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Wallmuseum lässt historisches Starigard wieder auferstehen

Oldenburg Wallmuseum lässt historisches Starigard wieder auferstehen

Die 1,7 Millionen Euro teuren Bauarbeiten beginnen in der kommenden Woche.

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Auf den freien Flächen jenseits des in den 80er Jahren angelegten Wallsees sollen die Slawenhütten und der Fürstenhof gebaut werden.

Quelle: Foto: Marohn

Oldenburg. Wallnachbau, Fürstenhof und ein ganzes Dorf wie vor mehr als 1000 Jahren — am Fuße der einstigen Festung Starigard beginnt das große Buddeln. Nur wenige hundert Meter von einem der bedeutendsten archäologischen Denkmäler des Landes, dem Oldenburger Wall, sollen Besucher künftig das einstige Slawenleben live kennenlernen können. Die Erweiterung des Wallmuseums lassen sich Stadt, Land und EU mit Unterstützung der Sparkassen-Stiftung mehr als 1,7 Millionen Euro kosten. Zum Auftakt der in der kommenden Woche beginnenden Arbeiten wird ein neuer Zaun um das weiträumige Gelände gezogen. Die Hauptarbeiten sollen nach dem Slawentagen (20. und 21. Juli) beginnen. Die Vorfreude im Umfeld des Museums ist groß.

„Drei Jahre lang haben wir viele Leute immer wieder vertrösten müssen. Da ist der Startschuss jetzt natürlich eine Erleichterung“, sagt Museumsleiterin Dr. Stephanie Barth. Glückwünsche zu der Entscheidung der Stadt für den Ausbau habe es auch aus Dänemark gegeben. So hoffe das Mittelaltermuseum in Nykøbing, die Zusammenarbeit mit Oldenburg auszubauen.

Zu den Leuten, die in den vergangenen Jahren immer wieder vertröstet werden mussten, gehören zahlreiche Fans der Slawenzeit, die in ihrer Freizeit das damals sehr einfache Leben nachstellen. Sie sind es, die die Hütten künftig mit Leben erfüllen sollen. „Viele dieser Menschen sind bereit ihren Urlaub damit zu verbringen, Museumsbesuchern zu zeigen, wie die Slawen hier jahrhundertelang gelebt haben“, sagt Barth. „Schon jetzt haben wir viele Freiwillige, die das Museumsleben mitgestalten.“

Als Unterkünfte und Arbeitsplätze stehen den Freiwilligen künftig eine kleine Hofanlage mit Weide (Einsiedelei), ein Handelsplatz bestehend aus vier neun bis 30 Quadratmeter großen Hütten und einem Bootsanleger sowie der durch einen Nachbau des Oldenburger Walls geschützte Fürstenhof zur Verfügung. Kernstück ist der dortige Nachbau des etwa 120 Quadratmeter großen Fürstensitzes, eines Langhauses auf der Basis von Grabungsergebnissen aus den 80er Jahren. Für die historisch anspruchsvollen Arbeiten kommen eigens Spezialisten aus Polen nach Oldenburg.

So ganz authentisch darf das Slawendorf dann allerdings doch nicht aussehen. „Aus Brandschutzgründen müssen die Hütten zueinander etwas größere Abstände haben als früher“, sagt Bauamtsleiter Stefan Gabriel. Für dieses Jahr stehen allerdings vor allem die Erd- und Gründungsarbeiten auf dem Programm. Ziel sei, dass der neugestaltete Bereich zur Saisoneröffnung 2014 begehbar sei, die Hütten spätestens zu den Slawentagen im Juli kommenden Jahres fertig seien, sagt Bauamtsleiter Gabriel. Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) hofft, dass die Erweiterung dann auch entsprechend Besucher nach Oldenburg locken werde.

Die Erweiterung des Oldenburger Wallmuseums
Ein Wallnachbau mit Tor westlich der Veranstaltungsfläche ist der Zugang zum neu gestalteten Bereich des Museums mit Fürstenhof, Handelsplatz samt Anleger und Einsiedelei. Der alte Anleger wird zum Aussichtspunkt.

Ein zweiter Zugang zum neu gestalteten Bereich erfolgt über eine neue Brücke von der Museumsinsel aus. Der öffentliche Wanderweg um das Museumsgelände herum wird in Teilbereichen verlegt.

Holger Marohn

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