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Ostholstein WLan-Netze: Nomen est Omen
Lokales Ostholstein WLan-Netze: Nomen est Omen
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20:24 15.01.2016

Der Mensch hat das Bedürfnis, sich von seinen Artgenossen zu unterscheiden. Das gilt im Hinblick auf Autos, Frisuren oder Modetrends, das gilt aber auch in der medialen Welt, wie uns Facebook, Twitter und Co. vor Augen halten. Technisch versierten Tüftlern geht das noch nicht weit genug: Sie geben sogar ihren WLan-Netzen noch Eigennamen, wie ein Rundgang durch Oldenburgs Straßen belegt.

Schaltet man die WLan-Funktion an seinem Handy an, werden erreichbare Netze im Umfeld sichtbar gemacht. Buchstaben- und Zahlenkombinationen, zumeist mit dem Namen des Routeranbieters, erscheinen da in den meisten Fällen. Einigen Internetnutzern scheint das aber zu langweilig zu sein. Wenn man Haustieren oder Kuscheltieren einen Namen geben kann — warum dann nicht auch dem eigenen Router? Der Originalität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Das Spektrum in Oldenburgs Straßen reicht vom Vornamen der Einwohner über den Lieblingsverein bis hin zu Botschaften an beliebte oder auch unbeliebte Nachbarn.

„Heimathafen“ lässt da auf einen maritimen Hintergrund seines Nutzers schließen. An der Einrichtung seines Routers schier verzweifelt ist offensichtlich der Eigner des Netzes „KeineNetzwerkverbindung“. Sportlich kommt „NurderHSV“ daher. Abzuraten ist wohl davon, das Netz von „KGB“ oder „Cap Canaveral“ zu hacken. „Mum2.4“ könnte jemand seinen Router getauft haben, der seine Mutter internetfähig gemacht hat. Die Vorlieben des Nutzers mit dem Netznamen „Baileys“ sind ebenso leicht zu erraten wie die des Nutzers mit dem Namen „( . ) ( . ) Boobies“

(englisch vulgär für Busen). Mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt ein weiterer User neugierige Gäste. Neugierde weckt auch, was der Nutzer mit dem Namen „Top secret“ zu verbergen hat. Auf eine gewisse Spielerleidenschaft deutet der Name „Zocker-Wlan“ hin. Offensichtlich ein Freund der Augsburger Puppenkiste ist der Routerbesitzer „Urmel“.

Wer seinem WLan-Netz einen Namen gibt, der hat nicht nur Originalität unter Beweis gestellt, sondern auch etwas für die Sicherheit seines Netzes getan. So sieht es jedenfalls Marit Hansen. Den Routernamen des Herstellers einfach zu übernehmen, stellt für die Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein ein zusätzliches Sicherheitsrisiko dar. Sie empfiehlt zudem, bei der Konfiguration des Routers das WLan-Netz nicht öffentlich sichtbar zu machen.

„Der Dienst Google-Street-View hat bei der Erkundung der Straßenansichten auch die Namen der WLan-Netze aufgenommen. Zeitweise waren die Daten sogar öffentlich in einer Datenbank einsehbar“, warnt Marit Hansen. Mittlerweile seien die Daten zwar nicht mehr öffentlich, jedoch immer noch in der Google-Datenbank vorhanden. Ein weiterer Grund für Hansen, das eigene WLan-Netz umzubenennen und dann die öffentliche Anzeige zu unterbinden.

Bei der Auswahl des Passwortes heißt die Grundregel: „Nicht zu simpel.“ Hansen empfiehlt mindestens eine zehnstellige Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Peter Bader, IT-Spezialist aus Oldenburg, ist hier etwas anderer Meinung: „Auf Sonderzeichen und Umlaute sollte verzichtet werden. Es gibt Programme, die diese Zeichen zur Entschlüsselung nutzen.“

Bei der Verschlüsselung, die bei der Konfiguration des Routers angeboten wird, rät Marit Hansen davon ab, auf das veraltete „WEP“ zu klicken. „WPA“ oder „WPAII“ böten deutlich mehr Sicherheit, sagt sie. Diese Aussage wird auch von Peter Bader bestätigt: „Eine gute Verschlüsselung ist noch wichtiger als der Routername.“

Wer derartige Ratschläge beherzigt, hat die besten Aussichten darauf, dass das eigene WLan-Netz auch wirklich so bleibt, wie es ein weiterer User für sich getauft hat:„Meins“.

Das ist WLan
Wireless Local Area Network (WLan, deutsch wörtlich „drahtloses lokales Netzwerk“) bezeichnet ein lokales Funknetz. Der Begriff wird häufig auch irreführend als Synonym für WLan-Hotspots beziehungsweise kabellosen Internetzugriff verwendet.
Der Router ist eine Art zentrale Verteilungsstation für Computer, Smartphone & Co. im heimischen Netzwerk — damit alle Geräte online gehen können.

Thomas Klatt

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