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Ostholstein Wahlexperte Fuchs: „Plakate sind ein Muss“
Lokales Ostholstein Wahlexperte Fuchs: „Plakate sind ein Muss“
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20:18 13.02.2016

Noch eine Woche bis zum Wahlsonntag, Endspurt im Heiligenhafener Bürgermeisterwahlkampf. Der Hamburger Politikberater Martin Fuchs bewertet für die LN aus der Distanz grundsätzliche Mechanismen, die sich bei Wahlkämpfen in der Republik auf nationaler und kommunaler Ebene wiederholen. Und er gibt Auskunft über Trends, jeweils mit Blick auf das aktuelle Geschehen in Heiligenhafen.

Zur Bedeutung von Wahlplakaten erläutert Fuchs: „Wahlplakate sind bedeutsam. Es kann sich keiner erlauben, ohne zu agieren.“ In Heiligenhafen kommen bisher sowohl Gottfried Grönwald als auch Niclas Boldt ohne aus. Zumindest Boldt möchte dies aber noch ändern, will unterschiedliche Plakate (laut Fuchs sinnvoll) entwickeln. Fuchs weist auf das Plakatparadoxum hin (siehe Kasten), wonach Wahlplakate in der Bevölkerung stark wahrgenommen werden. In Heiligenhafen gibt es alle Formate — kleinere, mittlere, aber auch große Plakate. Wichtiger als XXL-Plakate seien laut Fuchs aber der Standort sowie die Anzahl. Aus dieser Perspektive macht der SPD- Kurs, weg von zehn hin zu 50 Plakaten, Sinn.

Ein Trend: Besonders wirkungsvoll seien laut Fuchs kreative Aufsteller oder auch Antwortplakate. „Gemeint sind damit Plakate, die unter andere gehängt werden und auf einen Slogan direkt antworten. Das nennt man dann ,Guerilla- Wahlkampf‘.“

Zur Bedeutung von Internetseiten und sozialen Medien sagt Fuchs: „Es ist unerlässlich, hier präsent zu sein. Die Internetseite des Kandidaten ist Standard, der sein muss.“ Wieder sind es Grönwald und Boldt, die bisher keine Internetseite führen — wobei es wiederum Boldt ist, der hier noch aktiv werden möchte. Ein weiterer Trend sei dieser: Entscheidend im Wahlkampf könnten soziale Medien sein.

Fuchs‘ Einschätzung: „So haben schon Außenseiter Wahlen gewonnen, allerdings nur, wenn sie einer klaren Strategie gefolgt sind.“ Georg Rehse ist aus dem Kandidaten-Quintett übrigens der einzige aktive „Facebooker“.

Dann seien da noch einige auffällige Aussagen aus dem Kandidatenkreis, die öffentlich gefallen sind und die Runde im Ort machen. Wie der Satz eines Kandidaten: „Ich bin ehrlich.“ Fuchs dazu: „Es muss zur Person passen, sonst nimmt einem das keiner ab.“ Aussage II: „Nach sechs Wochen kann ich die Stadt nicht kennen.“ Fuchs findet: „Gar nicht schlecht, das ist ehrlich und sympathisch.“ Aussage III:

„Das ist meine Stadt.“ Fuchs winkt ab: „Tote Phrase, das sagt gar nichts.“ Aussage IV: „Ich brauche keine Plakate, mich kennen alle.“ Fuchs dazu: „Arroganter Ansatz.“ Und V: Ein Kandidat wählt den intellektuellen Weg, referiert gekonnt. Fuchs: „Wenn der Kandidat ,Tante Erna‘ damit erreicht, ist es gut. Es ist aber ein schwieriges Unterfangen, damit die Breite zu erreichen.“

• Weitere Infos über Martin Fuchs:

www.martin-fuchs.org

Plakatparadoxum

Eine Studie der Universität Hohenheim beschrieb 2011 das Plakatparadoxum:

Ein Plakat sagt mehr als 1000 Worte? Ergebnis: 80 bis 90 Prozent der Wahlberechtigten werden von Wahlplakaten erreicht. Allerdings: Einzelne Plakate erreichen deutlich niedrigere Reichweiten.

Vorteil: Plakate erreichen insbesondere auch mobile Wählergruppen, sowie vor allem junge, besser gebildete Personen mit höherem Haushaltsnettoeinkommen. Trotz hoher Präsenz und Reichweite von Plakatwerbung wird sie deutlich positiver beurteilt als andere Werbemittel bzw. als „am wenigsten störend“ wahrgenommen.

Peter Mantik
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