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Ostholstein Wagner herzlich begrüßt – Kara lehnt Verabschiedung ab
Lokales Ostholstein Wagner herzlich begrüßt – Kara lehnt Verabschiedung ab
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23:38 13.06.2018
Blicken zuversichtlich nach vorn: Bürgermeister Robert Wagner (parteilos) mit seinen Stellvertretern Melanie Puschaddel-Freitag (3. v. r., CDU), Andreas Müller (2. v. r., WUB) und Michael Strümpell (r., BBNP) sowie Bürgervorsteherin Anja Evers (3. v. l., CDU) mit Anja Meints (2. v. l., WUB) und Björn Jessen (l., BBNP) als Vertreter.
Timmendorfer Strand

Der gebürtige Aachener bedankte sich für das Vertrauen, als neuer Bürgermeister werde er fleißig sein. „Ich habe mich entschieden, Verantwortung zu übernehmen“, sagte er.

Der letzte Tagesordnungspunkt war der Höhepunkt der ersten Sitzung der neuen Gemeindevertretung in Timmendorf: Der künftige Bürgermeister Robert Wagner (parteilos) ist unter Beifall der Vertreter und des Publikums von Bürgervorsteherin Anja Evers (CDU) vereidigt worden.

Seine ganze Schaffenskraft möchte er für die Gemeinde einsetzen. Mit Hinblick auf die zuletzt schwierige Kommunikation zwischen Politik und Verwaltung sowie das angespannte Verhältnis zwischen den Fraktionen wünschte sich Wagner Zeit, um wieder mehr miteinander zu sprechen. „Ich stehe für das Wir-Gefühl. Wir zusammen bringen die Gemeinde weiter voran.“ Er möchte Timmendorfer Strand ein starkes Gewicht geben, und „touristisch werden wir die Top-Destination bleiben“. Er sei sehr zuversichtlich und glücklich und beendete seine Rede mit „Tschö Aachen, Moin Timmendorfer Strand“.

Eineinhalb Stunden musste der 40-Jährige warten, bis die Tagesordnung mit 27 Punkten in einem festlichen Rahmen mit Musik von Schülern des Ostsee-Gymnasiums abgearbeitet worden war. Zunächst zählte Gemeindevertreter Axel-Michael Unger die Fraktionen CDU (acht Sitze), SPD (vier Sitze), Bürgerbündnis Neue Perspektive (fünf Sitze), Bündnis 90/Die Grünen (vier Sitze), FDP (zwei Sitze) sowie WUB (fünf Sitze) auf und benannte die jeweiligen Vorsitzenden. Dann wurde Evers in ihrem Amt einstimmig wiedergewählt. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den nächsten fünf Jahren“, sagte sie und bedankte sich für das Vertrauen.

Hatice Kara hat bis Ende ihrer Amtszeit Resturlaub

 Zwischen all den Benennungen, Wahlen und Erklärungen fehlte ein Punkt, mit dem viele der Anwesenden doch gerechnet hatten. Die offizielle Verabschiedung von Noch-Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD), die am 30. Juni aus ihrem Amt ausscheidet. „Eigentlich wollte ich die Verabschiedung auf die Tagesordnung nehmen“, erklärte Evers. Sie halte es für selbstverständlich. Doch als sie im Rathaus Ende Mai anfragte, wie man die Verabschiedung organisieren kann, hieß es, dass ein solcher Termin nicht erwünscht sei. Bereits seit der Wahl ist Kara im Urlaub, der ihr noch anteilig für dieses Halbjahr zusteht, erklärt Hauptamtsleiter Martin Scheel. Als Beamtin hat Kara 30 Tage Urlaub im Jahr, den sie anders als Beschäftigte bis zum 30. September des nächsten Jahres mitnehmen kann. Nach der verlorenen Stichwahl nahm Kara ihren Jahresurlaub von 2017. „Das ist Urlaub, der ihr zusteht. Das ist sauber geprüft“, erklärt Scheel. Seit ihrer krankheitsbedingten Abwesenheit im Jahr 2014 schiebe sie viele Urlaubstage vor sich her.

Bürgervorsteherin hätte sich Verabschiedung gewünscht

Inzwischen ist Kara wieder vor Ort und arbeitet wichtige Dinge wie Protokolle ab. „Ab und zu ist sie im Rathaus, sie nimmt jedoch keine offiziellen Termine mehr wahr“, sagte Anja Evers. Die Bürgervorsteherin wies bei der Gemeindevertretung am Dienstagabend darauf hin, dass die 38-jährige Kara keine Verabschiedung wünscht. Evers bedauert dies, Hatice Kara sei immerhin sechs Jahre lang Bürgermeisterin gewesen. „Das ist schade. Ich finde, es gehört sich. Aber wir müssen ihren persönlichen Wunsch akzeptieren.“ Sie hätte sich gewünscht, dass es einen runden Abschluss in einem feierlichen Rahmen gibt.

Anja Meints (WUB) sagte, dass der ein oder andere bestimmt gerne Tschüs und Danke gesagt hätte. „Genau wie Robert Wagner bei seiner Vereidigung hätte Hatice Kara bei ihrer Verabschiedung Applaus bekommen für das, was sie getan hat“, sagte Meints.

41,4 Prozent der abgegebenen Stimmen waren bei der Stichwahl auf Kara entfallen. Dafür bedankte sie sich kurz nach der Wahl auf ihrer Homepage bei ihren Wählern und wünschte Wagner eine glückliche Hand für Timmendorf. „Ich werde diese Jahre als Bürgermeisterin in einer guten Erinnerung behalten“, hieß es. Telefonisch war Kara gestern nicht zu erreichen. Jörn Eckert (SPD) nahm Karas Wunsch nach einem stillen Abgang an: „Das ist eine persönliche Entscheidung, die wir so akzeptieren.“

 Von Beke Zill

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