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Ostholstein Wandern — erste Schritte im neuen Jahr
Lokales Ostholstein Wandern — erste Schritte im neuen Jahr
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18:17 31.12.2015
Die Spiegelteiche im Kurpark sind jetzt, wenn die Bäume kein Laub tragen, gut zu sehen.

Neuer Tag, neues Jahr, aber dicker Kopf? Wer übernächtigt oder gar verkatert ist, sollte Sauerstoff tanken. Also raus an die frische Luft. Aber auch ohne Müdigkeit und Kater hat eine Alkoholverdunstungswanderung durch Malente ihre Reize. Wanderführer Otto Lepin (77) hat einen schönen Weg ausgesucht.

„Ich habe mir den Neujahrsmorgen als Stunde der Besinnung vorgestellt“, sagt Lepin zu seiner Wahl. Die Orte am Wegesrand — Altes Ehrenmal, Wildgehege, Labyrinth — seien Punkte, um in sich zu gehen, sich Gedanken zu machen. Außerdem biete das Gehen neue Einsichten. „Manchmal gehe ich als Fremder durch meinen Ort, um die Veränderung erkennen zu können“, zitiert Lepin einen Spruch, den er mal irgendwo aufgeschnappt hat und von dem er nicht mehr weiß, von wem er stammt.

Die große Runde, die er am Neujahrstag empfiehlt, beginnt und endet am Malenter Bahnhof. Von dort geht es zunächst durch den Kurpark, dessen Luisenhöhe Lepins Lieblingsort ist. Weil man von dort so weit gucken kann und seit der Erneuerung des Parks 2006 auch wieder ein freies Sichtfenster auf den Dieksee hat. Unterwegs berichtet der Wanderführer ein bisschen von früher. Sein Vorgänger als Wanderführer, der vor zwei Jahren gestorbene Helmut Behrens, hat früher große Neujahrswanderungen veranstaltet. Etwa zehn Kilometer von der Fegetasche zurück nach Malente, als die Wanderer noch mit einer öffentlichen Buslinie zum Ausgangspunkt in Plön kamen. Oder der etwa acht Kilometer lange Rundkurs zur Bräutigamseiche und wieder zurück.

Heute gibt es diese geführten Neujahrswanderungen nicht mehr. Wer mag, kann aber Otto Lepins Empfehlung folgen. Nach dem Rundgang durch den Kurpark (kann man weglassen, es wäre aber sehr schade) geht es jenseits der Bahnlinie weiter. Den Berg hinauf führt der Elisabethweg zum Wildpark. Links geht es zum nach dem Ersten Weltkrieg geschaffenen Alten Ehrenmal. Wer genau hinschaut, sieht, wie alt es ist. Denn es fehlen noch Gedenksteine für die Dorfschaften Neukirchen, Sieversdorf, Malkwitz, Sören, Benz und Nüchel, die erst nach Inkrafttreten des Groß-Hamburg-Gesetzes 1937 zur Gemeinde Malente kamen. Der große Findling in der Mitte des ringförmig angeordneten Ehrenmals stammt aus Nüchel und wurde einst mit einem Sechsspänner an seinen Platz gezogen.

Zurück Richtung Wildpark, führt der Weg durch die Gehege und über den Hafkamp hinweg in Richtung Alter Friedhof. An dem Gelände mit der hübschen Kapelle vorbei geht es weiter Richtung Grebiner Weg (Kreisstraße 57). Ein ganz kurzes Stück führt der Weg am Straßenrand entlang, dann geht es links ab in den schönen Buchenwald und Richtung Labyrinth. Der Weg ist nicht immer leicht zu gehen, mal seitlich abschüssig, mal ziemlich schlammig. Aber wer die Mühe auf sich nimmt, durchquert kurz vor dem Margarethenhof links ein Holztor und steht vor dem Labyrinth der Männer des Nordelbischen Männerforums. 40 Männer und vier Kinder haben es am Himmelfahrtstag 2005 innerhalb von nicht einmal drei Stunden aus 1000 Feldsteinen erbaut. Spätestens hier halten die Gedanken inne, wie Wanderführer Lepin es vorausgesagt hat.

Von dort führt der Weg zurück, wieder durch den Wildpark, der durchaus verschiedene Wege bietet, um zurück zum Bahnhof zu gelangen. Insgesamt ist diese Neujahrswanderung nicht besonders anstrengend, auch wenn sie die eine oder andere Steigung enthält. Auch ungeübte Wanderer können sie gut bewältigen. Wer mag und sich selbst einmal als Wanderführer versuchen, vielleicht eine ständige Tätigkeit daraus machen möchte, kann sich an Otto Lepin, Telefon 04523/2508, oder an den Tourismusservice Malente, Telefon 04523/9590120, wenden. Lepin hätte gern Unterstützung und würde neue Wanderführer einarbeiten.

Eine gute Stunde

8150 Schritte sind nötig, um die beschriebene Neujahrswanderung durch Malente nachzumachen.
5,40 Kilometer (gemessen bei einer Schrittlänge von 60 Zentimetern) ist die vorgeschlagene Route lang.
1 Stunde reine Gehzeit, plus-minus ein paar Minuten, werden benötigt, um den Weg zu absolvieren.
278,6 Kilokalorien werden auf dem Weg verbraucht.
4,93 Kilometer pro Stunde beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit.
(Alles gemessen mit der Schrittzähler-App Accupedo)
Geführte Wanderungen bietet Otto Lepin regelmäßig an. Die nächste beginnt am Dienstag, 5. Januar, um 14.30 Uhr am Tourismus-Service, Bahnhofstraße 3. Zum Abschluss gibt es in der Schinkenräucherei Petersen warmen Apfelpunsch. Die Tour dauert etwa zwei Stunden und kostet mit Kurkarte acht, ohne zehn Euro (einschließlich Getränk).

Susanne Peyronnet

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