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Ostholstein Waldorfkindergarten will 15 neue Kita-Plätze schaffen
Lokales Ostholstein Waldorfkindergarten will 15 neue Kita-Plätze schaffen
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21:49 13.04.2018
Die Kinder im Oldenburger Waldorfkindergarten sollen ab Sommer 2019 neue Spielkameraden bekommen. Quelle: Foto: Mb
Oldenburg

Der Kindergarten im Brookkamp hat eine reguläre Gruppe für 20 Kinder sowie seit 2010 eine Krippe für zehn Kinder unter drei Jahren. „Wir haben aber dennoch zu wenig Platz. Es ist alles belegt und die Nachfrage ist groß“, erzählt Geschäftsführerin Antje Stöve. „So haben wir überlegt, wie wir eine zweite Gruppe schaffen können.“ Da es aber schwierig sei, an die bestehenden Gebäude anzubauen, kam die Idee einer Naturgruppe auf, die ihr Zuhause in einem Bauwagen haben soll.

Schrebergarten als neuer Gruppenraum

 „Wir hörten, dass in unserer Nachbarschaft ein angrenzender Schrebergarten frei wird und haben das 400 Quadratmeter große Gelände von dem Kleingartenverein bereits gepachtet“, berichtet Antje Stöve. Dort habe man schon angefangen, aufzuräumen. In dem Garten soll der Umgang mit der Natur im Mittelpunkt stehen. „Der Bauwagen – oder aber eine Art Mobilheim – soll dann auf unserem bisherigen Grundstück stehen,“ stellt die Geschäftsführerin die Pläne des Waldorfkindergartens vor. Zwei weitere Fachkräfte sollen den Kindern dabei Waldorf- und Naturpädagogik näherbringen. „Alles wird sich überwiegend draußen abspielen. Wald und Garten als Gruppenraum und der Bauwagen als Heimat der Gruppe“, erläutert die Kindergartenleiterin Kristina Sander das Konzept. Erleben und leben mit der Natur stehe im Mittelpunkt. „Stöcke, Steine, Sand, Erde, Wasser, die Achtung vor Tier- und Pflanzenwelt, ökologisches Handeln – all dies spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Sander. In dem Garten soll gesäht, gepflegt, geerntet und gegessen werden. „Wie werden Tomaten angebaut, woher kommen die Kartoffeln? Das sind Fragen, die wir mit den Kindern beantworten wollen“, ergänzt Antje Stöve. Ein ganzheitliches Lernen und mit allen Sinnen die (Um)Welt kennenlernen, werde in den Vordergrund gestellt, so erzählt Leiterin weiter. „Jetzt geht es an die konkreten Planungen. Wir haben uns erst einmal den 1. August kommenden Jahres als Stichtag gesetzt“, sagt die Geschäftführerin.

Investitionskosten von rund 130000 Euro

Der Verein des Waldorfkindergartens, der 1981 gegründet wurde, sei im Gespräch mit Architekten. Es gebe noch viel zu beachten. Auch müsse man noch Angebote für die Unterkunft einholen, so Stöve und verdeutlicht:. „Den Wagen nach unseren Vorstellungen bauen zu lassen, könnte bis zu acht Monate dauern.“ Insgesamt werden 130000 Euro für das Projekt veranschlagt. Aus einem Bundesinvestitionsprogramm zur Kinderbetreuung könnte der Oldenburger Kindergarten eine Förderung zwischen 45 und 75 Prozent der Kosten erhalten.

Auch bei der AktivRegion Wagrien-Fehmarn habe man Fördermittel angefragt und das Projekt kürzlich vorgestellt. Wie die Geschäftsführerin mitteilt, müssten dann allerdings Punkte wie Barrierefreiheit in das Konzept eingebunden werden. „Dahingehend ist noch keine Entscheidung getroffen. Das müssen wir erst einmal sacken lassen und in unsere Überlegungen aufnehmen.“ Aktuell ist der Kindergarten schon auf der Suche nach Personal, denn bereits für die derzeitige Lage wird Unterstützung für das Team gebraucht.

 Von Markus Billhardt

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