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WVE will Verkehrsversuch vorerst stoppen

Eutin WVE will Verkehrsversuch vorerst stoppen

Ihre Sorge: Chaos in der Innenstadt, noch geringere Kundenfrequenz – Bei der Stadtsanierung möchten die Kaufleute ins Baustellenmanagement eingebunden werden.

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Eine Testphase soll zeigen, ob die Sperrung des Rosengartens für den Durchgangsverkehrs sinnvoll ist.

Quelle: Fotos: Benthien (2), Archiv

Eutin. Die Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) setzt alles daran, die für Mitte Oktober bis Mitte April 2017 als Verkehrsversuch vorgesehene Sperrung der Straße Am Rosengarten noch abzuwenden. Bedingt durch die geänderte Verkehrsführung in der Stadt werde die Albert-Mahlstedt-Straße viel stärker befahren werden, zahlreiche ihrer Mitglieder befürchteten dort ein Chaos, so WVE-Vorsitzender Klaus Hoth in einem Brief an Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU). Fragen zur Sicherheit von Kindern und Jugendlichen (Weber-Gymnasium, Albert-Mahlstedt-Schule/Förderzentrum, Bischof-Wilhelm-Kieckbusch-Kindertagesstätte), Senioren und Anwohnern seien nicht zufriedenstellend geklärt, die Anfahrt der Parkplätze am Stadtgraben sei alles andere als kunden- und besucherfreundlich. Zudem falle das Weihnachtsgeschäft in das vorgesehene Zeitfenster. Eingebunden in die Diskussion ist auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck, die sich ebenfalls dafür ausspricht, die Planungen für die Testphase zu unterbrechen.

LN-Bild

Ihre Sorge: Chaos in der Innenstadt, noch geringere Kundenfrequenz – Bei der Stadtsanierung möchten die Kaufleute ins Baustellenmanagement eingebunden werden.

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„Die aktuelle Lage der Wirtschaft in der Stadt Eutin erfordert eine Entzerrung von geplanten Baumaßnahmen und in die Verkehrsführung eingreifende Umgestaltungen“, schreibt Rüdiger Schacht, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK, an den Eutiner Verwaltungschef. Schacht führt dabei die WVE-Argumente ins Feld: Die Frequenzzahlen gingen erheblich zurück, der steigende Online-Handel, die Konkurrenzsituation im Umland wie beispielsweise der Ausbau des Citti-Parks und des Designer-Outlets Neumünster sowie das neue LUV-Center Dänischburg sorgten für ständig steigende Umsatzrückgänge. „Weitere erschwerende Rahmenbedingungen für Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen und freie Berufe sind aus wirtschaftlicher Sicht deshalb zur Zeit absolut zu vermeiden“, so Rüdiger Schacht.

Die IHK befürwortet, was auch die WVE dringend anstrebt: Gespräche zwischen Stadt und Kaufmannschaft, die Attraktivität der Innenstadt erhöhen, indem zusätzlicher, neuer Parkraum geschaffen wird, außerdem müsse ein Verkehrsleitsystem her. Aus IHK-Sicht sollte ein Parkplatzkonzept zwingend in Kooperation mit der Wirtschaft entwickelt werden.

Über ihren Vorsitzenden versichert die Wirtschaftsvereinigung Bürgermeister Schulz ausdrücklich, dass sie einen Verkehrsversuch wolle, weil nur so nachhaltig festgestellt werden könne, ob eine neue Verkehrsführung zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt beitragen könne. Bevor dieser gestartet werde, sollten aber die genannten Bedingungen erfüllt werden. Auch sollten die Baumaßnahmen der Innenstadtsanierung zuvor abgeschlossen sein. Bei deren Planungen möchte die WVE ab sofort miteinbezogen werden. Ab Beginn der Maßnahmen möchte sie sogar bei den geplanten zeitlichen Abläufen beteiligt und unbedingt ins Baustellenmanagement mit eingebunden werden. Ansinnen, die die IHK voll unterstützt.

Viele Einzelhändler und Eutiner forderten von der WVE, in Sachen Verkehrsversuch und Stadtsanierung Bürgerbegehren in Gang zu setzen, sagt Vorsitzender Klaus Hoth. Das sei aber im Moment nicht Ziel der Kaufmannschaft. Die IHK prüfe, so Rüdiger Schacht, ob sie die Entwicklung in Eutin „in einem moderierten Prozess“ fördern könne und überlege, ob punktuell externe, fachliche Expertise sinnvoll sei. Zu einem Informationsaustausch und zur Abstimmung des weiteren Vorgehens bittet die WVE ihre Mitglieder und alle Geschäftsinhaber der Innenstadt am Dienstag, 12. Juli, um 19 Uhr ins Brauhaus. Eingeladen sind auch der Bürgermeister sowie Mitarbeiter aus Verwaltung und Politik.

ben

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