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Ostholstein Wahlbezirk Hutzfeld/Brackrade ist „repräsentativer Wahlbezirk“
Lokales Ostholstein Wahlbezirk Hutzfeld/Brackrade ist „repräsentativer Wahlbezirk“
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18:38 24.09.2017
In zwölf Kästen einsortiert sind die mit Buchstaben für Alter und Geschlecht markierten Wahlzettel im Wahlbezirk Hutzfeld-Brackrade. Wahlhelferin Svenja Erp zeigt sie. Quelle: Peyronnet
Hutzfeld/Brackrade

Im Wahlbezirk 2 tragen bereits die Wahlbenachrichtigungen unterschiedliche Buchstaben, die neben der Nummer im Wählerverzeichnis stehen, erläutert ein Mitarbeiter des für Bosau zuständigen Amtes Großer Plöner See. Mit diesen Wahlbenachrichtigungen bekommen die Wähler genauso gekennzeichnete Stimmzettel. Keine leichte Aufgabe für die Wahlhelfer, die je nach Vorgabe zwölf verschiedene Stimmzettel ausgeben müssen. Dafür sind die Helfer extra geschult worden.

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„Die repräsentativen Wahlbezirke werden nach einem mathematischen Zufallsverfahren ausgewählt“, erläutert Christian Böse, der Sprecher des Statistikamtes Nord. In Schleswig-Holstein gebe es 156 repräsentative Wahlbezirke. Die Statistik gebe Auskunft über das Wahlverhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen., etwa zur Wahlbeteiligung und zur Stimmabgabe nach Alter, Geschlecht und Bundesländern. In Hutzfeld-Brackrade sind 1074 Wahlberechtigte den verschiedenen Gruppen zugeordnet worden.

Beim Auszählen müssen die Hutzfelder Wahlhelfer nicht auf die Buchstaben achten. Ausgezählt wird ganz normal, wie in jedem anderen Wahllokal auch, erläutert der Mitarbeiter vom Amt Großer Plöner See. Anschließend werden die Stimmzettel zum Statistikamt Nord geschickt, wo die Auswertung nach Buchstaben erfolgt.

Diese Auswertung wird öffentlich gemacht. Von der Bundestagswahl 2013 ist sie für Schleswig-Holstein hier zu finden. Wer mal bei der Wahlbeteiligung nachschaut, wird feststellen, dass die Menschen im Wahlkreis 9 (Ostholstein/Nordstormarn) immer gleich wahleifrig sind. Zu 73,3 Prozent sind sie zur Wahl gegangen. Die Veränderung zur Bundestagswahl 2009 ist 0,0 Prozent. Dank der Buchstaben auf den Wahlzetteln lässt sich noch genauer nachvollziehen, welche Altersgruppe wahlmüde ist oder welche welche Partei bevorzugt. Die höchste Wahlbeteiligung gab es in Schleswig-Holstein 2013 bei den 60- bis 69-Jährigen (83,4 Prozent), die geringste bei den 18- bis 24-Jährigen (61,3). Den geringsten Erfolg hatte die CDU und SPD bei den 18- bis 24-jährigen Frauen. Den größten Erfolg hatten in dieser Gruppe die Piraten. Wählerwanderungen lassen sich mit dem Verfahren jedoch nicht feststellen, weil die repräsentativen Wahlbezirke jedes Mal andere sind.

Bei der Bundestagswahl gibt es etwa 88 000 Wahlbezirke. Drei Prozent davon werden für die repräsentative Stichprobe ausgewählt. Wenn die Ergebnisse vorliegen und die Statistiker darlegen, wer wie gewählt hat, wissen die Hutzfelder: Auch ihre Wahlentscheidung hat ein bisschen zum großen Ganzen beigetragen.

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