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Ostholstein Wachablösung in der Süseler Wehr
Lokales Ostholstein Wachablösung in der Süseler Wehr
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20:12 06.01.2018
Führungswechsel in Süsel: Rolf Müller (r.) wird neuer Gemeindewehrführer und folgt damit auf Kai Nagel, der das Amt 18 Jahre innehatte. Quelle: Foto: Beke Zill
Röbel

Der ehemalige Röbeler Ortswehrführer Rolf Müller war sich zunächst nicht sicher, ob er das Amt, das Kai Nagel 18 Jahre lang ausführte, übernehmen soll. Fünf Jahre lang war der Kfz-Sachverständige Nagels Stellvertreter. „Ich musste schon überlegen. Es ist eine große Verantwortung“, sagt Müller. Neun Wehren müssen verwaltet werden, darunter auch die in Röbel. Als jedoch klar war, dass Steven Paulsen seinen Posten als Ortschef in dem kleinen Dorf übernimmt, war Müller beruhigt und stellte sich vor etwa sechs Monaten als einziger Kandidat zur Wahl des Gemeindewehrführers. Offiziell ist der 59-Jährige, der seine ehrenamtliche Karriere bei der Feuerwehr 1970 in der Wehr in Ahrensbök startete und von 2002 an als Ortswehrführer in Röbel aktiv war, seit 1. Januar 2018 im Amt.

Bisher wurden fürs neue Jahr keine Einsätze verbucht, so dass sich Müller in den ersten Tagen als neuer Chef ganz den Vorbereitungen auf die Jahresversammlungen der einzelnen Ortswehren widmen konnte. „Man muss das Rad am Laufen halten“, erklärt Müller. Dazu gehört auch den Bedarfsplan umzusetzen. Es gehe vor allem um die kleineren Einsatzfahrzeuge. Alle seien etwas in die Jahre gekommen.

Während Müller nun sechs Jahre Gemeindewehrführung vor sich hat, blickt Kai Nagel, der in Itzehoe zur Feuerwehr kam und seit 1989 in Süsel aktiv ist, auf 18 Jahre als Gemeindewehrchef zurück. Und das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es wurden drei Feuerwehrhäuser in Süsel, Gothendorf und Röbel gebaut“, erzählt er. Zudem wurden alle Einsatzkräfte mit Piepern und Atemschutzgeräten ausgestattet, neue Löschfahrzeuge angeschafft. Außerdem hat er erreicht, dass sich die lange Zeit verfeindeten Wehren Süsel und Röbel näher gekommen sind und inzwischen zugweise ausgerückt wird.

In den Jahren wuchsen jedoch bei Einsätzen die Ansprüche an das Ehrenamt und die Ausstattung, berichtet Nagel. Die Fuhrparks wurden größer, die Vorschriften mehr und die Geräte stärker. Die Zusammenarbeit mit der Süseler Verwaltung war zudem auch nicht einfach. „Es war immer eine große Diskussion und ein Kampf mit der Gemeinde“, sagt der 61-Jährige. Letztendlich habe die Gemeinde jedoch das gemacht, was sie beantragt hätten.

Seit knapp einer Woche hat Nagel die Aufgaben nun an Rolf Müller abgegeben, der jedoch als sein Stellvertreter in den vergangenen Jahren miteinbezogen war. „Wir haben immer alles zusammen gemacht und besprochen“, erklärt Müller, dem jetzt Nils Rave und Stefan Machelit als neue Stellvertreter zur Seite stehen. Müller ist froh, dass ihm jedoch Kai Nagel als erfahrener Ansprechpartner weiterhin ein offenes Ohr bietet. „Dass ich ihn noch mal um Rat frage, wird mit Sicherheit vorkommen“, sagt Müller. Sich komplett aus dem Feuerwehrdienst zurückzuziehen, kann sich Kai Nagel sowieso nicht vorstellen. „Nach 40 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr einfach aufhören? Das geht nicht.“

So wird der Mitarbeiter des Kreises Ostholstein seinen Kameraden und Kameradinnen in Süsel treu bleiben. Mit Blick in die Zukunft hoffen Nagel und Müller auf ein noch besseres Miteinander. „Ich will, dass die Wehr noch mehr zusammenkommt und mehr miteinander kommuniziert“, sagt Müller. Es sei wichtig, dass jeder weiß, was der andere macht.

Sorge bereitet Nagel der fehlende Nachwuchs für Führungsaufgaben. Zwar habe Süsel mit drei Jugendwehren ein Pool, aus dem man schöpfen könne, sagt Müller. Doch in oberen Positionen sieht Nagel im Moment keinen. Junge Leute müssen motiviert werden durch gemeinsame Übungen, wie es Süsel bereits umsetzt. „Man muss denen was bieten, und das machen wir“, sagt Nagel – mal schauen, was sich mit der Zeit so entwickle. Erst einmal hat Rolf Müller nun sechs Jahre vor sich.

Von Beke Zill

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