte diese den Zaun um zehn Meter zurück. Pfündl sagt daher: „Man sieht das sehr gut. Der Trampelpfad für Spaziergänger am Zaun entlang ist sicher.“ Allerdings würden offensichtlich viele den zweiten Weg unmittelbar neben der Kante nutzen. Doch dieser sei eben lebensgefährlich. Pfündl beschreibt das so: „Natürlich hat eine solche Steilküste eine hohe Anziehungskraft. Man möchte halt mal über die Kante nach unten schauen. Aber eben das ist brandgefährlich.“ Momentan ist der Boden extrem aufgeweicht. Dessen müsse sich nach Auffassung Pfündls jeder Besucher bewusst sein.

Wer den Weg unten am Wasser nutzen möchte, geht auch dort ein Risiko ein. Denn die Ostsee lässt wenig Raum, um sich mit trockenen Füßen und auch sicher dort zu bewegen, weil ja von oben kleine Erdlawinen drohen. Doch die Einflussnahmemöglichkeiten der Stadt sind begrenzt. Denn der Bereich des Wanderweges sowie der Steilküste selbst ist Hoheitsgebiet des Landes. Doch das Land hat sich bisher um das Thema nicht gekümmert. Dann wären da eben die Ländereien der Stiftung Naturschutz sowie im Bereich des Leuchtturms Privatgrund. Die Stadt Heiligenhafen ist hier quasi nur Zuschauer.

Dennoch kümmern sich Pfündl, Bürgermeister und Mitarbeiter der Stadt. „Aber wir müssen eben auch realisieren, dass wir die Natur nicht austricksen können. Die Kante wird weiter landeinwärts wandern“, sagt Pfündl. Die Szenerie werde ihren Reiz und ihre Schönheit behalten.

Auch diese Woche waren wieder viele Urlauber und Einheimische dort, um die Sonne und den Ausblick zu genießen — trotz der Abbruchkante, die glücklicherweise bisher noch niemandem zum Verhängnis geworden ist.

Peter Mantik

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