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Wahlhelfer-Suche wird für Kommunen zum Problem

Ostholstein Wahlhelfer-Suche wird für Kommunen zum Problem

Zwei Wahlen in einem Jahr: Für viele Kommunen in Ostholstein ist das mit Blick auf die Organisation eine echte Herausforderung. Vor allem die Suche nach Wahlhelfern gestaltet sich oft schwierig. Städte und Gemeinden finden nur schwer genug Freiwillige. "Auserwählte" reagieren zum Teil verärgert.

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UmWahlen organisieren zu können, brauchen Kommunen ehrenamtliche Helfer, die am Wahltag die Aufsicht
an den Urnen übernehmen und am Ende die Stimmen auszählen.

Quelle: Charisius/dpa

Ostholstein. Vielerorts fehlt es an Freiwilligen – und wer von der Stadtverwaltung gezielt angesprochen werde, reagiere zum Teil sehr unwirsch, berichten Rathaus-Mitarbeiter.

 

LN-Bild

Um Wahlen organisieren zu können, brauchen Kommunen ehrenamtliche Helfer, die am Wahltag die Aufsicht an den Urnen übernehmen und am Ende die Stimmen auszählen.

Quelle: Foto: Charisius/dpa

„Wir haben die haarsträubendsten Begründungen zu hören bekommen, warum jemand nicht mitmachen kann“, erzählt beispielsweise Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) enttäuscht.

Rathaus-Mitarbeiter seien zudem beschimpft oder verunglimpft worden, wenn sie gezielt auf potenzielle Ehrenamtler zugegangen seien: Letztere hätten zum Teil extrem verärgert reagiert; von „Willkür“

seitens der Stadt sei dann die Rede gewesen. So etwas sei nicht in Ordnung, kritisiert Verwaltungschef Voigt. Wie viele seiner Amtskollegen im Kreis würde er sich eine größere Bereitschaft unter den Einwohnern wünschen, bei der anstehenden Landtags- oder der darauffolgenden Bundestagswahl ein Amt zu übernehmen. Mittlerweile habe die Stadt alle Posten besetzen können, sagt er, „einfach war das aber nicht“.

„Es wäre schön, wenn sich mehr Menschen angesprochen fühlen würden“, pflichtet Petra Schlichting vom Ordnungsamt in Heiligenhafen bei. Auch in der Nachbarstadt sei es schwierig gewesen, genug Freiwillige zu finden – gerade für die verantwortungsvollen Posten der Wahlvorstände. Zwar hätten sich auf einen Aufruf der Stadt tatsächlich 18 Freiwillige gemeldet, erzählt sie, was sie positiv überrascht habe. Allerdings würden insgesamt 32 Wahlhelfer gebraucht, um die vier Wahllokale im Stadtgebiet (in jeweils zwei Schichten) zu besetzen. Bedenke man, dass Heiligenhafen mehr als 8000 Wahlberechtigte habe, sei die Resonanz von 18 Rückmeldungen eigentlich erschreckend, sagt Schlichting, die selbst seit 35 Jahren regelmäßig als Wahlhelferin aktiv war. Leider sei es hier nicht anders als beim Thema Ehrenamt generell: Die Suche nach Freiwilligen werde immer schwieriger – und diejenigen, die sich von sich aus melden, seien diejenigen, die sich auch sonst in vielen Bereichen in der Stadt engagieren.

In Neustadt „sind wir bisher noch in der glücklichen Lage, alle Posten besetzen zu können“, sagt Susanne Prühs-Leonhardt, Assistentin der Bürgermeisterin. Es gebe einen Freiwilligenpool von Wahlhelfern, aus dem zurzeit noch ausreichend geschöpft werden könne. Allerdings werde auch dieser kleiner, weshalb die Stadtverwaltung Neuzugänge sucht: Potenzielle Ehrenamtler werden gebeten, sich im Bürgerbüro zu melden. Auch die weiteren Kommunen freuen sich sehr über weitere Freiwillige.

Dienst an der Urne ist Bürgerpflicht

Zum Wahlhelfer berufen werden kann jeder, der auch selbst wahlberechtigt ist (ausgenommen Wahlkandidaten und deren direktes Umfeld). Sie bekommen eine Entschädigung. Von der Pflicht entbunden werden Menschen nur, wenn sie am Tag der Wahl nachweislich verhindert sind – zum Beispiel krank oder verreist. Anderenfalls droht eine Strafzahlung, wenn ein ernannter Wahlhelfer nicht erscheint.

 Jennifer Binder

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