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Ostholstein Ein Schultag im Wildpark
Lokales Ostholstein Ein Schultag im Wildpark
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17:34 13.09.2018
Der Leiter des Hegerings Malente, Frank Schumacher, begrüßte 130 Viertklässler aus den Grundschulen Malente, Sieversdorf und Süsel zum Walderlebnistag rund um den Wildtierpark. Quelle: DIRK SCHNEIDER
Malente

130 Viertklässler haben die Klassenzimmer in den Grundschulen Malente, Sieversdorf und Süsel für einen Vormittag gegen den Wildpark Malente eingetauscht. Zahlreiche Jäger des örtlichen Hegerings hatten das Areal in ein grünes Klassenzimmer verwandelt. Hegeringleiter Frank Schumacher und sein Team richteten zwölf Stationen ein, an denen den Kindern das Thema Wald und Natur sehr anschaulich und kurzweilig näher gebracht wurde. Die Bandbreite der Themen reichte dabei von der allgemeinen Forstwirtschaft über die Bestimmung von Pflanzen und Wildtieren, die im Wald leben, einschließlich der Vogelwelt, den Insekten und den Fledermäusen. Auch Imkerei, Jagdhundewesen und Jagdhornblasen kamen im Rahmen der positiven Selbstdarstellung nicht zu kurz. Da der Parcours an vielen Gattern vorbeiführte, liefen den Schülern bei den Stationswechseln oft auch Dam-, Rot und Schwarzwild über den Weg, was das Interesse und die Aufmerksamkeit für den Lernstoff spürbar erhöhte.

Davon profitierte beispielsweise Jäger Klaus Pries, der an seinem Unterstand eine eher etwas theoretische Unterrichtseinheit zur naturnahen Waldwirtschaft vermittelte. Als er erklärte, dass vor mehr als 1000 Jahren Schleswig-Holstein so stark bewaldet war, dass ein Eichhörnchen von der Nordsee bis zur Ostsee von Baum zu Baum laufen konnte, ohne den Boden zu berühren, lachten die Kinder laut auf. Wie aufs Stichwort huschte ein Eichhörnchen über eine Lichtung.

Wildpark wurde zum grünen Klassenzimmer

Bei Axel Mier lernten die Kinder, dass Wildschweinferkel eigentlich Frischlinge heißen, das weibliche Damwild als Schmaltier bezeichnet wird und der Damhirsch eine Schaufel trägt. Wie schwer dieser Geweihknochen ist und wie er sich anfühlt, konnten die Schüler bei Hans-Georg Bielenstein und Gert von Kunhardt ausprobieren. Auch das Fell von Reh und Damwild sowie die Borsten einer Wildschweinschwarte konnten angefasst werden.

Dass heimische Fledermäuse keine Blutsauger sind, wie ein etwas vorlauter Junge in die Menge rief, sondern sich in erster Linie von Insekten ernähren, berichteten Yvonne Scharl-Blöcker und Sina Marie Böttcher von den Waiddeerns. „Die langen Eckzähne, die ihnen vielleicht den Ruf als Vampire eingebracht haben, brauchen die Fledermäuse, um die Chitinpanzer zu knacken“, erklärten die beiden. Letztlich beruhe der schlechte Ruf der Tiere auf der Darstellung in Horrorfilmen, die wenig mit der Realität zu tun hätten. „Fledermäuse sind nachtaktiv und schon daher vielen Menschen unheimlich“, sagte Scharl-Blöcker.

Die Landfrauen Ortrud Jönck und Ulrike Rippe haben an ihrer Station die Äste von je drei typischen Nadel- und Laubbäumen ausgelegt, die die Kinder anhand der Blätter und der Früchte erkennen sollen. Bei Ahorn, Eiche und Vogelbeere gibt es kaum Probleme. Kiefer, Fichte und Lärche werden schwerer erkannt oder mit Tanne verwechselt. „Das geht aber auch vielen Erwachsenen so“, sagte Jönck und nahm damit ein Stückweit die Prüfungsangst. Denn an jeder Station wurde das vermittelte Wissen zum Abschluss mit drei Fragen geprüft. „Ein bisschen wollen wir ja auch den Schulcharakter beibehalten“, sagte Ortrud Jönck. Klassenlehrerin Johanna Gersdorf war begeistert: „Das ist ein gutes Konzept, eine tolle Sache.“ Gemeinsam mit ihren Schülern aus Süsel durfte „sie „einen „sehr schönen und zugleich lehrreichen Tag in der Natur erleben“.

Spende für vorbildliches Projekt

Anerkennung gab es auch vom Verein zur Förderung des Bürgervogelschießens in Eutin, deren Vorstandsmitglieder Annegret Böde-Braasch, Simona Rex und Frank-Richard Proch eine Spende über 500 Euro an Malentes Hegeringleiter Frank Schumacher und den Kreisjägerschaftsvorsitzenden Georg Deutz zur finanzielle Unterstützung des vorbildlichen Projekts Walderlebnistags übergaben.

Dirk Schneider

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