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Ostholstein WC-Haus in Haffkrug kann gebaut werden
Lokales Ostholstein WC-Haus in Haffkrug kann gebaut werden
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23:12 02.09.2016
Derzeit steht dieser Container für Gartenabfälle auf dem Grundstück des geplanten WC-Hauses. Im Hintergrund rechts ein Wickmann-Haus.

Mit dem geplanten öffentlichen Toiletten-Haus in Haffkrug beschäftigen sich auch die Juristen am Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht in Schleswig. Rolf Wickmann aus Hamburg, Eigentümer von zwei an den Haffwiesenpark angrenzenden Wohnhäusern, hatte Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingereicht (die LN berichteten). Der 70-Jährige erhoffte sich dadurch einen vorläufigen Baustopp für das etwa 250000 Euro teure Gebäude. Das Gericht hat seinen Antrag abgelehnt „und mir die vollen Kosten des Verfahrens aufgebrummt“, so der Hamburger in einem LN-Gespräch. Das Verfahren in der Hauptsache steht noch aus. Nach vorläufiger Beurteilung der Richter sei „das Toilettenhaus – jedenfalls im genehmigten Umgang – nicht als rücksichtslos gegenüber dem Antragsteller einzustufen“. Als kleinen Erfolg wertet Wickmann die Tatsache, dass das zu errichtende WC-Haus lediglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein darf. „Die Begrenzung der Öffnungszeiten macht Hoffnung.“

Verwaltungsgericht lehnt Widerspruch eines Anliegers ab – Kein Baustopp – Öffnungszeiten grundsätzlich von 8 bis 20 Uhr.

Zur Vorgeschichte: Im Februar 2015 hatte Wickmann, Eigentümer der Häuser Strandallee 7 und 8, den Standort des geplanten WC-Hauses kritisiert. Es soll 14 Meter vom Haus, neun Meter von der Terrasse und vier Meter von der Grundstücksgrenze entfernt gebaut werden. „Das Verhalten kommt einer Enteignung gleich“, hatte sich Wickmann gleich nach Bekanntwerden der Pläne geäußert. Er befürchtet einen Wert- und Mieteinnahmeverlust und sieht vor allem eine Einschränkung der Lebenqualität seiner Mieter. Der Hamburger hatte einen Anwalt eingeschaltet. Wickmann will nun auch Beschwerde gegen den jüngsten Gerichtsbeschluss einlegen. Er rät den Verantwortlichen: „Das gesamte Problem ließe sich vermeiden, wenn sich die Mehrheit der Gemeindevertreter noch einmal ergebnisoffen und konstruktiv mit einer kostengünstigeren Variante beschäftigen und sich dafür entscheiden würden.“ Er schlägt eine etwas größer dimensionierte, aber ohnehin vorgesehene WC-Anlage im neu geplanten Kurpark-Haus vor. Sie würde nur etwa 200 Meter vom aktuell geplanten WC-Haus entfernt liegen. Der Scharbeutzer Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) fasst den Richterspruch aus Schleswig mit den Worten zusammen: „In der Begründung des Beschlusses hat das Gericht alle von Herrn Wickmann vorgebrachten Argumente zur Verhinderung des WC-Gebäudes als unbegründet zurückgewiesen.“ Es sei festgestellt worden, dass auch der gewählte Standort für das WC-Gebäude keinerlei Nachbarschaftsrechte des Herrn Wickmann verletze. Anders als von dem Anlieger geäußert, habe das Gericht keine Betriebszeiten festgesetzt. Owerien: „Vielmehr hat die Gemeinde bereits in ihrer Baubeschreibung festgelegt, dass die Öffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr vorgesehen sind.“ Dies gelte grundsätzlich. „Wir werden aber prüfen lassen, ob in Ausnahmefällen, dem gesetzlichen Rahmen entsprechend, andere Öffnungszeiten, möglich sind“, kündigte Owerien an. Auch unabhängig von abendlichen Veranstaltungen mache das WC-Gebäude Sinn, da es von Besuchern der Promenade und des Kurparks genutzt werde. „Insofern ist mit diesem Beschluss des Gerichtes keinerlei Restriktion oder Einschränkung für die Gemeinde gegeben.“

Im Gebäude werde es natürlich Fenster geben. Dabei sehe der Plan „lediglich bei einem Fenster einer Giebelseite einen Öffnungsflügel vor“. Ansonsten werde eine Raumlufttechnik-Anlage mit Wärmeaustauscher eingebaut. Zur Seite von den Häusern hin werden die Fenster mit Festverglasung und Milchglasscheiben ausgestattet.

Zum weiteren Zeitplan des Toilettenbaus sagte Owerien, Ende September werde voraussichtlich die Ausschreibung der Bauleistung erfolgen. Gewartet werde noch auf Entscheidungen des zuständigen Ministeriums über eine Förderung. Baubeginn könnte Ende Oktober/Anfang November sein. Owerien rechnet mit einer Bauzeit von sechs Monaten. Zu Ostern 2017 könnte dann nicht nur das WC-Haus im Haffwiesenpark fertig sein. Gleiches könne gelten für die beiden abgebrannten und neu zu erstellenden Häuschen auf der Promenade.

Christina Düvell-Veen

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